Demo-„Gottesdienst“: Kirchen distanzieren sich

Rastatt (BT) – Eine eigentlich im Vorfeld verbotene Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen war am Samstag als Spontan-„Gottesdienst“ ausgerufen worden. Die Rastatter Kirchen distanzieren sich.

Aus verschiedenen Richtungen kommend, treffen sich die Demonstrierenden bei einer als „Gottesdienst“ ausgegebenen Kundgebung an der Anne-Frank-Schule. Foto: Frank Vetter

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Aus verschiedenen Richtungen kommend, treffen sich die Demonstrierenden bei einer als „Gottesdienst“ ausgegebenen Kundgebung an der Anne-Frank-Schule. Foto: Frank Vetter

Die evangelischen und katholischen Gemeinden in Rastatt distanzieren sich deutlich vom „Spontan-Gottesdienst“ im Zuge der von Behörden und Gerichten verbotenen Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am vergangenen Samstag. Wie berichtet, hatte in diesem Rahmen Pfarrer Lothar Mack aus der Schweiz auf dem Gelände der Anne-Frank-Schule eine „Predigt“ vor den dort versammelten Demonstranten gehalten, die sich dann darauf beriefen, dass dies eine Veranstaltung nach der Glaubens- und Religionsfreiheit sei.

„Religions, Glaubens- oder Weltanschauungsgemeinschaft“ haben die Möglichkeit, Veranstaltungen abzuhalten, allerdings auch unter Einhaltung von Corona-Regeln.

Verantwortung für den Schutz der Gesundheit

„Mack ist weder Pfarrer der evangelischen Kirche in Deutschland noch der katholischen Kirche“, erklären die Rastatter Kirchengemeinden. Wie in deren gemeinsamer Mitteilung betont wird, seien sich die evangelische und katholische Kirche in Rastatt der Verantwortung für den Schutz der Gesundheit der Menschen in den Monaten der Pandemie sehr wohl bewusst. „Deshalb haben die evangelischen und katholischen Gemeinden in Rastatt auch am vergangenen Sonntag auf Gottesdienste in den Kirchen verzichtet und stattdessen online und in den Medien Alternativen angeboten.“

„Menschen, die an Corona erkranken und sterben, brauchen dringend die Solidarität ihrer Mitbürger“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Deshalb wehren sich die Rastatter Kirchen auch entschieden gegen jeden Versuch, die Pandemie zu bagatellisieren oder das Leid der Menschen für politische Zwecke zu instrumentalisieren.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
12. April 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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