Denkanstöße durch Friedensweg in Gausbach

Forbach (mm) – Ob es zur vorgesehenen Einweihung des Gausbacher Friedenswegs zum Patrozinium Seliger Sankt Bernhard von Baden am dritten Juli-Wochenende kommen wird, ist offen.

Das bestehende Ehrenmal vor der Gausbacher Kirche soll ergänzt werden. Foto: Raimund Götz

© R.GOETZ

Das bestehende Ehrenmal vor der Gausbacher Kirche soll ergänzt werden. Foto: Raimund Götz

Zusätzliche Arbeiten in der Kirche stehen noch an, berichtet Pfarrer Thomas Holler, der Leiter der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach.

Die Elektrik und die Beleuchtung im Gottesdienstraum müssen noch modernisiert werden. Aus dem Leader-Förderprogramm sind 16.000 Euro für den Friedensweg zugesichert. Die Kosten für Friedensweg und Elektrik-Sanierung belaufen sich zusammen auf rund 34.000 Euro, so der Geistliche.

Die Pfarrgemeinde hofft auf einen Zuschuss von 8.000 Euro des erzbischöflichen Ordinariats in Freiburg. Wenn die Genehmigung für die Baumaßnahmen aus dem Ordinariat kommt, dann könnten die Handwerker loslegen. Er rechnet mit sechs bis acht Wochen Arbeitszeit. Je nach Dauer, wie lange auf die Genehmigung noch gewartet werden müsse, könnte es knapp werden für den avisierten Termin. „Der wäre natürlich ideal“, hofft Holler, dass es mit dem Zeitplan noch klappen wird.

Gedenkplatte für die zivilen Opfer

Die beiden Gedenktafeln im Treppenhaus der Kirche werden weiter auseinandergezogen, dazwischen kommt eine Inschrift mit den Namen der gefallenen und vermissten Soldaten aus Gausbach. Die Schriftschablonen werden von der Forbacher Agentur Peter Finkbeiner geliefert. Eine zusätzliche Gedenkplatte beim Mahnmal für die Kriegsopfer vor dem Gotteshaus soll auch an die zivilen Opfer erinnern.

Bei der Gestaltung des Kirchplatzes in den Jahren 2018/2019 kam der Gedanke auf, das dortige Denkmal nicht nur wieder instand zu setzen, sondern auch inhaltlich zu erweitern und zu modernisieren. Dies soll vor allem durch die Einbeziehung ziviler Opfer der NS-Diktatur und durch positive Impulse zum Thema Frieden geschehen, so begründete Holler den Antrag für die Leader-Förderung des Friedenswegs. Den zweiten Anstoß für das Projekt lieferte der ehemalige Ortsvorsteher Achim Rietz mit der Geschichte der Gemeinde Gausbach im Dritten Reich. Diese hatte er wiederholt in Vorträgen und in einem Buch mit dem Titel „Aufbruch in eine neue Zeit“ thematisiert. Beides fand in der Bevölkerung große Resonanz und ließ das Bedürfnis im Pfarrgemeinderat wachsen, ein deutliches Zeichen gegen Populismus und Extremismus zu setzen sowie gegen einen geschichtsvergessenen Nationalismus.

Zusätzlich zum bereits bestehenden Ehrenmal für die gefallenen Soldaten, dem Granitblock aus Kreuzen, ist eine zweite Bodenplatte auf dem Vorplatz der Kirche mit eingravierten Schriften geplant. Sie soll an die Opfer des Krieges und an die zivilen Opfer der NS-Diktatur erinnern. Gleiches gilt für Inschriften in der Vorhalle der Kirche.

Impulse durch Kunstwerke

Die Gestaltung sollen Inschriften mit Denkanstößen zum Thema „Frieden“ in den beiden Treppenaufgängen zum Gottesdienstraum ergänzen. In einem Treppenhaus werden die Zehn Gebote zu lesen sein, „als zeitlos gültige Grundlage für das friedliche Zusammenleben der Menschen“, betont Holler.

Im anderen Treppenhaus sollen die acht Seligpreisungen der Bergpredigt und die zwei Grundgebote der Gottes- und Nächstenliebe platziert werden, mit denen Jesus wegweisende Impulse zur Förderung des Friedens gegeben hat. Mit wechselnden Kunstwerken würde der Friedensweg nicht veralten, sondern es könnten neue Impulse gegeben werden, so Holler. Für Einwohner, Touristen und Wanderer, die auf dem Westweg unterwegs sind und an der Kirche vorbeikommen, würde ein besonderer Ort des Innehaltens entstehen.

Die Entwürfe sind gemacht, die Handwerker „stehen in den Startlöchern. Wir hoffen, dass es bald losgeht“, gibt sich Pfarrer Holler zuversichtlich.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

Zum Artikel

Erstellt:
11. Mai 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.