Der Peru-Tag bleibt ein Leuchtturmprojekt

Bühl (hes) – Das Mit- und Füreinander prägt auch die 36. Ausgabe in Pfarrei St. Peter und Paul., die noch nie in einer solchen Form stattgefunden hat.

Die peruanischen Spezialitäten, vom Kochteam der Pfarrei lecker zubereitet, waren in kürzester Zeit verkauft. Foto: Herrmann Seiler

© hes

Die peruanischen Spezialitäten, vom Kochteam der Pfarrei lecker zubereitet, waren in kürzester Zeit verkauft. Foto: Herrmann Seiler

Der Peru-Tag der Bühler Pfarrei St. Peter und Paul ist seit Jahrzehnten ein Leuchtturmprojekt. Sein Licht strahlt über Kontinente hinweg in die Partnergemeinde Nuestra Senora de la Esperanza („Unsere Frau von der Hoffnung“) im peruanischen Lima und hilft Menschen in Not zu mehr Lebensqualität. Deren Dankbarkeit wiederum ist sehr groß.

Das harmonische, zugleich sehr engagierte Mit- und Füreinander prägte am Sonntag auch die nunmehr 36. Ausgabe dieser sozialen Initiative, welche in dieser Form so noch nie stattgefunden hat. Vielleicht konnte der eine oder andere Gottesdienstbesucher einmal nachempfinden, unter welchen schwierigen Bedingungen Menschen in der Partnergemeinde leben. Zum Leitgedanken wurde das Jahresmotto der Seelsorgeeinheit erkoren: „... damit ihr Hoffnung habt!“ (erster Petrusbrief).

Lob für alle Beteiligten

Zu Beginn des Wortgottesdienstes mit Kommunionfeier, gestaltet vom Peru-Kreis unter der Leitung von Pastoralreferent Nikolaus Wisser, zeichnete Perukreis-Leiterin Christiane Maurer ein sehr eindrückliches Bild über die derzeitige Situation in der peruanischen Partnergemeinde im Jahr der Pandemie. Worte des Lobes und der besonderen Anerkennung von Maurer gab es für die verschworene Gemeinschaft der Helferinnen und Helfer. So für die seit vielen Jahren engagierten Köchinnen und Köche von peruanischen Spezialitäten ebenso wie für die zahlreichen Gönner und Sponsoren. Der Dank Maurers galt auch der kleinen Besetzung aus der Pfarreiband „kreuzundkwer“ für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung des Wortgottesdienstes und den Ministranten.

Erfreulicherweise sind es mehrere Gruppierungen der Pfarrei, die sich im großen Team für das „Gemeinschaftswerk“ Peru-Tag engagieren. Der Predigtdialog, den Referendarin (Theologie) Sandra Nowak und Pastoralreferent Nikolaus Wisser führten, war „Motivation, Hoffnungszeichen und ein Hoffnungsanker“, ehrlich und überzeugend. Ausgehend von ihrem Referendariat an der Realschule Baden-Baden, das Sandra Nowak im Februar nicht beginnen konnte, weil Schüler nicht zum Präsenzunterricht in die Schule gehen durften, waren sodann weitere Themen „der Glaube, als der Zwillingsbruder der Hoffnung“ oder „welchen Stellenwert hat der christliche Glaube bei den Mitgliedern der peruanischen Partnergemeinde“.

Hoffnungszeichen setzen in ihrem Predigtdialog Referendarin Sandra Nowak und Pastoralreferent Nikolaus Wisser. Foto: Herrmann Seiler

© hes

Hoffnungszeichen setzen in ihrem Predigtdialog Referendarin Sandra Nowak und Pastoralreferent Nikolaus Wisser. Foto: Herrmann Seiler

Sukzessive führte der Dialog hin zum Fastentuch, das im Chor der Bühler Münsterkirche zu sehen ist. Das Fastentuch wurde bereits vor vielen Jahren künstlerisch geschaffen von Gruppierungen der Bühler Pfarrei und von Mitgliedern aus der peruanischen Partnergemeinde. Es weist den Betrachter auf zahlreiche Hoffnungszeichen hin.

So etwa mit dem Bild von der Rettung Mose, den die Mutter in einem Binsenkörbchen im Nil aussetzte. Der Prophet wurde einst zum größten Hoffnungsträger. Als von Gott Beauftragter führte er das Volk der Israeliten in einer vierzig Jahre währenden Wanderschaft aus der ägyptischen Sklaverei.

Worte wie Glaube, Hoffnung, Liebe, prägten das abschließende Fazit von Nikolau Wisser: „Auch für uns wird es nach der Pandemie kein einfaches Zurück zu unserem bisherigen Leben geben können. Das würde unsere Schöpfung nicht mehr lange verkraften. Bleiben wir im Vertrauen auf Gottes Beistand und Liebe zuversichtlich und dankbar. Bewahren wir unsere Glauben und unsere Hoffnung als Zeichen der Geschwisterlichkeit, als Fundament der Verbindung zwischen unseren Partnergemeinden. Träumen und beten wir, dass sich immer mehr Menschen für unser gemeinsames Haus der Schöpfung Gottes einsetzen!“

Peruanische Gerichte

Indessen im sakralen Raum das „kreuzundkwer“-Quartett das postludium (musikalisches Nachspiel zum Auszug) intonierte, herrschte vor dem Kirchenhauptportal auf dem Rathausplatz bereits geschäftiges Treiben. Traditionell zum Peru-Tag boten versierte Köchinnen und Köche aus fünf Familien der Pfarrei an den von Werner Maurer hierfür vorbereiteten Tischen köstliche peruanische Gerichte an – zum „Schnäppchenpreis“: eine „Sopa Tomata mit Quinua“, „Estofada“ (Rindsragout, Erbsen, Rosinen), „Garbanzos“ (Kichererbsen-Eintopf), „Tallarinas con verdurus y feta“ (Nudeln, Gemüse, Feta) und leckere „Abondigas en Salsa de Tomata“ (Fleischbällchen in Tomatensoße).

Insgesamt 75 Portionen waren es, die im Minutentakt verkauft waren. Der Erlös kommt im vollen Umfang der peruanischen Partnergemeinde zugute. Geistlicher Rat Pfarrer Edwin Höll spendete ein größeres Kontingent köstlicher Kappler Marmelade, die ebenfalls ihre Abnehmer fand.

Zum Artikel

Erstellt:
9. März 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.