Der Daten-Schwerlastverkehr soll brummen

Rastatt (dm) – Der Ausbau der „Datenautobahn“, den der Landkreis vorantreibt, soll im März kommenden Jahres fertiggestellt sein. Er gilt vor allem auch als Standortfaktor für die Wirtschaft.

Der Breitband-Ausbau des Landkreises (wie hier in Durmersheim) ist auf der Spur. Trotz Pandemie müsse mit lediglich vier Wochen Verzögerung gerechnet werden, heißt es. Foto: Helmut Heck/Archiv

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Der Breitband-Ausbau des Landkreises (wie hier in Durmersheim) ist auf der Spur. Trotz Pandemie müsse mit lediglich vier Wochen Verzögerung gerechnet werden, heißt es. Foto: Helmut Heck/Archiv

Der Breitbandausbau des Landkreises Rastatt kommt mit nur leichtem Verzug fast zeitplanmäßig voran; nach derzeitigem Stand kann die „Datenautobahn“ mit vierwöchiger Verzögerung, also im März 2022, übergeben werden. Ungünstige Witterung und pandemiebedingte Materiallieferschwierigkeiten werden als Gründe genannt. Bisher seien 120 Kilometer Tiefbau ausgeführt und 96 Kilometer Glasfaser eingezogen worden. Bei den Kosten kommt man womöglich etwas unter der geplanten Summe heraus; die Prognose sieht hier am Ende einen von Bund und Land geförderten Investitionsaufwand von 40,45 Millionen Euro.

Wie geht es anschließend weiter? „Wir schaffen die Datenautobahn in der Erwartung, dass auch darauf gefahren wird“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Merkel im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags. Bisher wurden dem Bericht des Eigenbetriebs zufolge 1.731 Grundstückeigentümer angeschrieben und über die Möglichkeit eines kostenlosen Anschlusses informiert – davon nahmen bislang rund 1.400 das Angebot an, „Tendenz steigend“. Eine Spitzenquote in Baden-Württemberg, so Landkreis-Dezernent Mario Mohr, und ein positives Zeichen, wie Manuel Hummel (Grüne) feststellte – aber noch mit viel Luft nach oben, wie Merkel meinte.

„Ausbau-Strategie des Bundes gescheitert“

Was das eigene Hausanschluss-Management anbelangt, verdeutlichte Mohr, dass man hier eben eine Autobahn für den Daten-„Schwerlastverkehr“ baue. Will heißen: Für die Wirtschaft in erster Linie. Dies sei ein entscheidender Standortfaktor für die Wirtschaftsentwicklung in der Region und entscheidend für Unternehmen, die große Datenmengen transferieren müssen. Die Investition habe sich bereits gelohnt, so Mohr. Auch Schulen werden bedient. Für Abzweigungen von der Schwerlast-Datenautobahn in die Wohngebiete der Ortschaften (also Gemeindestraßen, um im Bild zu bleiben) sind indes die Kommunen gefragt.

Die weitere Perspektive: Künftig soll es auch ein Förderprogramm für „graue Flecken“ geben, da, wo kein privatwirtschaftliches Unternehmen ausbauen will, so Mohr. Dann müsse man als Landkreis entscheiden, wie man weiter verfahren will.

Aus seiner Sicht ist die Ausbau-Strategie des Bundes jedenfalls gescheitert, da der Privat-Ausbau des Breitbands versagt habe und die öffentliche Hand als Investor eingreifen müsse. Dann aber kämen andere Anbieter und schöpften den geschaffenen Mehrwert ab. Den „Schwerlastverkehr“ indes, so der Dezernent, „den bedienen nur wir“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
22. Oktober 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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