Die Erfolgsserie soll unbedingt halten

Baden-Baden (moe) – Handball-Oberligist TVS Baden-Baden hat eine Erfolgsserie von 13 Spielen ohne Niederlage hingelegt. Am Sonntag geht es gegen den unberechenbaren TSV Birkenau

Hofft auf die Rückkehr ins TVS-Team: Rückraumspieler Jonas Schuster. Foto: Frank Seiter

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Hofft auf die Rückkehr ins TVS-Team: Rückraumspieler Jonas Schuster. Foto: Frank Seiter

Mit kalten Temperaturen muss man im Winter zweifelsohne rechnen. Draußen wohlgemerkt. Dass es einen auch unterm geschlossenen Dach fröstelt, ist indes auch zu dieser Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich. Doch genau das ist dem TVS Baden-Baden am 21. Dezember vergangenen Jahres passiert, ein Dienstagabend. Mehr als 100 Kilometer saßen die Oberliga-Handballer unter der Woche im Auto, um unter recht unwirtlichen Bedingungen – die Langenberg-Sporthalle glich einer Eisbox – das Nachholspiel beim heimischen TSV Birkenau zu absolvieren. Die kleine Reisegruppe aus Sandweier ließ sich letztlich aber nicht beirren, spätestens nach dem 26:23-Auswärtssieg war dem TVS ziemlich warm ums Herz.

„Beim Anpfiff hat das keine Rolle mehr gespielt“, blickt Sandro Catak auf den kalten Abend im Dezember zurück. Weiter will sich der Trainer des TVS zu besagtem Thema, das damals doch für erhebliches Kopfschütteln gesorgt hatte, nicht äußern, um die Stimmung – Achtung Wortspiel – nicht weiter anzuheizen. Immerhin versichert Catak: „Bei uns ist die Halle warm!“

Vor dem Rückspiel am Sonntag (17 Uhr) läuft der TVS indes auch aus sportlicher Sicht extrem heiß: Nach dem 41:30-Erfolg in Zizishausen sind die Sandweierer seit sage und schreibe 13 (!) Spielen ungeschlagen, zwölf davon wurden größtenteils souverän gewonnen. Doch trotz des Kanterauswärtssiegs beim Tabellenvorletzten sieht man im Lager des Rangersten einige Ansatzpunkte für Verbesserungen, wobei Coach Catak natürlich eingesteht: „Wenn man mit elf Toren Differenz auswärts gewinnt, ist das Jammern auf hohem Niveau.“

Ungewöhnlich für den bisherigen Saisonverlauf: Vor allem mit der sonst so soliden bis exzellenten Abwehrarbeit seines Teams war der Sandweierer Übungsleiter nicht wirklich zufrieden. „Das haben wir nicht richtig in den Griff gekriegt“, sagt Catak und moniert in erster Linie die teils fehlende „Zweikampfhärte“. Immerhin wurde das defensive Wirken nach der Umstellung auf eine 6-0-Abwehr deutlich stabiler.

Und auf die Offensive war ohnehin Verlass. „Die hat das ausgeglichen“, so Catak: „Sehr gutes Tempospiel, kaum Ballverluste, kaum Fehlwürfe.“ Ein Sonderlob hatte sich sich in diesem Zusammenhang Han Völker verdient, der in krankheitsbedingter Abwesenheit von Jonas Schuster zwölf blitzsaubere Tore aus dem rechten Rückraum erzielte. „Han hat das super gemacht“, so Catak.

Für das Duell am Sonntag wird wohl auch Schuster wieder fit sein, der TVS kann daher aus dem Vollen schöpfen. Den Gegner bezeichnet Catak indes als „Wundertüte. Da kann alles passieren“. Die jüngsten Ergebnisse des Tabellenelften untermauern diese Aussage: Zwar hat der TSV zuletzt mit 14 Toren zu Hause gegen den Tabellennachbar Heiningen verloren, davor aber in Weilstetten und Konstanz gewonnen.

Einige TVS-Fans werden ihr Team indes am Sonntag besonders laut nach vorne peitschen. Die nämlich, die am 2. Oktober vergangenen Jahres zum Spiel nach Birkenau gefahren waren. Zur Erinnerung: Weil in der Halle nach 20 Minuten die Lichter ausgingen, wurde das Spiel abgebrochen und musste dann Ende Dezember wiederholt werden. Zunächst hatten die Birkenauer Verantwortlichen die Rückerstattung des Eintrittspreises avisiert, wollten im Nachgang davon aber nichts mehr wissen. „Das ist Panne“, findet TVS-Sportdirektor Simon Riedinger.

Insofern gilt am Wochenende folgender Spruch aus dem Volksmund: Rache wird kalt serviert. Manchmal sogar eiskalt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
10. Februar 2022, 21:30 Uhr
Lesedauer:
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