Der „vertikale Kartoffelacker“ von Vimbuch

Bühl (wv) – Helga Liebmann pflegt im Vorgarten und auf der Terrasse mit großer Leidenschaft eine beachtliche Artenvielfalt. Ein ganz besonderes Exemplar ist eine rund zwei Meter hohe Kartoffelpflanze.

Auf ungewöhnliche zwei Meter Höhe hat sich eine Kartoffelpflanze bei Helga Liebmann aus einem Blumentopf emporgerankt. Foto: Werner Vetter

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Auf ungewöhnliche zwei Meter Höhe hat sich eine Kartoffelpflanze bei Helga Liebmann aus einem Blumentopf emporgerankt. Foto: Werner Vetter

Eine ungewöhnlich kletterfreudige Kartoffelpflanze wächst der Wahl-Vimbucherin Helga Liebmann heuer tatsächlich über den Kopf: Sie rankt sich aus einem Blumentopf wie eine Zierpflanze empor, rund zwei Meter hoch, doppelt so hoch, wie man es Kartoffeln eigentlich zugesteht. Liebmann geht auf kleiner Fläche mit großer Leidenschaft ihrem gärtnerischen Hobby nach und pflegt eine beachtliche Artenvielfalt.
Und sie freut sich schon auf die Kartoffel-Ernte: „Aus diesem Topf könnten es eineinhalb Kilo werden.“ Ihre Ausbeute wird wahrscheinlich größer, denn auch in weiteren Behältnissen wachsen nahrhafte Erdäpfel, sozusagen in einem „vertikalen Kartoffelacker“. Helga Liebmann stammt aus Varnhalt, ihr Ehemann Peter aus Lichtental. Die beiden Wahl-Vimbucher sind im Ruhestand. Ihren früheren großen Garten haben sie aufgegeben, denn: Für den Erntesegen brauchen sie keine großen Ländereien mehr, es reichen Vorgarten und Terrasse. Helga Liebmann, die wohl sprichwörtliche grüne Daumen haben muss, ist familiär vorgeprägt: Ihr Vater war Landschaftsgärtner, Landwirt und Winzer.

Allerlei Gemüse, Früchte und Kräuter

Die Pflanzenfülle bei ihr lässt staunen: Helga Liebmann zieht auf nur wenigen Quadratmetern Feigen, Walderdbeeren und Zuchtheidelbeeren, Hokkaido-Kürbisse, „normale“ Kartoffeln und Süßkartoffeln, Avocados und Erdnüsse (diese als erster Versuch), Rucola, Strauchspinat, Schnittknoblauch, Cola-Kraut, Salbei und Zitronenmelisse. Es grünt, blüht, wächst in Töpfen, Kübeln, Balkonkästen – und bereichert mit Gemüse, Früchten und Kräutern dann den Speiseplan der Familie. Vieles ist selbst aus Samen oder Kernen gezogen, manches aber auch wild aus der Gartenerde aufgegangen.

Auch lebhaft sprießende Erinnerungen an Spanien, das langjährige Lieblingsurlaubsland zum Überwintern, bewahrt das Ehepaar in seinem Mini-Paradies: Orangen-, Mandarinen-, Limetten- und Grapefruit-Pflanzen, dazu die gelbfruchtigen Nisperos (Japanische Wollmispeln). Am Haus ranken sich Weintrauben hinauf, die durchs feuchte Wetter dieses Sommers leider mit Mehltau behaftet sind, bedauert die Hobbygärtnerin.

Vielfältige Tomaten gedeihen bei Liebmanns – schwarze, rote und gelbe Sorten, Hängetomaten und ein Tomatenbaum mit pflaumenförmigen Früchten zum Beispiel. Der Tomatensoßenvorrat aus der eigenen Ernte werde als Beilage noch für viele Spaghetti-Gerichte ausreichen, ist sich Helga Liebmann sicher und berichtet überdies von schmackhaften „Pommes frites“ aus ihren grünen Hokkaido-Kürbissen.

Neues Hochbeet zum Geburtstag

Jüngst hat ihr ein vor zwei Jahren im Vorgarten gepflanzter Baum eine 172 Gramm schwere Feige beschert: „Das war ein leckeres Dessert“, schwärmt sie. Die wesentlich älteren Feigenbüsche vor dem Haus tragen Früchte, die sie zu Kuchen und Konfitüre verarbeitet. Die Feigen an den Sträuchern muss sie mit Netzen schützen, denn es scheint, dass die Spatzenvögel aus dem ganzen Viertel diese auch als Lieblingsdessert schätzen.

Vor wenigen Tagen hat Helga Liebmann ihren 75. Geburtstag gefeiert. Was hat Ehemann Peter ihr geschenkt? Natürlich etwas zum Gärtnern auf kleinstem Raum, ein Hochbeet für die Terrasse. Es ist ein raffiniertes Exemplar mit Wasservorratstanks und Sprinkler-Beregnung. Mehrere Salatsorten hat sie dort eingepflanzt, vor gierigen Schnecken geschützt.

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Erstellt:
11. August 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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