Deutlich weniger Bedarf an Schnelltests

Stuttgart/Baden-Baden (kos) – Mit sinkenden Inzidenzen und wegfallender Testpflicht, haben auch die Testzentren weniger zu tun. Einige Abstrichstellen bauen auch in Mittelbaden bereits ihre Zelte ab.

Jetzt bekommen die Testzentren die niedrigen Inzidenzen zu spüren. Erste sind bereits geschlossen.  Foto: Swen Pförtner/dpa

© dpa

Jetzt bekommen die Testzentren die niedrigen Inzidenzen zu spüren. Erste sind bereits geschlossen. Foto: Swen Pförtner/dpa

Die Inzidenzen sinken, das öffentliche Leben fährt wieder hoch und die Testpflicht entfällt nach und nach in weiten Teilen des Landes. Das spüren jetzt auch die regionalen Schnelltestzentren, wo die Nachfrage drastisch nachgelassen hat. Einige Stationen bauen daher ihre Zelte schon wieder ab.

Mit Inzidenzen weit unter 35 in großen Teilen Baden-Württembergs und immer mehr vollständig Geimpften werden zugleich weniger Teststationen benötigt. So vermeldete etwa das Landratsamt Karlsruhe eine deutlich rückläufige Tendenz, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) mitteilte. Demzufolge sei etwa in Freiburg zu beobachten, dass täglich ein bis zwei Teststellen ihren Betrieb einstellen wollen. Nach dpa-Informationen ist der Rückgang bei Testnachfragen auch durch den Landesapothekerverband zu verzeichnen. Damit sei absehbar, dass auch vermehrt Apotheken in naher Zukunft keine Testungen mehr anbieten würden.

Geschlossene Stationen können schnell reaktiviert werden

Dieser Trend ist auch in Mittelbaden zu beobachten. Regionale Abstrichzentren in Baden-Baden, Bühl und Umgebung stehen vor der Frage, wie lange der Betrieb angesichts des gesunkenen Bedarfs noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Auch wegen der neuen Bundestestverordnung, die weniger Geld für Teststellen vorschreibt, gehe das Sozialministerium von einer automatischen Marktregulierung aus, berichtete die dpa.

In der Zwetschgenstadt wurde bereits das kommunale Testzentrum, das noch bis zum vergangenen Wochenende im Gemeindehaus St. Peter und Paul aktiv war, außer Betrieb gesetzt. Gleiches gilt für die Abstrichstelle in Weitenung, wo nachfragebedingt pausiert wird. Diese Schließungen seien allerdings nicht endgültig, sagte Matthias Buschert, Bühler Stadtpressesprecher. Sollte sich die Pandemielage wieder verschärfen, sei man jederzeit in der Lage, beide Stationen schnellstens wieder zu reaktivieren, gab er gegenüber dem BT an. Ansonsten sei aktuell aber nicht absehbar, dass weitere Testangebote entfallen würden. Auch wenn die Nachfrage nicht mehr so hoch ist, würde ein gewisser Teil der Betreiber aber weiterhin testen. Mit weniger Testungen stelle sich ohnehin die Frage der Wirtschaftlichkeit.

Warten, bis es sich nicht mehr lohnt

Das fragten sich auch die Betreiber der Teststation im Baden-Badener Shopping Cité. Die zuständige Vanessa Körner erklärte, man schaue sich die Tendenz der Zahlen der täglichen Abstriche an. Sobald sich ein Verlustgeschäft abzeichnet, sei eine Schließung dort nicht ausgeschlossen, fügte sie an. Nachfragen bei der Stadt Baden-Baden ergaben, dass das kommunale Schnelltestzentrum Baden-Oos zurückgebaut werden soll. Anders sieht es vor dem Festspielhaus aus: Dort ist eine neue Teststation anlässlich des Modellprojekts, an dem sich das Konzerthaus beteiligt, aufgebaut worden. Das bedeute aber nicht, dass sich nur Konzertbesucher testen lassen dürfen. Es sei als Bürgertestzentrum für alle gedacht, bestätigte das Festspielhaus dem BT.

Auch in Gaggenau orientiert man sich an der Nachfrage, erklärte Stadtpressesprecherin Judith Feuerer. Von den städtischen Zentren in der Jahnhalle und dem Rathaus wird voraussichtlich im letztgenannten der Betrieb vorübergehend eingestellt. Von zu Hochzeiten knapp 100 täglichen Testungen sei die Zahl dort auf lediglich 15 gefallen.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

Zum Artikel

Erstellt:
3. Juli 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.