Die Normalität rückt näher

Baden-Baden (kie) – Es war ein Auf und Ab, doch nun ist eine neue Zielmarke erreicht: Ab Freitag darf im Stadtkreis Baden-Baden weiter gelockert werden.

Mit Erreichen einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 ist ein negativer Coronatest nicht mehr Voraussetzung, um die Außengastronomie zu besuchen. Foto: Annette Riedl/dpa

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Mit Erreichen einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 ist ein negativer Coronatest nicht mehr Voraussetzung, um die Außengastronomie zu besuchen. Foto: Annette Riedl/dpa

Nachdem fünf Tage in Folge eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 unterschritten wurde, darf im Stadtkreis Baden-Baden weiter gelockert werden. Am Samstag wird vermutlich auch der Landkreis Rastatt die neue Öffnungsstufe erreichen. Was das im Konkreten bedeutet, hat die Stadt Baden-Baden bei einem Pressegespräch erläutert. Laut Benjamin Wedewart, Sprecher des Landratsamts Rastatt, gelten die Regelungen dann ab Samstag „analog dazu auch im Landkreis“ – unter der Einschränkung, „dass die Zahlen so bleiben“.

Wie der Baden-Badener Bürgermeister Roland Kaiser zusammenfasst, wird es nun „in manchen Bereichen einfacher, in anderen verzwickt, weil teilweise drei Öffnungsstufen parallel gelten.“ Selbst für die Verwaltungen seien die Regelungen „schwierig“, wie er sagt. Und auch die Bevölkerung zeigt sich verwirrt: „Bei uns laufen die Telefone heiß. Viele fragen: Was bedeutet das für uns?“, begründet Oberbürgermeisterin Margret Mergen das anberaumte Treffen vor der Presse. Das BT fasst die wichtigsten Änderungen zusammen.

Öffnungen: „Deutliche Lockerungen“, so der Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, Mats Tilebein, beim Pressegespräch, greifen nun beim Einzelhandel: Testpflicht und Kontaktnachverfolgung entfallen mit der Unterschreitung eines Inzidenzwerts von 50, nun dürfen aber auch mehr Kunden die Läden betreten als bisher. Schank- und Speisewirtschaften sowie Shisha-Bars und Spielhallen dürfen zudem bis 1 Uhr den Innenbereich öffnen. Auch ist es jetzt wieder möglich, eine private Feier mit bis zu 50 Personen auszurichten – allerdings nur in der Gastronomie, ohne Tanz und unter Vorlage eines negativen Testergebnisses, eines Impf- oder Genesenen-Nachweises.

Mehr Besucher: Mit dem Unterschreiten der Marke von 35 sind bei Veranstaltungen mehr Besucher zulässig. Das gilt etwa für Kulturveranstaltungen wie Theater-, Konzertaufführungen und Filmvorführungen, bei denen nun im Innenraum bis zu 250, im Außenbereich bis zu 750 Personen anwesend sein dürfen. Bei Wettkampfveranstaltungen des Amateur-, Spitzen- und Profisports sind im Außenbereich 750 Zuschauer und im Innenbereich 250 Zuschauer erlaubt. Lehrveranstaltungen für bis zu 250 Personen sind nun auch in Innenräumen wieder möglich. Im Freien sind Vortrags- und Informationsveranstaltungen bis 750 Personen erlaubt, innen bis 250 Personen. Für Kultureinrichtungen wie Archive, Büchereien, Bibliotheken, zoologische und botanische Gärten, Galerien, Gedenkstätten und Museen ist die Beschränkung der Personenanzahl nur noch durch das vor Ort bestehende Hygienekonzept geregelt. Messen, Ausstellungs- und Kongresszentren dürfen bereits seit Montag wieder stattfinden beziehungsweise öffnen, nun sind aber auch hier mehr Besucher erlaubt – und zwar eine Person pro sieben Quadratmeter. Auch Schwimmbäder dürfen doppelt so viele Besucher empfangen, nämlich zehn Personen pro Quadratmeter.

Testpflicht: Galt vormals größtenteils die Devise: „Nur Eintritt für Geimpfte, Genesene oder Getestete“, fällt nun die Testpflicht in Außenbereichen weg. Das betrifft etwa die Außengastronomie, Freibäder, Sporttraining und Kulturveranstaltungen im Freien. Für Schüler besteht zudem die Möglichkeit, sich eine Testbescheinigung von der Schule ausstellen zu lassen, die dann 60 Stunden lang auch für Angebote gültig ist, bei denen weiterhin eine Testpflicht besteht. Für die Gastronomie gibt jedoch Mergen auch zu bedenken: „Durchaus gibt es Gaststätten, wo man auch im Außenbereich einen Testnachweis benötigt“ – beispielsweise wenn ein Betreten der Außenfläche nur durch den Innenbereich möglich sei oder sich Toiletten nur im Innenraum befänden und ein Betreten desselben nicht zu umgehen sei.

Private Treffen: Treffen im öffentlichen und privaten Raum sind mit zehn Personen aus bis zu drei Haushalten nun wieder erlaubt. Dabei werden Kinder bis einschließlich 13 Jahre, sowie geimpfte und genesene Personen nicht mitgezählt. Zusätzlich dürfen maximal fünf Kinder bis einschließlich 13 Jahre aus fünf weiteren Haushalten dazu kommen. Damit sind Kindergeburtstage in kleinem Rahmen wieder möglich.

Schule: Nach den Grundschulen findet ab kommendem Montag Unterricht sowohl in Stadt- als auch Landkreis auch für Schüler der weiterführenden Schulen wieder im Präsenzunterricht statt.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Franziska Kiedaisch

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Erstellt:
11. Juni 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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