Der „Mobipakt“ – eine neue Marke

Rastatt (ema) – Mehr als 400 Ideen haben Bürger im Beteiligungsprozess für den Mobilitätspakt beigesteuert. Die Partner haben nun weitere Maßnahmen angekündigt.

Auf der Bahnhofstraße zwischen Postplatz und Bahnhof sollen im Sommer zeitlich begrenzt Umweltspuren für Radfahrer und Busse markiert werden. Foto: Egbert Mauderer

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Auf der Bahnhofstraße zwischen Postplatz und Bahnhof sollen im Sommer zeitlich begrenzt Umweltspuren für Radfahrer und Busse markiert werden. Foto: Egbert Mauderer

Ganz langsam nimmt der Rastatter Mobilitätspakt Fahrt auf. Nach Abschluss des Bürgerbeteiligungsverfahrens versuchen die Projektbeteiligten jetzt, die Anregungen von Bürgern aufzugreifen und mit Vorschlägen der Arbeitsgruppen zusammenzuführen. Dabei will man auch manches Projekt mit Versuchscharakter angehen, etwa eine „Umweltspur“ auf der Bahnhofstraße in Rastatt.

Im Januar vergangenen Jahres hatten die Stadt, das Verkehrsministerium sowie zehn weitere Partner aus Verwaltungen, Wirtschaft und Verkehr den Mobilitätspakt unterzeichnet. Übergeordnetes Ziel: die Verbesserung der Verkehrssituation im Wirtschaftsraum Rastatt. Ein Thema, das in der Bevölkerung offenbar einen Nerv trifft. Im Beteiligungsverfahren waren 409 Ideen sowie fast 100 Kommentare eingegangen. Natürlich lasse sich davon nicht alles umsetzen, wie der Rastatter Bau-Bürgermeister Raphael Knoth in einer ersten Bilanz des Prozesses erklärte. Anderes wiederum, so der Planungsdezernent im Landratsamt, Mario Mohr, könne relativ zügig gehen. So habe man etwa den Wunsch nach Einführung eines Ruf-Taxis zur besseren Anbindung der Murgtal-Dörfer Lautenbach und Michelbach umgesetzt, erklärte Mohr als Sprecher der Arbeitsgruppe Umweltverbund, eine von vier AGs.

Umweltspur in der Bahnhofstraße

Als eine Art Pilotprojekt stellte die Stadtverwaltung die „Umweltspur“ zwischen Bahnhof und Post-Platz vor. Während der Sommerferien will man in dem Abschnitt Markierungen vornehmen, um einen eigenen Streifen für Radfahrer und Busse zu schaffen. Bürgermeister Knoth verspricht sich dadurch nicht nur Verbesserungen bei der Lärmbelastung, die trotz des Tempo-30-Limits nach wie vor hoch sei. Er könnte sich auch vorstellen, dass die Aufenthaltsqualität in der Ortsdurchfahrt steigt.

„Noch ganz am Anfang“ steht die Arbeitsgruppe „Motorisierter Individualverkehr/Güterverkehr“. Als Beispiele für erste kleine Schritte wurden eine Spielstraße im Neubaugebiet Baldenau sowie Optimierungen bei Ampelschaltungen und bei der Markierung von Halteverboten genannt.

Mit im Boot sind auch die drei Rastatter Firmen Mercedes-Benz, Siemens und Getinge. Alexander Klepp vom Rastatter Benz-Werk skizzierte jetzt die nächsten Schritte des Unternehmens: Elsass-Bus zur Verbesserung des Pendlerverkehrs, Mitfahrgemeinschafts-App, Jobticket, Einbeziehung des bereits im Rastatter Stadtgebiet verbreiteten Fahrradleihsystems „Next Bike“ sowie die Verlegung einer Bushaltestelle auf das Werksgelände.

Bürgermeister Raphael Knoth sieht die Chancen des Mobilitätspakts in der Strukturierung und den engen Abstimmungen unter den Prozessbeteiligten. An den Bürgern will man weiter dran bleiben, über Kampagnen, Foren und im Internet.

Der „Mobipakt“ als Marke soll über die Jahre ein „Grundrauschen“ erzeugen, um den Bewusstseinswandel hin zu kurzen Wegen und einer Reduzierung von motorisiertem Individual- und Güterverkehr zu fördern.

Michael Schneider 16.05.202113:49 Uhr

#UmweltspurinderBahnhofstraße
Dann kann man/frau den Busfahrplan ganz über Bord werfen! Erst dürfen die Busse nur noch 30km/h fahren und dann noch hinter Fahrrädern rumzuckeln!? Da wird die Pünktlichkeit, die beim nächsten Umsteigen benötigt wird, wohl komplett "geopfert"!!!


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