Der Unimog feiert seinen 75. Geburtstag

Von Elke Rohwer

Gaggenau (er) – Er ist das berühmteste Kind der Stadt Gaggenau: der Unimog: Rund 1.300 Besucher kamen am Samstag zur Ankunft des Jubiläums-Korsos zum 75-Geburtstag des Universalmotorgeräts.

Der Unimog feiert seinen 75. Geburtstag

Die Fahrzeuge auf der B462 kurz vor der Ankunft: Zeitweise blockieren sie den rechten Fahrstreifen in Richtung Gaggenau. Foto: Elke Rohwer

Das Eintreffen der 75 Unimog, die sich im Korso am Samstagvormittag auf den Weg von Wörth nach Gaggenau gemacht hatten, war der Startschuss für das Festwochenende zum 75. Unimog-Jubiläum. Die Vorfreude und Anspannung war groß. Zahlreiche Besucher hatten sich schon am späten Vormittag auf den Weg zum Unimog-Museum gemacht und bildeten lange Schlangen vor der Kasse. Rund 1.300 Besucher waren es am Samstag. Gegen 12.30 Uhr war es dann endlich soweit.

Angeführt wurde der Korso vom U5-Prototyp, ausgestattet mit der Startnummer 0. 180 Unimog-Besitzer hatten sich für die Teilnahme an der Jubiläumsfahrt beworben. Die Corso-Teilnehmer repräsentierten ein breites und sehenswertes Spektrum. Oberbürgermeister Christof Florus ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und war in einem seltenen Modell des Unimog 404 S als Doppelkabiner Cabrio mitgefahren. Dr. Ralf Forcher, verantwortlich für den Bereich Mercedes Benz Special Trucks, saß persönlich am Steuer eines U5000 Cabriolet.

Nach und nach rollten die Unimog auf das Freigelände hinter dem Museum, wo sie ihre Plätze einnahmen. Freude, aber auch Erleichterung stand den Fahrern ins Gesicht geschrieben. „Der Korso hat Spaß gemacht. Viele Leute haben uns zugewunken. Alle Fahrzeuge sind angekommen, es gab keine größeren Zwischenfälle, alles hat sehr gut geklappt“, resümierte Rainer Hildebrandt, Vorsitzender des Unimog-Club Gaggenau, der mit einem U400 unterwegs war. „Zwei Kreuzungen hatten wir auf der Strecke, zum einen auf der B3 bei Neumalsch und auf der B462.“

„Unimog ist eine ganz besondere Marke“

Im Anschluss begrüßten Ralf Forcher und Martin Daum, Vorstandsmitglied der Daimler AG und verantwortlich für die Geschäftsfelder Daimler Trucks und Daimler Buses, die Anwesenden im Festzelt. „Unimog ist eine ganz besondere Marke. In meinem Schwarzwald-Urlaub habe ich kein Dorf gesehen, in dem nicht irgendwo ein Unimog steht“, sagte Daum, der von 2003 bis 2009 den Unimog-Bereich leitete.

Auch Forcher zeigte sich beeindruckt von der Marke Unimog. „Wir haben über 400.000 Fahrzeuge verkauft, die überall im Einsatz sind. Und fragt man, wie lange ein Unimog hält, so antworte ich: Wir wissen es nicht, wir produzieren ihn erst sein 75 Jahren.“

Anschließend sprach Forcher Martin Daum auf die vorgesehene Trennung des Lkw-Sektors vom Pkw-Bereich an. „Es ist keine böse Scheidung“, so Daum, „es ist vielmehr wie bei Geschwistern, die unterschiedliche Leben leben und dadurch besser unter verschiedenen Dächern leben wollen.“ Zum Thema CO2-freie Unimogs meinte Daum: „Herr Forcher, da beneide ich Sie nicht. Das ist eine wirkliche Herausforderung. Aber ich bin zuversichtlich, dass Sie hier eine Lösung finden werden.“

„Es gab nie einen Stillstand in der Entwicklung“

Danach betrat OB Florus die Bühne. „1948 war mein Vater in Hohenheim, 1949 bei Böhringer, 1951 kam meine Familie nach Gaggenau. Ohne Unimog wäre ich heute nicht da.“ Wie ihn bewegte das 75-Jahre- Jubiläum viele Fans, so auch Fritz Rexer aus Bad Liebenzell. Er war vor 25 Jahren beim 50. Geburtstag im Gaggenauer Benz-Werk dabei und ließ es sich nicht nehmen, am Wochenende wiederzukommen. „Beim Unimog gab es nie einen Stillstand in der Entwicklung. Natürlich sind die modernen Fahrzeuge beeindruckend, aber man darf nicht vergessen, dass die alten Modelle auch gut waren und immer noch sind“, betonte der 82-Jährige.

Die Familie Auwerter aus dem Kreis Calw ist Fan des Unimog. Die Brüder Hans-Peter, Lorenz und Friedmann hatten sich einst einen U411 gekauft und ihn aufwendig mit ihren Kindern komplett restauriert. Beim Corso mitgefahren ist die Familie mit dem Anhänger vom Großvater. „Als wir die Chance bekommen haben mitzufahren, haben wir nicht lange gezögert. Für uns ist das etwas ganz Besonderes.“