Dauerbrenner mit A, B, C oder D

Köln (wys) – Günther Jauch feiert die 1.500. Folge des TV-Klassikers „Wer wird Millionär?“ mit einer Spezialausgabe

Günter Jauch ist auch nach 1.500 Folgen der kultigen Quiz-Show die Lust am Moderieren noch nicht vergangen.  Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/picture-alliance

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Günter Jauch ist auch nach 1.500 Folgen der kultigen Quiz-Show die Lust am Moderieren noch nicht vergangen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/picture-alliance

Sie läuft und läuft und läuft: Günther Jauchs Quizshow „Wer wird Millionär“. Am Donnerstag, 3. Juni, (20.15 Uhr, RTL) flimmert die 1.500. Folge des modernen TV-Klassikers über den Bildschirm – dafür hat der Moderator des 1999 gestarteten Dauerbrenners definitiv ein Fleißkärtchen verdient. Zum Jubiläum strahlt der Kölner Privatsender an Fronleichnam eine Überraschungsausgabe aus, in der auf besondere Momente, Fragen und Kandidaten zurückgeblickt wird. Angeblich weiß Moderator Jauch dabei selber nicht genau, was ihn erwartet. RTL zitiert den jüngst von Corona genesenen Entertainer mit den Worten: „Man muss auf alles gefasst sein oder sogar damit rechnen, dass einem die peinlichsten Szenen aus 22 Jahren WWM noch einmal vorgeführt werden.“

Als erste Kandidatin saß am 3. September 1999 die Arzthelferin Tanja Ortmann aus Aachen dem Moderator auf dem Ratestuhl gegenüber. Ihre erste Frage war, wie das Sprichwort „Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem…?“ weitergeht. Die Antwortmöglichkeiten waren A: Sofa, B: Klo, C: Grill oder D: Dach. Ortmann antwortete richtig „Dach“ und strich am Ende 8.000 Mark ein. Erst mehr als ein Jahr später, im Dezember 2000, gab es dann den ersten Hauptgewinner, damals kassierte der Hochschulprofessor Eckhard Freise eine Million Mark. Insgesamt lösten bisher 16 Kandidaten die Millionenfrage, darunter Barbara Schöneberger, Oliver Pocher und Thomas Gottschalk in drei Promispecials.

Seit dem Start der Ratesendung im September 1999 bekamen insgesamt 2.950 Kandidaten etwa 38.000 Fragen gestellt. Zu den Leuten, die sich permanent neue Wissensfragen von babyleicht bis superschwer für den Dauerbrenner ausdenken, gehört Harald Valder – und der räumt ein, dass sein Job nach all der Zeit vertrackt geworden sei: „Nach rund 38.000 gestellten WWM-Fragen immer noch etwas Neues auszutüfteln, wird in der Tat immer schwieriger“, so Valder.

Geschichtsprofessor Eckhard Freise aus Münster freut sich am 2.12.2000 über den Gewinn von einer Million Mark. Er war der erste Millionär der RTL-Quiz-Sendung „Wer wird Millionär?“. Foto: RTL/dpa/picture-alliance

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Geschichtsprofessor Eckhard Freise aus Münster freut sich am 2.12.2000 über den Gewinn von einer Million Mark. Er war der erste Millionär der RTL-Quiz-Sendung „Wer wird Millionär?“. Foto: RTL/dpa/picture-alliance

Und Günter Jauch? Man müsste doch meinen, dass der Moderator nach 1.500 Folgen, in denen mit marginalen Variationen immer derselbe Ablauf wiederholt wird, allmählich die Lust ausgeht. Aber davon will der 64-Jährige nichts wissen: Er werde weitermachen „solange es den Zuschauern, aber auch mir selbst noch Freude macht“ – und noch mache ihm die Sendung sehr viel Spaß. Das stets unverändert gebliebene Prinzip der Quizshow, dass man es mit 15 Fragen und einigen Jokern zur Million schaffen kann, hat in seinen Augen eine „fast schon geniale Einfachheit“.

„Wer wird Millionär“ ist der deutsche Ableger der britischen Quizshow „Who wants to be a Millionaire?“, die 1998 startete und von Sendern in mehr als 100 Ländern aufgegriffen wurde. Der Held des Kinofilms „Slumdog Millionär“ ist der bettelarme Teilnehmer der indischen Showvariante – das Drama wurde 2009 mit acht Oscars ausgezeichnet. In Deutschland war die Show von Anfang an ein Erfolg, den höchsten Marktanteil ihrer Geschichte erzielte sie mit einem Promispecial: Am 28. Mai 2001 sahen 14,22 Millionen Zuschauer Kandidaten wie Thomas Gottschalk und Heidi Klum beim Grübeln zu. Von solchen Rekorden können die Macher heute zwar nur noch träumen, dennoch ist die Traditionssendung bei RTL eine feste Bank. Für Schlagzeilen hat die Show in ihrer Geschichte oft gesorgt. Unvergessen ist Hape Kerkelings Auftritt als sein Alter Ego Horst Schlämmer, bei dem er mit dem Moderator Brüderschaft trank, und Waldemar Hartmanns Blamage, als der Fußballexperte eine eher simple Fußball-Frage falsch beantwortete. Der unverwüstliche Dauerbrenner „Wer wird Millionär“ schaffte es mit Begriffen wie „Telefonjoker“, „Publikumsjoker“ und „Fifty-fifty-Joker“ sogar in den Duden und brachte schon weit mehr als 100 Millionen Euro unters Volk – 27 Kandidaten mussten allerdings mit null Euro nach Hause gehen.


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