Der Waldhägenich ist im Bewerberkurs gestiegen

Von BNN-Redakteur Wilfried Lienhard

Bühl (BNN) – Das Interesse an der Stelle eines Schutzgebietsbetreuers für das Schutzgebiet Waldhägenich bei Bühl ist deutlich gestiegen. Grund ist wohl eine Änderung in der Stellenbeschreibung.

Der Waldhägenich ist im Bewerberkurs gestiegen

Winter im Schutzgebiet: Im Waldhägenich stehen seit 1989 insgesamt 547 Hektar unter Schutz, teils als Naturschutz- und teils als Landschaftsschutzgebiet. Foto: Wilfried Lienhard

Spätestens im Sommer soll laut Barbara Thévenot die Stelle des Schutzgebietsbetreuers für das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Waldhägenich wieder besetzt sein. Die Abteilungsleiterin Stadtentwicklung berichtet auf Anfrage der Redaktion von einem großen Interesse an dieser Aufgabe: „Wir haben erfreulich viele Bewerbungen erhalten.“

Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am 20. Februar seien im Rathaus etwa 15 Bewerbungen aus ganz Baden-Württemberg eingegangen. Das sind deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Das gestiegene Interesse ist leicht zu erklären: Bislang handelte es sich um eine Halbtagesstelle, nun wird eine Vollzeitstelle daraus. Zu der bei der Naturschutzstiftung angesiedelten Halbtagsstelle des Rangers kommen weitere 50-Prozent hinzu, die allerdings bei der Stadt angegliedert werden.

Das macht das Besetzungsverfahren ein klein wenig aufwendiger. Nach der bundesweiten Ausschreibung werden fünf Bewerber zu Gesprächen ins Rathaus eingeladen; die ersten finden bereits in dieser Woche statt. Anschließend stellt sich ein engerer Kandidatenkreis beim Stiftungsvorstand vor. „Da sie jeweils eine halbe Stelle tragen, entscheiden Stiftungsvorstand und Gemeinde am Ende gemeinsam über die Besetzung“, sagt Thévenot. Die Aufspaltung in zwei Aufgabengebiet sei kein Problem, die Bewerber seien durchweg für beide Bereiche qualifiziert.

Stadt treibt Verfahren zügig voran

Eine Verzögerung bei der Stellenbesetzung erwartet Thévenot nicht. Natürlich müsse der oder die neue Rangerin sich auch mit dem bisherigen Arbeitgeber einigen. „Wir hoffen, dass es so schnell wie möglich geht“, sagte die Abteilungsleiterin. Bei der Stadt werde das Verfahren jedenfalls zügig vorangetrieben.

Seit 1989 stehen im Waldhägenich 547 Hektar unter Schutz. Nahezu zeitgleich ist die Naturschutzstiftung Waldhägenich entstanden. Sie entschädigt Landwirte für Einschränkungen und finanziert Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung des Gebiets. Im Vorstand sitzen Vertreter von Landwirtschaft, Naturschutz, Politik und Verwaltung. Dazu zählt auch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Seit 1992 wird das Natur- und Landschaftsschutzgebiet hauptamtlich betreut.

Stelle eines „Kümmerers“ soll bald folgen

Rund ein Vierteljahrhundert lang hatte Joachim Doll diese Aufgabe übernommen. Sein Nachfolger Matthias Mößner hörte bereits nach einem Jahr wieder auf, nachdem er in Bayern eine attraktive Vollzeitstelle gefunden hatte. Bei den Überlegungen für die Nachfolge war rasch klar, dass für Nachhaltigkeit eine Veränderung her musste. Erste städtische Überlegungen zielten gemeinsam mit der Nachbargemeinde Bühlertal auf Aufgaben in der Landschaftsentwicklung, auch mit Blick auf das Landschaftsschutzgebiet Bühlertal, das östlich der ehemaligen Bundesstraße 3 beginnt. Zwischenzeitlich entschied sich Bühlertal aber für eine eigenständige Lösung. Die Stelle eines „Kümmerers“, so Bürgermeister Hans-Peter Braun (CDU), werde demnächst ausgeschrieben, einige „interessante Gespräche“ seien schon geführt worden.

Nun stemmt die Stadtverwaltung Bühl die Aufgabe alleine. In der Landschaftsentwicklung scheint es Arbeit genug zu geben. „Hierzu gehört zum Beispiel, dem Trend brachfallender Rebflächen entgegenzutreten“, hatte die Stadtverwaltung erst im Januar dieses Jahres in einer Pressemitteilung geschrieben. Im Waldhägenich selbst wacht der Schutzgebietsbetreuer unter anderem darüber, dass die Verordnung eingehalten und die Bevölkerung durch Führungen für die schutzwürdigen Tiere und Pflanzen sensibilisiert wird. Er ist Ansprechpartner für Landwirte und alle weiteren Nutzer. Daneben übernimmt er Maßnahmen zur Pflege und inhaltlichen Weiterentwicklung des Natur- und Landschaftsschutzgebiets.

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