Der Wahlkampf-Wanderer

Forbach (stj) – Seit 14. Februar ist Bürgermeisterkandidat Mathias Fey täglich in Forbach unterwegs.

Hofft am Wahl-Sonntag auf 51 Prozent: Bürgermeisterkandidat Mathias Fey. Foto: Stephan Juch

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Hofft am Wahl-Sonntag auf 51 Prozent: Bürgermeisterkandidat Mathias Fey. Foto: Stephan Juch

Sein Wahlkampf-Programm steht symbolisch für die Stärken, die er in der Gemeinde sieht: Eine reizvolle Kulturlandschaft, paradiesische Wanderwege, lebendige Ortsteile, offenherzige Menschen. Seit 14. Februar ist Mathias Fey jeden Tag vor Ort, um als Bürgermeisterkandidat auf Schusters Rappen für sich zu werben. Als „Wahlkampf-Wanderer“ lerne er die Gemeinde viel besser kennen – und ihre Bürger, auf deren Stimme er am Sonntag, 13. März, hofft.

Der Pressetermin zu seinem Wahlkampf führt Fey am Mittwochabend an die Festhalle in Gausbach, wo ihm gewahr wird, welche Herausforderungen auf ihn warten könnten. Mit dem örtlichen Turnverein wird im Kräuter- und Sagendorf ein Traditionsverein aufgelöst (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite), der für Generationen im Ort über Jahrzehnte hinweg viel mehr war als nur eine sportliche Heimat. Das wird im Gespräch mit zwei Mitgliedern deutlich, die auf die Glanzzeiten der Handballer zurückblicken und die jüngste Entwicklung bedauern.

„Heute ist es gut gelaufen“

Als Bürgermeister wolle der 57-Jährige ehrenamtlich Tätige noch bewusster stärken, um solch traurige Entwicklungen wie aktuell in Gausbach möglichst zu vermeiden. Damit das gelingen kann, sei ein kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur erforderlich. Dabei sei man wiederum auf Fördergelder angewiesen. Um diese zu generieren, verfüge der in Bad Wildbad wohnhafte Handwerksmeister über gute Kontakte – nicht zuletzt durch seine beruflichen und seine kommunalpolitischen Tätigkeiten (Gemeinderat in Dobel).

„Heute ist es gut gelaufen“, zeigt sich der Familienvater am Mittwoch zufrieden. Bürger im Viehläger hätten ihn kontaktiert, woraufhin er spontan einen Abstecher nach Hundsbach unternahm. Dort verteilt er seine Flyer genauso wie in allen anderen Ecken der Gesamtgemeinde. Muskelkater habe er schon mehrfach gehabt in den knapp vier Wochen, die Mathias Fey nun Klinken putzt. Täglich sei er ab 11 Uhr im Einsatz. Auf die Sozialen Medien verzichte er bei seinem Wahlkampf ganz bewusst, wie er betont: „Ich will die Leute kennenlernen, persönlich mit ihnen ins Gespräch kommen.“

Die meisten begegneten ihm positiv, seien aufgeschlossen, vielfach verspüre er Unterstützung und sehe sich gestärkt in seinem Glauben, der Richtige für Forbach zu sein. Allerdings sei er vereinzelt auch abweisenden Stimmen begegnet, etwa von Wählern, die ihr Kreuz per Briefwahl schon gemacht haben. Angesichts der Konkurrenz um den Chefsessel im Rathaus glaubt der 57-Jährige an einen zweiten Wahlgang; persönlich hofft er „auf 51 Prozent: Ich wünsche mir das.“ Die Tatsache, dass Mathias Fey von keiner der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen unterstützt wird, sieht der Handwerksmeister nicht als Nachteil. In den zahlreichen Bürgergesprächen sei vielmehr der Eindruck entstanden, dass sich viele in Forbach einen wirklich unabhängigen Kandidaten wünschten – auch im Blick auf die Erfahrungen von vor acht Jahren.

Fey unterstreicht Unabhängigkeit

Unabhängig sei Fey auch bei seinem Wahlkampf unterwegs, den er seit Januar vorbereitet habe. Zunächst habe er mit ortsansässigen Betrieben gesprochen und die Routen geplant, auf denen er seit 14. Februar um die Gunst der Wähler buhlt. Finanzielle Unterstützung bekomme er dabei keine, die 2.000 Flyer verteile er allesamt selbst, beim Aufhängen der 30 Plakate haben ihm zwei seiner Söhne (16 und 21) geholfen. Am Wahlsonntag werde er ab circa 15 Uhr vor Ort sein, mit der Familie essen gehen und dann in Richtung Murggarten aufbrechen, wo gegen 19 Uhr das Ergebnis verkündet wird.

Ihr Autor

BT-Redakteur Stephan Juch

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Erstellt:
10. März 2022, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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