Der Zitronenbaum geht bis heute um den Globus

Pforzheim (of) – Vor 25 Jahren erschien der Song „Lemon Tree“ von Fools Garden. Das Lied mit dem Zitronenbaum im Titel prägt bis heute die Geschichte der Band.

Hat 1995 in 20 Minuten einen Welthit komponiert: Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler. Foto: Hans-Joachim Of

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Hat 1995 in 20 Minuten einen Welthit komponiert: Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler. Foto: Hans-Joachim Of

Manche Bands wären froh, wenn ihnen ein solches „One-Hit-Wonder“ gelingen würde. Wer kennt sie nicht, die eingängigen Anfangszeilen, die mit „I’m sitting here in a boring Room, it’s just another rainy Sunday Afternoon“ beginnen und einen jungen, gelangweilten Mann, der auf seine Freundin wartet, beschreiben? „I’m wasting my time, I got nothing to do, I’m hanging around, I’m waiting for you.“ Das alles geschah im Jahre 1995. Der Song heißt „Lemon Tree“, entstammt dem zweiten Album „Dish of the Day“, und die Formation aus dem Ländle heißt natürlich „Fools Garden“ (frühere Schreibweise „Fool’s Garden“).

Der in Pforzheim geborene Frontmann Peter Freudenthaler – der am 19. Februar 58 Jahre jung wird – studierte zu dieser Zeit in Stuttgart Medientechnik und jobbte in Karlsruhe bei Musik-Schlaile in der Kaiserstraße. Da auch Gitarrist Volker Hinkel (55) aus Weil der Stadt an der gleichen Universität eingeschrieben war, hatten sich die beiden bereits 1991 kennengelernt, die Band „Fools Garden“ gegründet und eine gleichnamige Promo-CD aufgenommen. Als sich Freudenthaler vier Jahre später ans Klavier setzte und innerhalb von 20 Minuten das Lied vom Zitronenbäumchen komponiert hatte, war in der Folge nichts mehr, wie es war. Ein Radio-Moderator des Südwestrundfunks spielte das Stück in Dauerschleife. Der Rest ist Geschichte. Hörerwünsche, Plattenvertrag, ein Jahr lang Nummer eins in den deutschen Charts. Danach weltweite Erfolge mit Tourneen und Festivals. „Das wars natürlich mit dem Studium. Ich hatte noch zwei mündliche Prüfungen und die Diplomarbeit zu absolvieren, doch einfach keine Zeit mehr“, so Freudenthaler im Rückblick.

Bis heute bodenständig

„Lemon Tree“ ist bis heute der größte Erfolg der Bandgeschichte und wird immer wieder im Radio gespielt. Gold- und Platin-Auszeichnungen in zahlreichen Ländern und Preise wie Bambi, Echo oder Goldene Europa dokumentieren den Status der Gruppe, die sich stilistisch zwischen Pop-Rock und Brit-Pop bewegt und die Beatles als Einfluss nennt. Die beiden Studienkollegen blieben bis heute beste Freunde, auf und neben der Bühne, sind heute die einzig verbliebenen Bandmitglieder aus der ursprünglichen Besetzung. Bis 2003 waren Schlagzeuger Peter Wochele, Keyboarder Roland Röhl und Bassist Thomas Mangold an Bord, die aktuelle Besetzung agiert seit 2016. Im Laufe der Jahre trat die Gruppe nicht nur in China oder Russland auf, sondern auch vielmals in ihrer Heimat Baden-Württemberg. Im Karlsruher Tollhaus oder anderen Locations waren sie viele Male zu Gast, und Sänger Peter Freudenthaler ist auch bei Benefizkonzerten oder sozialen Anlässen zur Stelle.

Die Jungs sind bis heute bodenständig geblieben und wissen, wo sie herkommen. Von abgehoben keine Spur. Ob das magische, generationsübergreifende Zitronenbäumchen namens „Lemon Tree“ Fluch oder Segen war? „Das war eindeutig ein Segen, denn dadurch wurden viele Dinge angeschoben, die es so nicht gegeben hätte“. Gemeinsame Auftritte mit Manfred Mann’s Earth-Band und Roger Chapman oder die Zusammenarbeit mit Klaus Voormann aus München, der für George Harrison den Bass spielte und 2012 das Cover für das Fools Garden-Album „Who is Jo King“ entwarf. Zur Erinnerung: Voormann ist auch der Zeichner, der das Cover der legendären Beatles-LP „Revolver“ schuf.

Neues Album für Frühsommer geplant

„Heute gibt es weltweit rund 40 Coverversionen von Lemon Tree, speziell auch im asiatischen Raum“, schätzt Freudenthaler. Im Jahre 2018 erschien bereits das zehnte Studioalbum „Rise and Fall“ mit 14 Titeln, die alle im bandeigenen Studio in Neuhausen aufgenommen wurden. Das Video zur Single „Save the World tomorrow“ wurde in Peter Freundenthalers Haus in Ötisheim bei Maulbronn gedreht. Nachdem der tanzbare Song „Outta Love“ im September 2020 das Licht der Welt erblickte, wird es noch in diesem Jahr einen neuen Longplayer geben. „Wenn alles planmäßig läuft, wird das Album im Frühsommer veröffentlicht“, verrät Peter Freudenthaler.

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Erstellt:
5. Februar 2021, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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