Dauerausstellung „immer noch topaktuell“

Gernsbach (stj) – Die Dauerausstellung Natur am Kaltenbronn im Infozentrum läuft inzwischen im 15. Jahr – und „ist immer noch topaktuell“, wie Einrichtungsleiterin Kristina Schreier betont.

Zu den Höhepunkten naturpädagogischer Bildung zählen die Angebote des Infozentrums für Schulen und Kitas. Foto: Infozentrum

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Zu den Höhepunkten naturpädagogischer Bildung zählen die Angebote des Infozentrums für Schulen und Kitas. Foto: Infozentrum

Es war ein kurioses Jahr 2020, auf das man im Infozentrum auf dem Kaltenbronn zurückblicken kann. Kurios deshalb, weil Corona auf der einen Seite monatelang den Betrieb des Hauses und seine naturpädagogischen Aktivitäten stilllegte, auf der anderen Seite aber dafür sorgte, dass ein Besucheransturm sondersgleichen ins Schutzgebiet strömte. Mit allen negativen Folgen: Verkehrschaos, Müll, Wildcamper, offenes Feuer ...

Einrichtungsleiterin Kristina Schreier sprach bei der jüngsten Versammlung des Zweckverbands von einer neuen Besuchergruppe, den Corona-Daheimgebliebenen. Und die kommen von weit her auf den Kaltenbronn: Kennzeichen wie SÜW (Südliche Weinstraße), MA (Mannheim), DA (Darmstadt) oder ES (Esslingen) sind keine Seltenheit gewesen, regelmäßig musste die Feuerwehr die L76b am Bahnübergang Hilpertsau und von Bad Wildbad kommend dicht machen.

Neben den Corona-Wirrungen war die Straße hinauf zum Infozentrum im vergangenen Jahr von 20. April bis zum 27. November wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Auf einer Strecke von 2,5 Kilometer wurde die Fahrbahndecke erneuert. Der aufwendigere vierte und letzte Sanierungsabschnitt der L76b ab Haltestelle Orgelfelsen bis Reichental wird voraussichtlich im Jahr 2022 über die Bühne gehen. Das ist zumindest die aktuelle Planung des Regierungspräsidiums Karlsruhe als Bauherr.

45 von 111 geplanten Terminen finden statt

Das Infozentrum war 2020 sieben Monate lang wegen der Straßensperrung ohnehin schwerer zu erreichen. Schließlich sorgte die Pandemie für eine Zwangsschließung vom 17. März bis zum 20. Mai sowie im zweiten Lockdown ab 2. November. Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung ist das Infozentrum Kaltenbronn weiterhin geschlossen, alle Präsenzveranstaltungen sind vorerst bis 18. April abgesagt.

2020 konnten von den geplanten 111 Terminen 45 stattfinden. Knapp 500 Teilnehmer waren dabei, resümiert Schreier in ihrem Rückblick und verweist darin auf ein Outdoor-Hygienekonzept und den Verzicht auf Verköstigung. Gänzlich verzichten musste man im Vorjahr auf die Teilnahme an Messen und Naturpark-Märkten. Im Bereich frei gebuchte Veranstaltungen gab es 2020 25 naturpädagogische Termine für Kinder – dabei handelte es sich um 20 Angebote für Schulen und Kindergärten sowie fünf Kindergeburtstage. Hinzu kam eine Erwachsenen-Führung. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 104 frei gebuchte Veranstaltungen, die das Team vom Infozentrum durchgeführt hatte.

Positiv bemerkte Kristina Schreier in ihrem Bericht, dass die Dauerausstellung Natur am Kaltenbronn im Infozentrum im 15. Jahr laufe und die Inhalte „immer noch topaktuell“ seien. Auch die Technik funktioniere größtenteils störungsfrei. „Besucher aus nah und fern sind begeistert.“ In den siebeneinhalb Monaten, die 2020 geöffnet war, kamen rund 2.000 von ihnen. Im Haus galt natürlich ein Hygienekonzept, das unter anderem die Bereitstellung von Desinfektionsmittel, Einbahnstraßenverkehr, Maskenpflicht und eine begrenzte Besucherzahl vorsieht.

Auch eine Sonderausstellung gab es 2020 zu bestaunen: „Holz – ein vielseitiger Rohstoff“. Sie wurde konzipiert und mitaufgebaut durch Studierende der Fachrichtung Holzwirtschaft mit Professor Dr. Bertil Burian von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und fand Unterstützer im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und einigen Unternehmen als Sponsoren. Die Sonderausstellung für das Jahr 2021 soll sich dem Thema „Wild & Jagd – Grenzgänge zwischen Natur und Kultur“ widmen.

Das dritte zu trockene Jahr in Folge

Eine Wetterstation am Infozentrum auf dem Kaltenbronn misst seit 2015 Temperatur und Niederschlag; am Skihang werden zudem Wind und Sonnenschein registriert und die Werte festgehalten. Die wesentlichen Daten fasste Einrichtungsleiterin Kristina Schreier in ihrem Jahresbericht bei der jüngsten Versammlung des Zweckverbands zusammen. Dabei stellte sie fest: 2020 war „das dritte zu trockene Jahr in Folge“. Die Jahresmitteltemperatur auf dem Kaltenbronn betrug 7,6 Grad Celsius, der Jahresniederschlag belief sich auf 1.319 Millimeter (ein Millimeter ist gleich einem Liter pro Quadratmeter). Der Winter 2019/ 20 hatte wenig Schnee, Sturm Sabine fegte am 10. Februar mit 102 km/h über den Kaltenbronn.

Negative Begleiterscheinung des Besucheransturms im Winter: Verkehrschaos rund ums Infozentrum auf dem Kaltenbronn. Foto: Infozentrum Kaltenbronn (Quelle: Facebook)

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Negative Begleiterscheinung des Besucheransturms im Winter: Verkehrschaos rund ums Infozentrum auf dem Kaltenbronn. Foto: Infozentrum Kaltenbronn (Quelle: Facebook)


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