Deutliche Frischzellenkur für EKZ Oberndorf

Kuppenheim (sawe) – Eine komplette Frischzellenkur ist für das EKZ Oberndorf vorgesehen: Es soll für drei Millionen Euro umgebaut und umstrukturiert werden, ohne die Kubatur des Gebäudes zu verändern.

An der August-Scherer-Straße sollen zwei neue Lärmschutzwände gebaut und die bestehende erhöht werden. Zwei Lagergebäude (im Hintergrund) werden abgerissen. Auf dem Gelände entstehen Zufahrten und Parkplätze. Foto: Sabine Wenzke

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An der August-Scherer-Straße sollen zwei neue Lärmschutzwände gebaut und die bestehende erhöht werden. Zwei Lagergebäude (im Hintergrund) werden abgerissen. Auf dem Gelände entstehen Zufahrten und Parkplätze. Foto: Sabine Wenzke

Eines der ältesten Einkaufszentren in der Region soll modernisiert werden. Die Adolf Scherer GmbH & Co. KG Baden-Baden will das seit einem halben Jahrhundert bestehende EKZ in Oberndorf umbauen und umstrukturieren, ohne die bestehende Kubatur des Gebäudes zu verändern. Der Technische Ausschuss in Kuppenheim befasste sich am Dienstagabend mit dem Vorhaben und erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Bürgermeister Karsten Mußler sprach von einer optischen Aufwertung, mehr Lärmschutz und einer Verbesserung für die Anwohner.
Der Bauantrag konzentriert sich auf den Non-Foodbereich, der im Sondergebiet 2 des gültigen Bebauungsplans liegt. Der Lebensmittelmarkt im EKZ, der sich im Eigentum der Edeka-Südwest befindet, ist hiervon unberührt. Auch dort sind zwar große Veränderungen geplant – so soll der Lebensmittelmarkt komplett abgerissen und neu gebaut werden, wie Bürgermeister Mußler informierte –  allerdings liegt der Bauantrag noch nicht in Kuppenheim vor. „Wir erwarten ihn aber im Januar“, meinte er. Um die Nahversorgung während der Bauzeit zu gewährleisten, will Edeka ein Verkaufszelt aufstellen. Diesem Antrag hatte der Technische Ausschuss bereits vor einigen Wochen zugestimmt.

Umbaustart am 1. Juli 2021 geplant

Nach aktuellem Planungsstand soll am 1. Juli 2021 mit den Umbaumaßnahmen im EKZ begonnen werden, wobei sich der Investitionsrahmen in einer Größenordnung von drei Millionen Euro bewegen wird, teilte am Mittwochabend ein Firmensprecher auf BT-Nachfrage mit. Hierbei seien die Investitionen, die Edeka tätigen wird, noch nicht berücksichtigt. Ziel sei es, das gesamte EKZ deutlich attraktiver zu gestalten.

Im bisherigen Non-Food-Bereich plant Scherer fünf Verkaufsflächen – eine im heutigen Eingangsbereich mit Mall und verschiedenen Shops (etwa Backshop), der sich vier weitere separate Verkaufsläden anschließen. Diese haben alle einen gesonderten Ein- und Ausgang und werden von der Südseite des EKZ erschlossen, also vom Gelände der Parkplätze entlang der August-Scherer-Straße aus. Die Anlieferung für die fünf Verkaufsflächen, die Parkplätze für die Mitarbeiter und die Müllplätze sind an der Nordseite des EKZ vorgesehen. Das heißt: Die Lkw-Anlieferung erfolgt ausschließlich auf dem Firmengelände (von der August-Scherer Straße gesehen hinter dem EKZ-Gebäude) parallel zur B462.

Die beiden Hallen an der August-Scherer-Straße, die bisher als Lager für den Non-Food-Bereich dienten, sollen abgerissen werden, ferner eine Garage und zwei Windfanganlagen. Der Abbruchantrag liegt vor.

Da durch den Gebäudeabbruch der Lärmschutz reduziert wird, muss nachgerüstet werden. So wird die bestehende gläserne Schallschutzwand von 3,40 auf vier Meter erhöht. Außerdem sollen zwei weitere, vier Meter hohe Schallschutzwände zur August-Scherer-Straße hin errichtet werden – einmal 20,90 Meter und einmal 57,70 Meter lang. Das schalltechnische Gutachten liegt vor.

Auf dem frei werdenden Gelände, auf dem derzeit noch die abzureißenden Lagerhallen stehen, werden laut Plan Zu- und Abfahrten für die Kunden sowie 142 neue Kfz-Parkplätze angeordnet. Zusammen mit den vorhandenen bietet das EKZ dann insgesamt 337 Parkplätze. Ferner sind 79 Fahrrad-Stellpätze vorgesehen.

Optische Aufwertung der Fassade

Mit einer neuen Fassadengestaltung will die Bauherrin den Umbau optisch aufwerten. An der Ost- und der Westfassade sowie an den Enden der Nord- und Südfassade sollen hinterleuchtete Glaspaneele mit dem Schriftzug EKZ als Gestaltungselement in die Fassade integriert werden.

Laut Plan müsste die Buswartefläche an der August-scher-Straße weichen, Kuppenheim will diese aber erhalten oder in Abstimmung an anderer Stelle barrierefrei realisiert sehen und hat dies auch so als Hinweis vermerkt. Alles in allem liege ein bebauungsplankonformer Antrag vor, zog Baufachbereichsleiter Stefan Keßler das Fazit – „mit Ausnahme einer kleinen Ecke“ am nord-westlichen Gebäudeteil“, die das Baufenster um maximal 60 Zentimeter überschreitet, mit dem Landratsamt aber bereits abgestimmt sei. Da in dem Bereich ins Leitungsrecht eingegriffen werde, sei noch eine Abstimmung mit den Versorgungsträgern erforderlich.

Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des inzwischen laut Mußler „deutschlandweit bekannten“ Bebauungsplans „Sondergebiet August-Scherer-Straße“ (EKZ Oberndorf), der über Jahrzehnte hinweg entwickelt wurde und Juristen sowie den VGH Baden-Württemberg beschäftigt hatte. Erst im November 2017 wurde das planungstechnische Mammutwerk rechtskräftig, mit dem Ziel, den großflächigen Einzelhandelsbestand am Standort Oberndorf zu sichern und die dortige Entwicklung zu steuern, „ohne die Einzelhandelsfunktion der Stadtmitte von Kuppenheim und der Nachbarkommunen zu gefährden oder zu schwächen.“

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Erstellt:
9. Dezember 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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