Protest in Rastatt: Dutzende Anzeigen und Platzverweise

Rastatt (BT) – Teilnehmer der verbotenen Demonstration gegen die Corona-Auflagen haben am Samstag in Rastatt die Einsatzkräfte auf Trab gehalten: Es gab Dutzende Anzeigen und Platzverweise.

Zahlreiche Demonstranten versammelten sich vor der Anne-Frank-Schule - von Masken keine Spur. Foto: Frank Vetter

Zahlreiche Demonstranten versammelten sich vor der Anne-Frank-Schule - von Masken keine Spur. Foto: Frank Vetter

Auf dem Platz vor der Anne-Frank-Schule versammelten sich am Nachmittag zahlreiche Kritiker der Corona-Auflagen mit Plakaten. Zumeist trugen sie keine Mund-Nasen-Bedeckungen. Die Polizei sperrte den Bereich an der Wilhelm-Busch-Straße ab.

Bereits zuvor hatten sich die Demonstranten ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Ordnungshütern geliefert. Sie waren zunächst in kleineren Gruppen durch die Stadt gezogen. Immer wieder tauchten sie an verschiedenen Stellen auf und lieferten sich Wortgefechte mit den Polizisten. Gegen 15 Uhr bildete sich dann die Versammlung an der Schule. Dort sprach kurzfristig der Pfarrer Lothar Mack aus der Schweiz, der die Versammlung kurzerhand zu einem Gottesdienst umdeutete, um so das Demonstrationsverbot zu umgehen.

Die Ordnungshüter zeigten mit einem massiven Aufgebot an Beamten und Mannschaftswagen sowie einem Polizeihubschrauber, der über der Innenstadt kreiste, Präsenz. Die Ansammlung wurde letztlich auf Anordnung der Versammlungsbehörde der Stadt Rastatt aufgelöst, indem die Polizei Lautsprecherdurchsagen machte und das Anti-Konflikt-Team einzelne Demonstranten ansprach.

Zeitweise trennte die Polizei einige der Demonstranten ab, um deren Personalien aufzunehmen. Foto: Frank Vetter

© fuv

Zeitweise trennte die Polizei einige der Demonstranten ab, um deren Personalien aufzunehmen. Foto: Frank Vetter

Wenig später kam es allerdings an der Ecke Hindenburgbrücke/Kinkelstraße zu einer Konfrontation zwischen Polizei und Demonstranten, nachdem die Beamten zwei Lautsprecheranlagen sowie ein Megafon beschlagnahmen wollten, damit diese nicht als Kundgebungsmittel eingesetzt werden können, wie die Polizei am Abend mitteilte. Dies löste allerdings Unmut bei rund 50 Personen aus. Dadurch bildete sich erneut eine Ansammlung. Weil es dabei zu Verstößen gegen die Corona-Auflagen kam, was Anzeigen nach sich zieht, nahm die Polizei Personalien auf. Um diese erheben zu können, wurden die Betroffenen zeitweise festgehalten, indem sie durch Polizeikräfte umringt wurden.

Mehr als 80 Platzverweise und 60 Anzeigen

Hierbei wurde ein Polizeibeamter beleidigt, zudem leistete ein Mann Widerstand und sieht nun einem Strafverfahren entgegen. Unbeteiligte Schaulustige mussten unterdessen durch Lautsprecherdurchsagen ebenfalls auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände hingewiesen werden, wie die Polizei ausführte. Für eine Frau, die sich kurzfristig in der von der Polizei festgehaltenen Gruppe befand, musste wegen eines medizinischen Notfalls ein Rettungswagen angefordert werden.

Insgesamt wurden an dem Nachmittag mehr als 80 Platzverweise und mehr als 60 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung und vier Strafverfahren eingeleitet.

Immer wieder Sperrungen und Behinderungen

Im Rahmen der Einsatzmaßnahmen kam es am Nachmittag im Stadtgebiet immer wieder zu vorübergehenden Sperrungen, unter anderem im Bereich der Hindenburgbrücke, der Wilhelm-Busch-Straße sowie zu weiteren kurzen Verkehrsbehinderungen. Die Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Offenburg wurden durch das Polizeipräsidium Einsatz und auch durch Polizeireiter sowie durch Kräfte der Bundespolizei unterstützt.

Gegen 17.30 Uhr löste sich das Geschehen auf.

Ursprünglich beantragte Demo war verboten worden

Das Gesundheitsamt des Landkreises Rastatt hatte die ursprünglich beantragte Versammlung unter dem Motto „Gegen Maskenpflicht, Tests, Impfungen und Einschränkung der Grundrechte, für Selbstbestimmung“ verboten. Einen Eilantrag der Veranstalter dagegen hatte das Verwaltungsgericht Karlsruhe abgelehnt (wir berichteten). Die ursprünglich beantragte Kundgebung, die auf der Grünfläche zwischen Mozart- und Beethovenstraße geplant gewesen war, fand - ebenso wie ein Demonstrationszug – nicht statt.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Montagsausgabe des Badischen Tagblatts und ab Montagmorgen, 4 Uhr, im E-Paper.

Zunächst waren die Demonstranten grüppchenweise durch die Stadt gezogen und an wechselnden Orten aufgetaucht. Foto: Frank Vetter

Zunächst waren die Demonstranten grüppchenweise durch die Stadt gezogen und an wechselnden Orten aufgetaucht. Foto: Frank Vetter

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Erstellt:
10. April 2021, 15:21 Uhr
Aktualisiert:
10. April 2021, 20:53 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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