Der Fokus liegt auf Rennen noch in diesem Jahr

Iffezheim (vo) – Erneut kommt Bewegung in das Ringen um die Rennbahn: Mit der Interessengemeinschaft Rennclub Iffezheim hat sich ein weiterer Interessent für die Übernahme der Anlage gemeldet.

Dass die Anlage mit Pferderennen allein wirtschaftlich nicht betrieben werden kann, weiß die neue Initiative. Deshalb soll ein Gesamtkonzept erarbeitet werden. Foto: Florian Krekel/Archiv

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Dass die Anlage mit Pferderennen allein wirtschaftlich nicht betrieben werden kann, weiß die neue Initiative. Deshalb soll ein Gesamtkonzept erarbeitet werden. Foto: Florian Krekel/Archiv

Bis Ende des Monats will sie ein entsprechendes Konzept vorlegen, wie der Sprecher der Initiative, Jürgen Langrock, am Dienstag sagte. Nach dem Rückzug von Baden Racing brennt die Frage eines Weiterbetriebs der traditionsreichen Veranstaltungen auf den Nägeln. Die Zeit drängt, sollen spätestens im Herbst wieder Rennen auf der Iffezheimer Bahn stattfinden. Die neue Initiative, der nach Aussage von Langrock eine Reihe erfahrener Galopp-Enthusiasten angehört, will dieses ambitionierte Ziel dennoch erreichen. „Darauf liegt derzeit unser Fokus“, sagte Langrock am Dienstag im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Der Landwirt, passionierte Züchter und Pferdebesitzer aus dem Oberbergischen Land rechnet mit rund 200.000 Euro, die dafür aufgebracht werden müssten. Hierfür bedürfe es eines belastbaren Finanzkonzept, erklärt der 56-Jährige.

In den vergangenen Wochen hätten dementsprechend Gespräche stattgefunden, unter anderem mit dem Iffezheimer Bürgermeister Christian Schmid. „Es ging zunächst darum, uns ein umfassendes Bild zu verschaffen und die Rahmenbedingungen auszuloten, in denen Rennen stattfinden können“, so Langrock. Sollten sich diese als realisierbar erweisen, wäre die Gründung einer Betreibergesellschaft als GmbH und Co. KG der nächste Schritt. Die dort von den Kommanditisten eingelegten Gelder stünden ausschließlich für den Neuaufbau zur Verfügung.

Ziel: Auch unterjährig Einnahmen generieren

Dass die Anlage mit Pferderennen allein wirtschaftlich nicht betrieben werden kann, weiß die neue Initiative. Mittel- bis langfristig soll deshalb ein Gesamtkonzept erarbeitet werden mit zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten, etwa gastronomischer Art, aber auch für anderweitige Veranstaltungen. Ziel müsse es sein, auch unterjährig Einnahmen zu generieren. „Hier stehen wir aber noch am Anfang“, betont Langrock, wohlwissend, dass dieses Konzept letztendlich einer Prüfung durch die Gemeinde Iffezheim, der Eigentümerin der Rennbahn, standhalten muss.

Die Interessengemeinschaft glaubt, mit dem Trainer- und Jockey-Verband sowie dem Verein Deutscher Besitzertrainer zwei starke Verbände hinter sich zu haben. Hier scheint es jedoch unterschiedliche Interpretationen zu geben. Beide seien nicht Mitglied der Gemeinschaft und stünden auch nicht hinter der Initiative, erklärten sie gegenüber dem BT. Detlef Kaczmarek, Geschäftsführer des Besitzertrainervereins, sagte, er wisse zwar um das Engagement der Gruppe in Iffezheim, der Verein sei aber keine treibende Kraft. Zumal eine finanzielle Unterstützung mit gerade Mal rund 8.000 Euro Mitgliedereinnahmen, die dem Verein pro Jahr zur Verfügung stünden, ebenfalls keine Option sei.

Ähnlich äußerte sich der Trainer- und Jockeyverband. Auch dort sei man sehr an einem Fortbestehen der Rennbahn in Iffezheim interessiert. „Jedoch hat der Verband Herrn Langrock nicht beauftragt, im Namen der Interessengemeinschaft Iffezheim Möglichkeiten für den Fortbestand der Rennbahn zu sondieren“, ließ die Verbandsvorsitzende Erika Mäder in einer Stellungnahme wissen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Jürgen Volz

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Erstellt:
17. Februar 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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