Die FVÖ-Familie in der Schatzkiste

Ötigheim/Muggensturm (rjk) – Für Manfred Kuhn ist Fußball wichtiger Bestandteil seines Lebens. Auf rund 100 DVDs hat er die Clubgeschichte des FV Ötigheim festgehalten.

Vom Kicker wurde Manfred Kuhn zum passionierten Sammler und Bastler. Foto: Ralf Joachim Kraft

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Vom Kicker wurde Manfred Kuhn zum passionierten Sammler und Bastler. Foto: Ralf Joachim Kraft

Fußballer sind ja immer glücklich, wenn sie ein Spiel gedreht haben. Auch der Wahl-Muggensturmer Manfred Kuhn hat für seinen Club, den Fußballverein 1919 Ötigheim (FVÖ), etliche Spiele gedreht – und vieles andere dazu. Wenn auch in etwas anderer Weise. Während bei den Kickern vielleicht Fortuna die Hände im Spiel hatte, war es bei Kuhn die 1986 gekaufte Videokamera. Jetzt öffnete er für unsere Redaktion eine Schatzkiste besonderer Art.

Der frühere Vereinsvorsitzende Christian Dittmar hatte die Truhe eigens zum Termin noch einmal mitgebracht. Rund 100 DVDs kommen darin zum Vorschein. Mit den Videos hat Kuhn, der zusammen mit Ehefrau Ulrike (65) seit 1989 in Muggensturm lebt, 35 Jahre Vereinsgeschichte in bewegten Bildern festgehalten. Ob auf dem Platz oder hinter den Kulissen. Das FVÖ-Mitglied stand immer parat, wenn es um die schönste Nebensache der Welt und vor allem um die vielfältigen Aktivitäten seines Vereins ging.

Film-Truhe als Geburtstagsgeschenk

Als der gebürtige Ostdeutsche, der aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, am 31. Oktober seinen 70. Geburtstag feierte, schaute auch Dittmar vorbei, um im Namen des Vereins Glückwünsche zu überbringen. „Ich kam zum Gratulieren vorbei und bekam diese Truhe als Geschenk. Da war ich erst mal sprachlos“, bekennt Dittmar. „Die Sammlung und das tolle ehrenamtliche Engagement für den Verein haben mich überwältigt.“ Er habe sich zu Hause sofort einige Filme angeschaut und seine helle Freude daran gehabt. „Es ist allein schon spannend, nach Leuten zu suchen, die man kennt, zu schauen, wie sie damals aussahen und was gerade in Mode war.“ Oder auch wie sie Fußball gespielt haben.

Der Kampf ums runde Leder ist für Manfred Kuhn seit früher Jugend ein fester Bestandteil seines Lebens. Seit 1. Januar 1973 ist der gelernte Werkzeugmacher und Maschinenbautechniker, der 38 Jahre lang bei den Rastatter Kunststoffverpackungswerken (Raku) beschäftigt war, Mitglied des FVÖ. Zuvor war er ab 1968 fünf Jahre lang beim FC Donau als Fußballer aktiv, spielte ab 1970 in der ersten Mannschaft. Dann wechselte er als Kicker nach Ötigheim. Damals, in den 70er Jahren hatte der Verein seine erfolgreichste Zeit. Davon zeugen Gastspiele gegen Dupla Prag, Arminia Bielefeld oder, „ganz legendär“, gegen das damalige europäische Spitzenteam Borussia Mönchengladbach, das gleich zweimal in Ötigheim zu Gast war.

Noch viele weitere Schätze

Beim FVÖ spielte Kuhn noch bis 1999 in der Reserve, war auch als Betreuer und Linienrichter aktiv. Mitte der 1980er-Jahre legte er sich einen VHS-Rekorder und eine Videokamera zu. Technisch bestens ausgerüstet, begann er die FVÖ-Familie ins Bild zu bannen. Beim Stöbern in der Schatztruhe stößt man auf viele DVDs übers FVÖ-Wintervergnügen. Daneben finden sich Jubiläums-, Meisterschafts- und sonstige Feiern und Feste, Hüttenabende, Ausflüge, Haupt- und Spielerversammlungen, aber auch etliche Punkte-, Aufstiegs-, Relegations- und Pokalspiele.

Unabhängig von der Truhe birgt das Haus des Muggensturmers noch viele weitere Schätze. Denn Kuhn sammelt seit Jahren nicht nur alles, was mit der Historie des Vereins zu tun hat. Er ist auch sonst ein passionierter Sammler und Bastler. Vitrinen, Schränke und Regale sind zum Bersten gefüllt mit Videokassetten, Büchern, größtenteils selbst gebauten Schiffen, Flugzeugen und Holzfiguren. Sein Archiv mit FVÖ-Dokumenten, Zeitungsausschnitten, Plakaten zu den sportlichen Höhepunkten und vielem mehr quillt über. Eine wahre Fundgrube. Dank ihr konnte er sowohl die Festschrift als auch die Fotoschau zum 100-Jährigen des FVÖ vor zwei Jahren maßgeblich bereichern. „Mir macht das einfach Spaß und es beruhigt mich. Ich kann gar nicht anders“, sagt Kuhn und präsentiert zum Schluss noch ein Steinmännchen im FVÖ-Trikot. „Das ist einfach mein Verein. Wenn ich ihm etwas Gutes tue, dann tut das auch mir gut.“

Ihr Autor

unserem Mitarbeiter Ralf Joachim Kraft

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Erstellt:
30. November 2021, 09:22 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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