Die Angst vor der Ansteckung

Baden-Baden (naf) – Das Klinikum Mittelbaden verzeichnet 18,5 Prozent weniger Patienten als im Januar und Februar 2020. Planbare Operationen werden aus Angst vor dem Coronavirus aufgeschoben.

Planbare Operationen finden im KMB bereits seit Beginn der zweiten Welle wieder statt. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

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Planbare Operationen finden im KMB bereits seit Beginn der zweiten Welle wieder statt. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Auslastung der Intensivstationen, Bettenbelegungen, Krankheitsverläufe und Testkonzepte: Seit rund einem Jahr stehen Krankenhäuser im Fokus wie noch nie. Dabei dreht es sich meist um das Coronavirus und alles, was damit einhergeht. Im Klinikum Mittelbaden (KMB) herrscht neben der Covid-Station indes wieder Regelbetrieb – mit rund 18,5 Prozent weniger Patienten als im Januar und Februar 2020.

Regelbetrieb seit zweiter Welle

„Bei planbaren Operationen sind die Patienten zögerlicher“, berichtet Sybille Müller-Zuber, Pressesprecherin des KMB. Dabei sei das Klinikum bereits seit Beginn der zweiten Welle wieder zum Regelbetrieb übergegangen, denn „im Vergleich mit umliegenden Kliniken“, wie es in einer Pressemitteilung Anfang Februar hieß, sei man dort „sehr gut“ zurechtgekommen. Trotzdem seien einige der geplanten Operationen von Patienten verschoben worden, meist von denen, „die keine allzu starken Schmerzen hatten“, weiß Müller-Zuber, und meist wegen der Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Diese könne das KMB „gut verstehen“, sagt die Pressesprecherin. „Wenn man unsicher ist, sollte man dies offen bei seinem Hausarzt oder beim behandelnden Arzt direkt ansprechen. Oft können so die Ängste abgebaut werden.“

Seit Kurzem verzeichnet das Klinikum jedoch wieder einen leichten Anstieg der Corona-Patienten. Aktuell würden 19 mit dem Virus erkrankte Personen betreut werden, fünf davon liegen auf der Intensivstation (Stand Montag). So ausgelastet sei die Station „schon lange nicht mehr“ gewesen, sagt Müller-Zuber – ein Zustand, der beobachtet werden muss. Sollte es nötig sein, ließe sich der Bereich jederzeit um Betten erweitern oder auf eine zusätzliche Station ausweiten.

Noch reichen die Kapazitäten


Die Frage wie viele Betten aktuell für Covid-Patienten zur Verfügung stehen, sei schwer zu beantworten, erklärt Müller-Zuber. Zwei Patienten können sich zwar ein Zimmer teilen, jedoch nur, wenn es sich um zwei Männer oder zwei Frauen handelt und eine Infektion sicher nachgewiesen ist. Verdachtsfälle müssen erstmal allein auf ein Zimmer.

Noch reichen die Kapazitäten für stationäre Operationen und alle ambulanten Behandlungen aus, doch „wenn die Zahlen weiter ansteigen, kann es durchaus sein, dass wir im elektiven Bereich“ – also bei Eingriffen, die kein Notfall sind – „einschränken müssen“. Doch so weit sei man noch nicht und eine Prognose sei laut Müller-Zuber schwierig.

Die aktuelle Situation werde in der täglichen Corona-Konferenz immer wieder neu bewertet. Vor allem die Entwicklung der Mutanten habe der Krisenstab genau im Blick. „Es sind ganz viele Faktoren, die täglich abgewogen werden“, sagt Müller-Zuber zu dem Spagat zwischen Regelbetrieb und Krisenmanagement.

Ihr Autor

BT-Volontärin Nadine Fissl

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Erstellt:
9. März 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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