Deutsche Messe aus dem Murgtal

Gernsbach/Forbach (vgk) – Claudia Mnich und Katharina Vogt verwirklichen ein neues Chorwerk: Eine Deutschen Messe für gemischte Chöre a cappella. Wie kamen sie auf die Idee?

Musikerin und Lehrerin: Claudia Mnich will im nächsten Jahr ihre Deutsche Messe zum ersten Mal aufführen. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Musikerin und Lehrerin: Claudia Mnich will im nächsten Jahr ihre Deutsche Messe zum ersten Mal aufführen. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Es sollte etwas frisches Modernes, etwas anderes sein und trotzdem in den Gottesdienstritus passen, sagt Claudia Mnich zur Grundidee der von ihr komponierten Deutschen Messe für gemischte Chöre a cappella. Die Uraufführung ist für 2023 geplant.

Die Musikerin und Lehrerin an der Johann-Belzer-Schule Weisenbach ist im Murgtal keine Unbekannte. Eine große Anzahl an Singspielen, die an der Schule bisher zur Aufführung kamen, stammen aus ihrer Feder. So unter anderem auch die Musikwerke für Kinderchor und Instrumente „Im Zoo“ und „Im Zirkus“. Eine weitere musikalische Arbeit von ihr sind Lieder für den gottesdienstlichen Gebrauch. Allesamt vierstimmig ausgearbeitet. Die Zusammenarbeit mit dem Waldkauz Verlag nahm vor sechs Jahren ihren Anfang. Damals schickte Mnich zum ersten Mal ein Script zur Veröffentlichung nach Remscheid. Dieser leitete das Singspiel für Kinderchöre mit Verbesserungsvorschlägen zunächst an sie zurück. „Ich wusste ja nicht, wie so etwas funktioniert“, erzählt die Komponistin. Fünf weitere Veröffentlichungen normaler vierstimmiger Chorliteratur folgten. Darunter die im vergangenen Jahr verlegte lateinische Messe ebenfalls für gemischte Chöre.

Corona-Lockdown und viel Zeit forderten die Musikerin aufs Neue heraus. Rund ein Dreivierteljahr mit Pausen dazwischen verbrachte Mnich mit der Komposition, die sie zur Deutschen Messe heranreifen ließ.

Die Ex-Gausbacherin Katharina Vogt aus Freiburg i. Br. schrieb die Texte. „Ich arbeite ja als Journalistin und PR-Fachfrau immer mit Sprache. Zudem ist der Unterschied, ob ich einen technischen Text aus Fachchinesisch in allgemein verständliches Deutsch übertrage oder einen fremdsprachigen Liedtext auf Deutsch singbar mache, so groß nicht“, meint Vogt.

Aber eine Messe? Als gläubige Christin bringt sie sich in ihrer neuen Heimat unter anderem in einer Wallfahrtskirche im Wechsel als Kantorin ein, „für den Vergeltsgott-Tarif“, lacht Vogt.

Die Zweifel währten nur kurz. In der Zwischenzeit zeigt sich die Musikerin und Teil des im Murgtal bekannten Trios „Sen!oritas“ (mit Lenchen Kneisch und Margot Trawka) stolz auf das Projekt mit Claudia Mnich. „Sie hat mir bei der Textgestaltung völlig freie Hand gelassen. Nur immer die Grundidee als Richtung vorgegeben“, erzählt Vogt.

Kommuniziert wurde über eine Plattform sozialer Medien, ergänzt Mnich. Die Zusammenarbeit klappte so vorzüglich, dass im Nachgang an der Notierung und den Texten nur sehr wenig und wenn, nur aus musikalischen Gründen, zum Beispiel für Wiederholungen, geändert werden musste.

Im Grundsatz folgt die Komposition traditioneller Gliederung mit Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei. Neu ist die moderne Wortwahl.

Zur Person: Katharina Vogt

Nach beruflichen Stationen in Kehl und ihrer Heimatstadt Freiburg (Journalismus, Public Relations) führten sie familiäre Gründe ins Murgtal. Vogt lebte 20 Jahre in Gausbach. In dieser Zeit pflegte die Musikerin und freie BT-Mitarbeiterin die Zusammenarbeit mit dem Gesangverein. Auf sie geht die Gründung des Kinderchors Liederzwerge und des Jugendchors Sternschnuppen zurück, die sie viele Jahre leitete. Von ihr mitbegründet wurde der Inklusionschor der Lebenshilfe, dessen musikalische Leitung sie übernahm. Vielen ist die Freiburgerin auch als Solistin bekannt bei Chorprojekten und als Sängerin bei Jazzformationen in Baden-Württemberg und der Pfalz.

Zur Peson: Claudia Mnich

An der PH Karlsruhe studierte sie Orgel (Hauptfach) und Klavier (Pflichtfach). Die ersten Sporen als Musiklehrerin verdiente sich die Gernsbacherin an der Pestalozzi-Schule in Ettlingen. Sechs Jahre unterrichtete sie Kinder in Enzklösterle, ehe sie 1999 an die Johann-Belzer-Schule in Weisenbach wechselte. Seit 1990 leitet sie die Kirchenchöre Weisenbach und Lautenbach. Es ist eine Aufgabe, die sie nach eigener Aussage wahnsinnig gerne mache, auch in Corona-Zeiten mit Masken und Testen.

Journalistin und Texterin: Katharina Vogt.Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Journalistin und Texterin: Katharina Vogt.Foto: Veronika Gareus-Kugel


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