Die Heilige Familie beinahe in Lebensgröße

Forbach (red) – Auf der rechten Seite des Chores der katholischen Kirche St. Johannes Baptista steht eine sehr individuelle Stallkrippe. Die besondere Größe der Figuren macht sie außergewöhnlich.

Die Figuren sind zwischen einem Meter und 1,55 Meter groß. Den Fachwerkstall hat vor 35 Jahren die Katholische Jugend errichtet. Foto: Winfried Förderer

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Die Figuren sind zwischen einem Meter und 1,55 Meter groß. Den Fachwerkstall hat vor 35 Jahren die Katholische Jugend errichtet. Foto: Winfried Förderer

Die über 100 Jahre alten, angemalten Lindenholzfiguren stammen von einem unbekannten Schnitzer aus Bayern. Er war ein Meister seines Faches, wie die qualitätsvolle Gestaltung der Figuren über die Gesichtszüge, Haartracht, die filigranen Hände und der Faltenwurf der Kleider zeigen.

Die Figuren sind nahezu lebensgroß. Ihre Größe schwankt zwischen einem Meter bei knienden und bis zu 1,55 Meter bei stehenden Figuren. Im Evangelium des Lukas werden Ochs und Esel übrigens nicht erwähnt. Und auch in Forbach wird die Weihnachtsgeschichte nur durch Menschen vermittelt: Für maßstäblich zu schnitzende Tiere reicht der Platz nicht. Vor dem Stall beten drei Hirten den Gottessohn an. Ab dem Dreikönigstag wird der Platz knapp, wenn noch die drei Weisen aus dem Morgenlande hinzu kommen.

Durchs Stallfenster der Blick nach Bethlehem

Den Fachwerkstall hat vor 35 Jahren die Katholische Jugend gezimmert. Durch das Stallfenster blickt man auf Bethlehem. Der heimische Schnitzer Karl Wunsch begleitete die Arbeiten durch seine fachlichen Anleitungen. Nun hatte die Heilige Familie ein Dach über ihren Köpfen.

Bis auf ein Leinentuch auf dem Stroh ist die Krippe leer. Das Jesuskind sitzt auf dem Schoß seiner Mutter, daneben steht der heilige Josef. In erhabener Haltung deutet die Gottesmutter als Wegweiserin auf ihren Sohn, der Weg, Wahrheit und Leben ist. Die offenen Hände des Menschensohnes sind Geste der Einladung und Vergebung. Sein künftiger Leidensweg wird bereits durch die gekreuzten Füße symbolisiert. Der heilige Josef zeigt sich vom Geschehen tief bewegt, weil er ein herzensguter Mann ist.

All dies kann man auf sich einwirken lassen, wenn man diese so sehenswerte Weihnachtskrippe besucht. Zum Schluss kann man sich noch an dem Ölgemälde „Anbetung der Weisen“ erfreuen, das sich über einer Arkade im linken Chorraum befindet. Es wurde 1902 von dem Offenburger Künstler Franz Joseph Simmler erschaffen. Näheres zur Kirche in Forbach finden Sie hier.

Die offenen Hände des Menschensohnes sind Geste der Einladung und Vergebung. Foto: Winfried Förderer

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Die offenen Hände des Menschensohnes sind Geste der Einladung und Vergebung. Foto: Winfried Förderer

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Winfried Förderer

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Erstellt:
29. Dezember 2020, 17:24 Uhr
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