Die Blöcke aus der Hördener Unterwelt

Gaggenau (tom) – Mehr als 40 Sandsteinquader am Hördener Sportplatz geben Rätsel auf. Sie stammen aus dem Untergrund des Flößerdorfs.

Knapp vier Dutzend Sandsteine warten beim Hördener Sportplatz auf ihre weitere Verwendung. Sie wurden im Frühjahr bei Kanalarbeiten in der Landstraße entdeckt. Foto: Thomas Senger

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Knapp vier Dutzend Sandsteine warten beim Hördener Sportplatz auf ihre weitere Verwendung. Sie wurden im Frühjahr bei Kanalarbeiten in der Landstraße entdeckt. Foto: Thomas Senger

Was wird aus den vielen roten Sandsteinquadern, die seit ein paar Wochen am Hördener Sportplatz aufgereiht sind? Dies ist eine der Fragen, mit denen man sich im Flößerdorf beschäftigt. Ihre Herkunft ist zwar lokalisiert, doch ist vieles noch ungeklärt. Aber mit den Kanalarbeiten in der Landstraße haben die Blöcke tatsächlich zu tun.

Denn viele, viele Jahre, vielleicht Jahrhunderte schlummerten die Kawentsmänner tief in der Hördener Unterwelt, ehe sie im Frühjahr wieder das Licht der Welt erblickten. Bei den Bauarbeiten wurden sie schließlich ausgegraben.

So ganz geklärt ist ihre Geschichte nicht. Sowohl Bernd Kraft vom Hördener Verein für Heimatgeschichte als auch Ortsvorsteherin Barbara Bender sind derzeit auf Vermutungen angewiesen. Doch die Spur der Steine scheint eindeutig weit in die Geschichte des Flößerdorfs zurückzureichen. In die Zeit, als im Umfeld des einstigen Gasthauses „Ochsen“ und der heutigen Flößerhalle noch Sägemühlen betrieben wurden. Damals haben Kanäle das Dorf durchzogen. Und es spricht einiges dafür, dass nun ein Teil davon ausgegraben wurde.

Anschlussverwendung in Michelbach

Insgesamt 45 Brocken liegen nun auf dem Platz vor dem Vereinsheim des TV Hörden. Der eine oder andere Bürger hat schon ein Auge darauf geworfen: „Etwa 80 mal 80 mal 100 Zentimeter mächtig, manche sind auch bis zu 120 und 150 Zentimeter groß.“ Von welchem Steinbruch sie wohl stammen? Auch das muss noch geklärt werden.

Was soll nun mit ihnen geschehen? „Eigentümer der Sandsteine ist die Stadt Gaggenau“, betont man im Gaggenauer Rathaus. Und in Hörden sollen sie nur noch übergangsweise gelagert werden. Genutzt werden soll das Material für künftige Baumaßnahmen der Stadt. Beispielsweise bei der Errichtung der Stützmauer „Wendehammer Klosterstraße“ im Herbst dieses Jahres. Somit werden die Hördener Steine also in Michelbach ihre weitere Bestimmung finden.

Damit scheint auch eine Idee gescheitert, die kürzlich die Runde machte: „In Hörden liegen die Sandsteine ‚rum; da hätten wir die Polenblöcke nicht kaufen müssen“, unken alte Gaggenauer, die immer noch nicht glauben wollen, dass man im Rathaus für die Murgterrassen an der „Bananenbrücke“ keine einheimischen Granitquader verwendet, sondern mehrere Lkw-Ladungen aus Polen hat herfahren lassen.

Immerhin: Ein paar der Exemplare des begehrten Baumaterials hat sich Ortsvorsteherin Barbara Bender fürs Flößerdorf abzwacken können: Aus ihnen soll eine schöne Sitzgelegenheit werden, verrät sie.

Die Ampel zeigt zwar freundlich Grün, doch bis die Ortsdurchfahrt wieder befahrbar ist, wird es wohl Ende September sein. Foto: Thomas Senger

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Die Ampel zeigt zwar freundlich Grün, doch bis die Ortsdurchfahrt wieder befahrbar ist, wird es wohl Ende September sein. Foto: Thomas Senger

Seit Mitte März ist die Ortsdurchfahrt zwischen Flößerhalle und Klingelbergstraße auf rund 200 Meter gesperrt. Der Mischwasserkanal war überlastet. Deshalb wird parallel zum vorhandenen Mischwasserkanal ein zusätzlicher Kanal eingebaut, der bei stärkeren Niederschlägen Wasser ableitet. Um Synergieeffekte zu nutzen, werden zeitgleich von den Stadtwerken Gaggenau Gasanschlüsse umgehängt sowie einige neue Wasserhausanschlüsse vorgenommen. Im Anschluss erfolgt eine Erneuerung der kompletten Straßendecke. Die Gesamtkosten für die Maßnahme liegen bei über 450.000 Euro, wobei der Landkreis sich an der Erneuerung der Straßendecke beteiligt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
5. Juli 2021, 22:00 Uhr
Lesedauer:
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