Deutscher Buchhandlungspreis geht nach Rastatt

Rastatt (sl) – Der Bund zeichnet Claudia Neudörfer und ihre Rastatter „Wortwerke“-Buchhandlung mit dem Buchhandlungspreis aus. Eine witzige Bewerbung könnte den Ausschlag gegeben haben.

Die frischgebackene Trägerin des Deutschen Buchhandlungspreises Claudia Neudörfer mit Dackeldame „Nanni“. Foto: Sebastian Linkenheil

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Die frischgebackene Trägerin des Deutschen Buchhandlungspreises Claudia Neudörfer mit Dackeldame „Nanni“. Foto: Sebastian Linkenheil

„Das ist genau das Richtige in diesen Zeiten!“: Die Rastatter Buchhändlerin Claudia Neudörfer hatte eine sehr erfreuliche E-Mail in ihrem Postfach. Ihre „Wortwerke“-Buchhandlung wird von der Bundesregierung mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. Wenn Neudörfer nochmals Glück hat, dann kann sie am 7. Juli in Erfurt den Preis aus den Händen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters persönlich in Empfang nehmen.

Allerdings ist das noch nicht sicher, denn von den 118 Preisträgern dieses Jahres werden coronabedingt nur 17 ausgelost und persönlich zur Feierstunde eingeladen. Die anderen preisgekrönten Buchhändler verfolgen die Zeremonie im Livestream.

Preisgeld bis zu 25.000 Euro möglich

Dann erfährt Claudia Neudörfer auch, in welcher Kategorie sie ausgezeichnet wurde. Es gibt drei Stufen mit Preisgeldern von 7.000, 15.000 oder 25.000 Euro. Egal wie hoch die Finanzspritze ausfällt, in diesen Pandemie-Zeiten freut sich jeder Einzelhändler über Bares, wie die glückliche Gewinnerin bestätigt. „Aber mir geht es vor allem um die Anerkennung“, beteuert Neudörfer. Die erhält sie noch in Form einer Urkunde und eines Gütesiegels für ihren Laden in der Lyzeumstraße.

366 Buchhändler hatten sich beworben

Zum dritten Mal hatte sich die Rastatterin um den Preis beworben. Was diesmal den Ausschlag gegeben hat, dass die Jury sie unter den 366 Teilnehmern als eine von 118 ausgewählt hat, weiß sie (noch) nicht genau. Vielleicht war es ihr Schwerpunkt auf Bücher von Autoren, die im Selbstverlag veröffentlichen, wie sie selbst. Möglicherweise war aber auch die pfiffige Art ihrer Bewerbung entscheidend.

Dackel „schreibt“ Bewerbungsbrief

Denn die hat sie diesmal ihren „Buchdackel Nanni“ schreiben lassen. „Ich bin Nanni, der Buchdackel der Wortwerke-Buchhandlung in Rastatt“, heißt es in dem Bewerbungsbrief, „mein Zweibeiner oder auch mein Frauchen Claudia Neudörfer hat sich schon zweimal für den Buchhandlungspreis beworben, leider ohne Erfolg. Deshalb habe ich beschlossen, dass diesmal ich die Bewerbung in die Pfote nehme und ihr zeige, wie das geht“, heißt es in dem Anschreiben, dem auch ein Foto von „Nanni“ mit Dackelblick beigefügt war. Nicht zum ersten Mal lieh die Buchhändlerin und Autorin ihrem Hund die Feder: Schon letztes Jahr im Herbst hat Neudörfer ein witziges Büchlein mit dem Titel „Ein Buchdackel erzählt! Geschichten aus dem Leben eines Buchhändlerdackels“ auf den Markt gebracht. Zu haben ist es natürlich bei „Wortwerke“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

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Erstellt:
23. Mai 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

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