„Die Nachfrage ist explodiert“

Rastatt (naf) – Kaum tritt das neue Infektionsschutzgesetz in Kraft, schon werden die Testzentren der Region überlaufen. Helfen können da nur weitere Stationen, wie viele sind aktuell in Planung?

Nicht nur zu Stoßzeiten: Menschen, die sich – wie hier bei der Jäger Tankstelle in Bühl – testen lassen, müssen meist Schlange stehen. Foto: Bernhard Margull

© bema

Nicht nur zu Stoßzeiten: Menschen, die sich – wie hier bei der Jäger Tankstelle in Bühl – testen lassen, müssen meist Schlange stehen. Foto: Bernhard Margull

Wiederkehrende Abläufe ist man ja fast schon gewohnt in dieser Pandemie. Dass bei ihnen trotzdem nicht alles reibungslos verläuft, hingegen auch. Vor allem Mitarbeiter der Corona-Teststationen können wohl ein Lied davon singen – wenn sie Zeit dafür hätten. Die neuen 3G- und 2G-plus-Regeln sorgen für einen enormen Andrang und damit zum Teil auch für lange Wartezeiten vor den Teststationen der Region.
Wie groß ist die Nachfrage nach Corona-Schnelltests?
Ob bei der Bühler Spucktest-Station, der Anlaufstelle in der Shopping Cité in Baden-Baden oder in der Gaggenauer Jahnhalle: Die Menschen stehen wieder Schlange, um testen zu lassen, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Aktuell müssen sie dafür teilweise mit Wartezeiten bis zu einer Stunde rechnen. „Die Nachfrage ist explodiert“, berichtet Maik Albrecht-Markovic. Der Betreiber der Lisa Teststationen in Mittelbaden und Karlsruhe hat mit so einem Andrang nicht gerechnet. Der war sogar zu viel für die Technik: „Unsere Server sind in den letzten zwei Tagen ausgefallen“, erzählt Albrecht-Markovic. Eine Onlineanmeldung ist damit nicht mehr möglich, die Menschen sollen nun einfach ohne Termin vorbeikommen.

Als die Tests noch kostenpflichtig waren, hätten seine Mitarbeiter täglich rund 20 bis 25 durchgeführt, jetzt sind sie beim Zehnfachen. „Und es hört garnicht mehr auf“, sagt der Betreiber. Ungeimpfte brauchen schließlich bei jeder Bus- und Bahnfahrt sowie an jedem Arbeitstag ein neues Testzertifikat. Entspannen kann sich die Lage nur durch weitere Stationen, auch Albrecht-Markovic will in der Rastatter Innenstadt eine neue eröffnen.

Wie schnell können neue Teststation loslegen?
Bevor ein Testzentrum geöffnet werden kann, muss der zukünftige Betreiber dem zuständigen Gesundheitsamt ein Hygienekonzept vorlegen und eine Anbindung an die Corona-Warn-App sicherstellen. Erst nach Bestätigung der Behörde kann es losgehen. „Aktuell haben wir eine stark erhöhte Nachfrage zu verzeichnen“, informiert Benjamin Wedewart, Sprecher des Landratsamts Rastatt, zu dem auch das hiesige Gesundheitsamt gehört.

Am Mittwoch habe dieses noch insgesamt 56 Anträge in Bearbeitung gehabt. Rund zwei bis drei Tage braucht das Gesundheitsamt für deren Bearbeitung, so Wedewart, „wenn alle dafür benötigten Unterlagen vollständig eingegangen sind“. Aufgrund des hohen Aufkommens könne es aktuell aber auch etwas länger dauern. „Auch das Gesundheitsamt kommt an seine Belastungsgrenze.“ Zukünftig kann also mit einigen weiteren Stationen gerechnet werden. Außerdem bilde sich ab, „dass einige Einkaufsmärkte Teststellen auf ihren Parkplätzen vorhalten möchten, um den Zugang in der Alarmstufe gewährleisten zu können“, ergänzt der Sprecher.

Kann man sich am Arbeitsplatz unter Aufsicht auch selbst testen?
Nur wenn eine dafür ausgebildete Person die Durchführung überwacht. Diese muss „hierzu entsprechend unterwiesen sein“, wie es vonseiten der Bundesregierung heißt. „Die aufsichtführenden Personen müssen überprüfen, ob die jeweiligen Personen das Testverfahren ordnungsgemäß entsprechend der Gebrauchsanleitung des verwendeten Tests durchführen.“

Neben den eigens dafür eröffneten Zentren können außerdem auch Apotheken und Ärzte die Tests durchführen. In Anbetracht der aktuell laufenden Booster-Impfungen sind viele Praxen jedoch ausgelastet.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nadine Fissl

Zum Artikel

Erstellt:
25. November 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.