Das verlorene Osterei

Baden-Baden (dk) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Daniela Körner darüber, wie nicht alle Ostereier gefunden werden.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

Wer mehrere Kinder hat, weiß, wie wichtig das ist: Jedes Kind bekommt genauso viel wie seine Geschwister. Auch Ostereier. Auch der Osterhase hält sich an diese Regel. Von den Nougateiern gibt es jeweils drei, zwei Marienkäfer krabbeln für jedes Kind über die Steine, und je zwei Maikäfer haben sich im Gras versteckt. Und für jeden gibt es einen großen Schoko-Osterhasen. Dazu ein paar bunt gefärbte Eier – wobei der Hase auch da gut aufpassen muss: Die roten sind die begehrtesten, die gelben die verschmähten. Da im Hause Körner meist braune Eier gefärbt werden, sind die gelben nämlich immer noch eines, nämlich braun. Auch da schaut der Osterhase penibel drauf, dass jedes Kind auf seine Kosten kommt.

Herr Langohr ist manchmal ein Schlitzohr

Doch: Meister Lampe foppt die Kinder schon mal. Schließlich möchte er etwas Abwechslung haben, wenn er schon über Balkone, durch Parks und Gärten hoppelt mit seiner schweren Last. Da freut es ihn, wenn er von sicherem Posten aus beobachtet, dass die Kinder seine Verstecke nicht sofort entdecken, neidisch auf die Körbchen der Geschwister schielen und schließlich ungeduldig die Suche aufgeben. Vater und Mutter haben den Überblick – das geben sie zumindest vor: „Da fehlt doch noch was: Kommt, guckt noch ein bisschen.“ Irgendwann ist Schluss, dann werden die gesammelten Schätze auf einem Tisch ausgebreitet und fair verteilt. Doch: Ein Nougatei und ein Marienkäfer fehlen. Die Kinder werden noch einmal in den Garten geschickt mit dem Hinweis, sie sollten ihre Augen noch mal ganz weit aufmachen. Nichts. Die zwei Schokoteilchen bleiben verschwunden. Und Herr Langohr hat sich von dannen geschlichen...

Doch nicht ganz verschwunden

Tage später dann jubelt eines der Kinder: Im Sandkasten unter einem Förmchen hat es den Käfer gefunden. Doch das Ei, das bleibt verschwunden – noch ganz lange. Im Juni taucht es doch noch auf, angefressen und flankiert von Aluschnipseln. Hier genoss wohl eine Spitzmaus den Überraschungs-Osterschmaus.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Daniela Körner

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Erstellt:
16. April 2022, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 01sec

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