Deep-House-Klänge hoch oben in Forbach

Forbach (mhr) – Seltene Gäste an der Schwarzenbach-Talsperre im Forbacher Ortsteil Herrenwies. Die Musiker der Formation „YEY“ drehen auf der Staumauer ein Live-Video für ihre erste EP-Veröffentlichung.

Außergewöhnlicher Ort für einen Video-Dreh: Die Musiker des Trios YEY auf der Mauer der Schwarzenbach-Talsperre. Foto: Margrit Haller-Reif

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Außergewöhnlicher Ort für einen Video-Dreh: Die Musiker des Trios YEY auf der Mauer der Schwarzenbach-Talsperre. Foto: Margrit Haller-Reif

Die Sonne blinzelt noch träge über die Schwarzwaldwipfel, langsam klart das milchige Licht über dem See auf. Der Tag erwacht. Nicht so das Grüppchen junger Leute mitten auf der Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre. Sie sind längst wach und mitten in der Nacht in ihrer Wahlheimat Mannheim losgefahren, um frühmorgens die außergewöhnliche Atmosphäre an diesem ungewöhnlichen Drehort für ein Live-Video einzufangen.

„Das Ambiente transportiert die Stimmung unserer Musik“ sind sich die drei Musiker von YEY einig. Sprich Melodic Oriental House trifft Talsperrenflair. Mit David König (Gesang und Synthesizer), Santino Scavelli (Multi-Percussion) und Ugur Köse an der türkischen E-Gitarre Baglama treffen in diesem Trio nicht nur Deutschland, Italien und die Türkei aufeinander. Es sind die unterschiedlichen Kulturen und musikalischen Einflüsse, die den Gehalt und Reiz der YEY-Worldmusic ausmachen.

Das Rüstzeug haben die drei Bandmitglieder an der renommierten Mannheimer Popakademie erworben. Santino Scavelli und Ugur Köse stehen kurz vor dem Abschluss ihres Studiums, David König hat sein Masterexamen bereits in der Tasche.

Traditionelle Klänge verschmelzen mit westlicher House-Musik

Seit 2017 sind sie als Trio mit elektronischem Ethno und ausgefallenen, mediterranen Instrumenten im Genre Deep House unterwegs. Eingebettet in einen warmen, orientalischen Soundkosmos, verschmelzen bei YEY traditionelle Klänge mit moderner, westlicher House-Musik zu einem ganz besonderen Hörerlebnis. Die Idee zu diesem Bandprojekt kam auf, als Producer und Sänger David König Anfang 2017 den aus Istanbul stammenden, türkischen E-Baglama-Spieler Ugur Köse live auf der Bühne spielen hörte.

Nach dem Konzert sprach er Ugur Köse an, der zu dieser Zeit weder Deutsch noch Englisch verstand. „Beim Wort Techno allerdings leuchteten seine Augen auf und schnell war eine gemeinsame musikalische Sprache gefunden“, erinnert sich David an die Geburtsstunde von YEY. Bei zahlreichen Sessions in den folgenden Monaten kristallisierte sich eine gemeinsame Vision heraus, die der aus Kalabrien stammende, italienische Percussionist Santino Scavelli wenig später teilen sollte.

Soundcollagen mit Natursounds, Impressionen von Reisen und Aufenthalten in den unterschiedlichsten Städten und Regionen zählen zu den Inspirationsquellen für den YEY-Sound. Im eigenen Mannheimer Studio laufen die interkulturellen musikalischen Fäden zusammen. Nach der Veröffentlichung zahlreicher Singles blickt das Trio aktuell gespannt auf die erste EP-Veröffentlichung beim türkischen Label GRGDN im September.

Was noch fehlte, war ein geeigneter Ort für das Live-Video. Doch hier wusste der Karlsruher Kameramann und Regisseur Jonas Ade Rat: Die Schwarzenbach-Talsperre in Forbach passte perfekt. Die Genehmigung für den Dreh durch den Leiter des Rudolf-Fettweis-Werks in Forbach, Ulrich Rost, verlief unkompliziert – „wir waren happy!“ Eine Woche vorher wurde der Drehort besichtigt, „schon da hat uns diese unglaubliche Kulisse total begeistert“. Die Begeisterung hielt an, auch als das Live-Video längst im Kasten war. Auch hier sind sich die Jungs von YEY einig: Die Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre war für die Fortsetzung „der Reise durch tanzende Beats und aufgehende Sonne“ wie geschaffen.

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Erstellt:
2. August 2020, 20:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

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