Die Fingermanns helfen jetzt als Verein

Rastatt (die) – Nach den Differenzen mit dem Landratsamt organisiert Vogelschützer Pierre Fingermann mit Ehefrau und Enkelsohn die Hilfe in dem neuen Verein „Wildvogelauffangstation“

Vorsitzender des neuen Vereins: Pierre Fingermann.Foto: av

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Vorsitzender des neuen Vereins: Pierre Fingermann.Foto: av

Die Große Kreisstadt ist um einen weiteren Verein reicher. Unter dem Vereinsnamen „Wildvogelauffangstation Fingermann“ wollen die Familie Fingermann und Mitstreiter ihr Engagement für den Tierschutz fortführen. Mangels anderer Möglichkeiten soll auf diese Weise das weitergeführt werden, was sie seit 27 Jahren tun, sagte Pierre Fingermann.
Bekannt sind Pierre Fingermann und sein Enkel Kevin für die Aufnahme und Pflege von Wildvögeln, kleinen Tieren bis hin zum Schwan, Storch oder Uhu. Für Beratungsgespräche ist man bevorzugter Ansprechpartner. Schließlich sieht man auch die Jugendarbeit und die Vermittlung des Schutz- und Pflegegedankens an Kinder und Jugendliche als Schwerpunkt. Gerade im Sommer, wenn die kleinen Vögel da sind, oder beim Bau von Insektenhotels und Nistkästen könne man immer wieder Interesse wecken.

Von der UNA Tierrettung dankte Uwe Lässig der Familie Fingermann für ihre tolle Arbeit und die unkomplizierte Zusammenarbeit. Seit der Gründung des Tierrettungsvereins 2007 nehmen die Rastatter Tierfreunde immer wieder kranke Tiere zur Pflege auf. „Hut ab vor dieser Leistung“, meinte Lässig. Nach der Diskussion in Rastatt habe UNA deshalb beschlossen, die Wildvogelpflege Fingermann in ihren Bestrebungen zu unterstützen. Wie berichtet, war es zwischen den Fingermanns und dem Rastatter Landratsamt zu Differenzen über die künftigen Anforderungen bei der Tierrettung gekommen.

Wissenschaftlicher Beirat

Nur gute Erfahrungen hatte Karl-Ludwig Matt von der NABU-Ortsgruppe Rastatt mit der Familie Fingermann. Man war froh, unzählige verletzte Vögel dorthin bringen zu können. Eine Vereinsgründung sei der richtige Schritt, sagte er.

Zum Eintritt in die vorgeschriebenen Formalitäten zur Vereinsgründung stellte Kevin Fingermann als Versammlungsleiter 31 stimmberechtigte Personen fest. Nikolas Rheinboldt übernahm die Protokollführung.

Der von Kevin Fingermann verlesene Satzungsentwurf wurde eingehend beraten. Die Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand und ein wissenschaftlicher Beirat. Der auf drei Jahre gewählte Vorstand besteht aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden sowie einem Kassierer. Die drei Vorstandsmitglieder vertreten den Verein gemeinsam nach außen.

Erläuterungen waren gefordert zum Vereinszweck, der die Annahme von verletzten und verwaisten heimischen Wildvögeln vorsieht, nicht aber die Unterbringung von Haustieren, Exoten oder beschlagnahmten Tieren. Für diese gibt es andere zuständige Stationen und fachkompetente Stellen. Zudem sei die Aufnahme anderer Tiere als Wildvögel gesetzlich nicht möglich.

Gewünscht wurden bei der Gründungsversammlung Informationen in der Satzung zur Kommunikation zwischen den Mitgliedern und dem Vorstand. Dagegen empfahl ein Mitglied, den Verein zunächst erst einmal rechtlich zu gründen und anschließend derartige Details zu betrachten. Die Vereinssatzung wurde mit einer Enthaltung angenommen.

Unter Leitung von Johanna Hänfling wählte die Versammlung Pierre Fingermann zum Vorsitzenden, seine Ehefrau Verena Fingermann ist Stellvertreterin und Enkel Kevin Fingermann übernimmt das Amt des Kassierers. Der ebenfalls jeweils drei Jahre amtierende wissenschaftliche Beirat wurde durch Wahl besetzt mit den Tierärzten Dr. Michael Götz (Wintersdorf) und Dr. Joachim Willuhn (Hörden) sowie Uwe Lässig von der UNA und Linke-Stadtrat Marcus Grieser.

Der Kritik aus der Versammlung, dass auch „Nicht-Ärzte“ im Wissenschaftlichen Beirat vertreten sind, hielt Wahlleiterin Hänfling entgegen, dass in der Satzung keine diesbezüglichen Voraussetzungen gefordert werden. Zur Kassenprüferin wurde Martina Hasenauer gewählt.

Nach Zustimmung der Versammlung betragen die Mitgliedsbeiträge für die „Wildvogelauffangstation Fingermann“ 50 Euro für Einzelmitglieder, 75 Euro Familienmitgliedschaft, 100 Euro Firmenmitgliedschaft und 25 Euro für Fördermitglieder ohne Stimmrecht. Der Vorstand erhielt den Auftrag, die erforderlichen Schritte zum Eintrag des neuen Vereins in das Vereinsregister und zum Erwerb der Gemeinnützigkeit zu unternehmen.


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