Diakonie soll Trägerschaft übernehmen

Loffenau (stj) – Der Gemeinderat diskutiert am 1. Dezember über die Zukunft der Betreuungseinrichtungen Kirchhaldenpfad und Brunnengasse. In den beiden Kindergärten steht ein Trägerwechsel bevor.

Im Kindergarten Brunnengasse steht ein Trägerwechsel bevor. Er wird (der Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt) künftig von der Diakonie Nördlicher Schwarzwald geleitet – genau wie der Kindergarten im Kirchhaldenpfad auch. Foto: Stephan Juch

© stj

Im Kindergarten Brunnengasse steht ein Trägerwechsel bevor. Er wird (der Zustimmung des Gemeinderats vorausgesetzt) künftig von der Diakonie Nördlicher Schwarzwald geleitet – genau wie der Kindergarten im Kirchhaldenpfad auch. Foto: Stephan Juch

Die Kinderbetreuung in Loffenau, die aktuell 126 Kinder umfasst, wurde seit jeher durch die Evangelische Kirchengemeinde gewährleistet. Sie hat den Kindergartenvertrag fristgerecht zum 31. Juli 2021 gekündigt. Die Trägerschaft soll dann in die Obhut der Diakonie Nördlicher Schwarzwald übergehen.

Im Kindergartengebäude Kirchhaldenpfad, das sich im Eigentum der Kirche befindet und das circa 1974 errichtet wurde, sind zwei Krippengruppen für Kinder von einem bis unter drei Jahren und zwei Kindergartengruppen für Kinder ab drei Jahren untergebracht (davon eine Kleingruppe). Mitte der 90er Jahre wurde das Gebäude in der Brunnengasse von der Gemeinde errichtet. Dort sind zwei Kindergartengruppen (Kinder ab drei Jahren) untergebracht. In der nahen Grundschule ist zudem der Schülerhort mit zwei Gruppen eingerichtet, der auch zur Einrichtung Brunnengasse zählt. Die bisherige Übertragung der kommunalen Aufgabe der Kinderbetreuung an die Evangelische Kirchengemeinde Loffenau ist im Kindergartenvertrag aus dem Jahr 2000 geregelt, der nun im kommenden Sommer endet. Deshalb muss die Gemeinde Loffenau die Frage beantworten, wie die Kinderbetreuung ab 1. August 2021 sichergestellt wird.

Für Mitarbeiterinnen ändert sich nichts

In der Vorlage für die öffentliche Sitzung des Gemeinderats (ab 19 Uhr, Gemeindehalle) wird die Situation wie folgt dargestellt: „Unabhängig davon, welche Betriebsform der künftige Träger hat, übernimmt er mit dem Betrieb einer Kindertagesstätte die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf der Einrichtung. Er ist für das komplette Personal verantwortlich und stellt sicher, dass die Personaldecke ausreichend ist, er sorgt für die Rahmenbedingungen einer guten frühkindlichen Bildung und die Möglichkeit, den Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten umzusetzen. Er verpflichtet sich, die Qualität der Einrichtung kontinuierlich fortzuschreiben und die Einrichtung fachlich extern wie intern zu begleiten. Er wirkt an der Kooperation mit Schnittstellen wie dem Landkreis bei der Integrationshilfe mit und trägt Sorge dafür, dass alle Vorschriften, gesetzlichen Bestimmungen und Vorgaben eingehalten werden. Er beteiligt sich an der Weiterentwicklung der Bedarfsplanung und klärt Grundsatzfragen zu Anmeldung, Aufnahme, pädagogischen Leitlinien, Trägerkonzeption und so weiter.“

Die Verwaltung hat zuletzt den Markt sondiert und Gespräche mit verschiedenen möglichen neuen Trägern geführt. Folgende drei Möglichkeiten haben sich dabei für die Weiterführung der Einrichtungen herauskristallisiert:

- Die Gemeinde übernimmt selbst die Trägerschaft (kommunaler Träger).
- Die Diakonie Nördlicher Schwarzwald übernimmt die Trägerschaft (kirchlicher Träger, evangelische Kirche).
- Die Spielwiese gGmbH übernimmt die Trägerschaft (privatgewerblicher Träger, der in Loffenau bereits den Waldkindergarten betreibt).
Nach Gewichtung der Kriterien und sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, die Diakonie Nördlicher Schwarzwald als neuen Träger zu wählen. Die Gründe sind:
- Die Diakonie ist ein kirchlicher Träger, der bereits sechs andere Einrichtungen führt und diese aus der Trägerschaft von Kirchengemeinden übernommen hat. Somit hat die Diakonie Erfahrung in Betriebsübernahmen und die Einbindung von dann über 30 neu hinzukommenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in die Diakonie.
- Für das Personal der beiden Einrichtungen ändert sich hinsichtlich der Bezüge und der Zusatzversorgung nichts.
- Die Diakonie hat einen großen Personalstamm und kann personelle Engpässe (zum Beispiel wegen Krankheit) durch Vertretungen aus anderen Einrichtungen überbrücken. Somit ist die Verlässlichkeit der Kinderbetreuung gewährleistet.

Mit Diakonie bleibt Trägervielfalt erhalten

- Mit der Übernahme der Kindergärten durch die Diakonie gibt es in Loffenau weiterhin eine Trägervielfalt: die von der Kirchengemeinde geführten Einrichtungen bleiben kirchlich getragene Kindergärten mit christlich ausgerichteter Kinderbetreuung. Der seit März 2020 bestehende Waldkindergarten bleibt in der Trägerschaft der Spielwiese.
- Die von den Mitarbeiterinnen entwickelten pädagogischen Konzepte können weiter angewendet und gelebt werden. Neben der Vergütung ist das pädagogische Konzept ein wesentliches Entscheidungskriterium für die Erzieherinnen bei der Auswahl des Arbeitgebers, denn dieses bestimmt die Art und Weise des täglichen Arbeitens.
- Eine Übernahme der Trägerschaft durch die Gemeinde kommt aus Sicht der Verwaltung nicht in Betracht, da zum einen das Know-how noch nicht vorhanden ist und zum anderen die derzeitigen und kommenden Aufgaben und Herausforderungen die Übernahme der Kindergärten aktuell nicht zulassen.
- Die Spielwiese ist der Verwaltung durch den Waldkindergarten bestens bekannt und die Zusammenarbeit ist sehr gut. Die Spielwiese ist daher grundsätzlich ebenso für eine Übernahme der Trägerschaft geeignet, kann aber nicht den Erfahrungsschatz der Diakonie bei der Übernahme kirchlicher Einrichtungen aufweisen und kann den Mitarbeitern auch nicht die gleichen Konditionen (Zusatzversorgung) bieten.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.