Der Hund als bester Freund von NHL-Stars

Baden-Baden(mi) – Während der Saison-Aussetzung in der Eishockey-Profiliga NHL haben sich viele hochbezahlte Profis wie der deutsche Topscorer Leon Draisaitl die freie Zeit mit einem Hund vertrieben.

Lindsey Vonn und ihr Verlobter P.K. Subban zählen zu den prominenten Hundefreunden.Foto: Hunger/AP.

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Lindsey Vonn und ihr Verlobter P.K. Subban zählen zu den prominenten Hundefreunden.Foto: Hunger/AP.

Lindsey Vonn kommt kaum zu Wort: Ihr Verlobter P.K. Subban, der auch als begnadeter Trash Talker auf dem Eis berüchtigt ist, lässt ihr in dem Videoclip nicht die geringste Chance, ihre Divenhaftigkeit auch nur annähernd in Szene zu setzen. Der Eishockey-Starverteidiger der New Jersey Devils quatscht in einem Redeschwall drauflos, während die frühere Ski-Alpin-Ikone damit beschäftigt ist, ihren geliebten kleinen Hund wohl behütet im Arm zu halten.
Bei Subbans ekstatischen Ausholbewegungen kriegt der Mini-Vierbeiner prompt einen Stups auf die Nase. Ab und zu darf Vonn eine Frage stellen, worauf der dunkelhäutige Eishockey-Crack zum nächsten Monolog ansetzt. Was das Schönste in seiner Freizeit wegen der Corona-bedingten NHL-Spielpause für ihn ist? „Ich genieße mexikanisches Essen mit viel Käse drauf.“

Seine Gegenfrage an die Allerliebste, was denn das Schlimmste in Zeiten wie diesen für sie sei: „Mein Laktose-Problem.“ Als Obermacho Subban darauf zu sprechen kommt, wie er im Bett um Beinfreiheit, Laken und anderes kämpft, kriegt die Blondine ganz große Augen. Der Cut rettet die nächste Peinlichkeit. Die Übungen, die das US-Sportprominentenpaar Nummer eins in einem anderen Clip zur Schau stellt, werden zum Glück nicht im Bett vorgeführt. Die Kraft- und Fitnessübungen sollen der zahlreichen Fangemeinde ihre makellosen Körper präsentieren.

P.K. Subban ist nur einer von vielen NHL-Stars, die der Eiszeitlosigkeit und letztlich auch Langeweile infolge der Saison-Aussetzung mit steter Präsenz in den sozialen Medien begegnen. Nicht nur Subbans Herzdame Vonn ist dabei auf den Hund gekommen.

So vergnügt sich Marc-Edouard Vlasic von den Jose Sharks mit seinem Golden Retriever beim Stand-Up-Paddling malerisch auf einem menschenleeren See. Torwart Matt Murray von den Pittsburgh Penguins ließ seine zwei Neufundländer Schilder um den Hals tragen, auf denen die weltweit führenden Botschaften während der Pandemie, „Stay home“ („Bleibt daheim“) und „Stay safe“ („Bleibt gesund“), geschrieben stehen.

Mit dem Puck ausgetrickst

Auch drei deutsche NHL-Profis outen sich als Hundenarren. Superstar Leon Draisaitl trickst mit Schläger und Ball im Wohnzimmer seinen süßen kleinen Cavapoo Bowie wie sonst nur die Gegner auf dem Eis aus. Statt einem Check als Reaktion wird er zur Belohnung von Bowie auch noch nach allen Regeln der Hundekunst im Gesicht abgeschleckt. Zum Glück übertragen Hunde kein Coronavirus.

Seinem treuesten Freund attestiert der beste Scorer der besten Eishockey-Liga der Welt: „Er ist auf jeden Fall einer der besten Verteidiger, gegen die ich jemals gespielt habe.“ Dass das eintönige Training im eigenen Haus die tierische Beziehung stärkt, hat der 24-Jährige erkannt: „Ich habe jetzt viel mehr Zeit für ihn. Er ist der Einzige, dem die Auszeit hier gefällt.“

Thomas Greiss von den New York Islanders belässt es auch nicht beim Gassi-Gehen. Sein Vierbeiner wird beim Bizeps-Training wie sonst Hanteln und Gewichte in die Höhe gestemmt. Im Übrigen outete sich der Torwart auch als großer Menschenfreund. Gerade den so vielen im Schmelztiegel New York in Not geratenen Menschen bot er seine persönliche Hilfe an. Er schrieb: „Wenn ihr Probleme habt, euch das Essen, das Klopapier oder andere Dinge ausgehen, dann geht bitte nicht mit einem leeren Magen ins Bett oder macht euch Sorgen. Habt keine Angst oder Scham. Sendet mir einfach eine private Nachricht. Die Greiss-Familie.

Bergtouren in den Rocky Mountains

“Philipp Grubauer von den Colorado Avalanche genießt zwar die anspruchsvollen Bergtouren in der Höhenluft der Rocky Mountains mit seinem Hund, zum Trainingspartner eignet sich Leo freilich kaum, wie der Torwart zu berichten weiß: „Er liegt eigentlich nur faul auf der Couch.“

Der Schwede Hampus Lindholm aus Anaheim hat es nicht so sehr mit Tieren, dafür schwingt er umso lieber den Kochlöffel. Wie er in der Küche mit seinem Eishockey-Schläger die Speisen in der Pfanne wendet, bekäme auch in „Das perfekte Dinner“ Höchstnoten. Fast schon als künstlerisch hochwertiger Fünf-Sterne-Koch outet sich der Verteidiger, wenn er Salz über seinen mächtigen Unterarm auf die zubereitete Köstlichkeit rieseln lässt. Johann Lafer würde vor Neid platzen.

Trainer Todd McLellan von den Los Angeles Kings beschreibt derweil die Zwickmühle, in der sich er und viele seiner Liga-Kollegen angesichts der Ungewissheit befinden: „Vieles steht in den Sternen. Ich bringe an einem Tag etwas zu Papier, um am nächsten Tag die Seite umzublättern und genau das Gegenteil zu formulieren.“ Nach dem beschlossenen Hauptrunden-Abbruch braucht McLellan nichts mehr zu Papier bringen, die Kings sind definitiv ausgeschieden. McLellan, sein Assistent Marco Sturm – der frühere Bundestrainer – und die Cracks genießen bereits den Urlaub.

In der Natur liegt die Kraft, die die Alltagssorgen vertreiben kann. Doch auch sie hat ihre Tücken, wie Trainerkollege Dave Tippett von den Edmonton Oilers bei ausgedehnten Wandertouren in seiner Heimat in Arizona feststellte. „Bis auf die Tatsache, dass ich schon ein paar Klapperschlangen begegnet bin, war alles okay“, berichtete er. Überleben ist in Zeiten von Corona eben allerorten das Wichtigste.


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