Die Bienen vor den Varroamilben schützen

Baden-Baden (baw) – Die beiden Imkerbrüder Marco und Simon Lörch nutzen die kurze brutfreie Phase im Dezember, um die Honigbienen gegen Varroamilben zu behandeln.

Simon Lörch beträufelt die besetzten Wabengassen mit der Flüssigkeit.

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Simon Lörch beträufelt die besetzten Wabengassen mit der Flüssigkeit.

Vorsichtig öffnet Simon Lörch zusammen mit seinem Bruder Marco am vergangenen Wochenende einen der eigenen Bienenkästen im Garten in Steinbach. Der Grund: Einmal im Jahr um diese Zeit im Dezember müssen die beiden Imkerbrüder die kurze brutfreie Phase nutzen und die honigbringenden Brummer gegen Varroamilben behandeln. Ein kleines Zeitfenster, in dem diese notwendige Maßnahme der Einwinterung vorgenommen werde.

Da die Außentemperaturen nun seit Längerem konstant unter zehn Grad sind, herrsche auch bei den Bienenvölkern Winterbetrieb. „Tagsüber ist jetzt recht wenig Flugverkehr zu sehen. Die Bienen bleiben meist eng zusammengedrängt im Bienenkasten, um von der gemeinsamen Wärme zu profitieren“, so die Brüder.

Simon Lörch nutzt mit seinem Bruder Marco die brutfreie Phase. Die beiden behandeln ihre Bienenvölker gegen Varroamilben.

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Simon Lörch nutzt mit seinem Bruder Marco die brutfreie Phase. Die beiden behandeln ihre Bienenvölker gegen Varroamilben.

Mit einem Stockmeißel knackt Simon Lörch geübt die feste Propolisschicht, mit der die Bienen in den vergangenen Wochen die offenen Spalten ihres Zuhauses gegen Zugluft, Bakterien und Eindringlinge verschlossen haben. Angst vor den Tierchen haben die beiden Brüder nach fast sieben Jahren Imkerei nicht mehr. Gut geschützt durch den Imkeranzug und mit dem Smoker bewaffnet, stören sie die Völker nur kurz. Gerade mal ein bis zwei Minuten dauert die Behandlung pro Kasten.

Bienen saugen sich bei Gefahr voll

„Wir besänftigen die Bienen durch den Rauch verschiedener getrockneter Kräuter wie Salbei und Hopfen. Bei Gefahr, in diesem Fall dem Rauch als Vorbote von Feuer, saugen sich die Bienen automatisch voll mit Honig. Sollten sie also fliehen müssen, hätten sie so ein gutes Startkapital als Energie. Da der Rauch aber wieder vergeht, sind sie so einfach nur entspannt und lassen uns meiste ohne Probleme in ihre Nähe“, erzählt Marco, der sich nur zu gut an die letzten Stiche erinnert. Auch ein Imker sei eben nicht hundertprozentig vor den Verteidigungsversuchen der Bienen geschützt.

Ist der Kasten erst einmal geöffnet, sei es auch für die beiden Bienenfreunde immer ein besonderer Moment. Wie viele Bienen sind zu sehen? Wie stark ist folglich das Bienenvolk? Wie ist der Allgemeinzustand? Und auch dieses Jahr zeigen sich die beiden Imker wieder sehr zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Pflege der vergangenen Monate.

Milben als Todesurteil für die Bienen

Je nach Bienenvolkstärke werde dann die Menge an Oxalsäure bestimmt, die benötigt wird, um gegen die lästigen Varroamilben anzugehen. Die Milben, die in den 70er Jahren aus dem ostasiatischen Raum eingeschleppt wurden, seien ohne Behandlung das Todesurteil für ein Bienenvolk, so erklären die Imker. „Würden wir diese Parasiten nicht von außen abtöten, hätten unsere Bienen keine Chance zu überleben. Wir als Imker sehen hier ganz klar unsere Verantwortung, für das Wohl unserer Völker zu sorgen“, sagen Simon und Marco Lörch.

Gasse für Gasse beträufelt Simon mit einer Spritze behutsam die besetzten Waben mit der Flüssigkeit, die die Bienen dann untereinander verteilen. Der Einsatz von Oxalsäure sei auch bei Demeter-Imkern üblich, erklärt der Vater, Peter Lörch, der die Söhne bei ihrer Arbeit von Anfang an unterstützt.

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Erstellt:
22. Dezember 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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