Die Talhutzel lassen sich nicht ausbremsen

Forbach (vgk) – Mit einer großen Samstagabend-Onlineshow bringen die Forbacher Narren die Fastnacht in die Wohnzimmer.

Wer verbirgt sich hinter den Masken? Der Musikverein gibt den Zuschauern Rätsel auf. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Wer verbirgt sich hinter den Masken? Der Musikverein gibt den Zuschauern Rätsel auf. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Nichts ist wie im vergangenen Jahr: Keine Fastnachtssitzungen, keine jubelnden Sitzungsteilnehmer, keine Spaßparaden. Doch so leicht lassen sich die Narren nicht ausbremsen, auch die Talhutzel nicht. Via Livestream luden sie am Samstag zur Couch-Fastnacht ein. Drei Stunden herrlichste Blödeleien kamen dabei heraus.

10, 9, 8, 7, … , die Uhr auf der Streamingplattform YouTube rückte unaufhaltsam Minute für Minute weiter der ersten Talhutzel-Onlinesitzung entgegen. Ein Intro, ein Tusch, Narrhalla-Marsch, das Häs übergestreift, die Füße in die Puschen gesteckt, den Ofen angefeuert und Getränke in ausreichender Menge bereitgestellt: Die Söhne Forbachs oder Kaiser Christoph Siegel, Kaisermutter Pascal „Balzer“ Merkel, Hofnarr Stefan „Kuller“ Weiler, Hofmarschall Michael „Kepf“ Roth und Ortsbüttel Marco „Charly“ Merkel gaben sich die Ehre. Sie übernahmen auch die Sitzungsmoderation. Das Motto: „Zurücklehnen und Feuer frei.“ Regie führten Armin „Kitzler“ Merkel und Rainer „Poschi“ Wunsch. Als Kreativdirektor fungierte Manuel Asal.

„Bleibt locker, das geht vorbei!“

Für eine erste Überraschung sorgten die Talhutzel-Damen, des TV Forbach, die „Sektkorken“ und die Gruppe Yuliya Keck, die sich zu einem gemeinsamen Showtanz zusammenfanden. Jede Tänzerin wählte dafür eine eigene Bühne, später zusammengefasst zu einem stimmigen Gesamtbild. Ihnen gleich taten es an anderer Stelle der Musikverein Forbach und die „Masked Singers“. Die Zuschauer hatten zu rätseln, wer sich hinter den Masken verbirgt.

Mit einem gerappten Blick auf die Vergangenheit und fastnächtlichen Spaß brachten sich die Hoheiten Lena Kohler III. und Prinz Daniel Schoch III. ins Spiel. Mit Stolz präsentierten sie sich als erstes digitales Prinzenpaar. Das Jahr im gereimten Rückblick interessierte auch Ortsbüttel Marco Kohler. Inzidenz, Lockdown, Halt suchende Forbacher. Der gut gemeinte Rat: „Bleibt locker, das geht vorbei!“

Mit dem Format „Lena will’s wissen“, griffen die Verantwortlichen tief in die Trickkiste digitaler Unterhaltungskunst. Die Fragen schonungslos, die Antworten zum Schmunzeln, das skandalöse Leben von Forbachs Elite auf den Punkt gebracht. Ihr gelang es, Fastnachtsgrößen wie den Sitzungspräsidenten der Bermersbacher Fastnacht, Nicolai Wunsch, vor ihr Mikrofon zu locken, auf der Suche nach einer Antwort: Was trennt Forbacher Karnevalisten von denen aus Bermersbach? Die Spontanität im Sitzungsablauf lautete die prompte Antwort. Nicht anders erging es Gausbachs Ortsvorsteher Björn Gaiser. Er bekam die Wurstsalatfrage gestellt. Essen von Wurstsalat ist Voraussetzung, um Schlempeln gehen zu können, meinte Gausbachs Oberfastnachter.

Der Pfarrer stellt die Dinge auf den Kopf

Nicht als Entwicklungshelfer für Gausbach in puncto Fastnacht sieht sich das Urgestein des Forbacher Karnevals, Horst Gernsbeck. Ebenfalls ins Kreuzverhör wurde der Quotenschwabe aus dem benachbarten Schönmünzach, Bernhard „Gärtner“ Klumpp, mit seinem vorlauten Spanferkel „Spahni“ genommen.

Der Kaiser begab sich in freier Wildbahn auf die Jagd nach Talenten. Hofnarr Weiler träumte derweil in drei Phasen von Prinzessin Lena. Ein besonderes Grußwort voller Wortwitz und hintersinnigen Aussagen sprach Pfarrer Thomas Holler. Zudem stellte er sich für die etwas andere Sicht auf die Dinge im Wortsinne auf den Kopf.

Das Gelächter in den Wohnstuben galt Hannes (Stefan Weiler) und dem Bürgermeister (Michael Roth) und ihrem rotweingeschwängerten Diskurs über Forbach, Touristen, dem unabdingbaren Abstellen der Brunnen und fehlendem Geld. Die Lösung: Eine ortsbekannte Kneipe wird zum EU-Impfzentrum erhoben. Zudem wurde von der WHO der „Moschd“ im Gausbacher Blut als Corona-Impfstoff verifiziert.

Über die Auszeichnung „Goldener H-Stein“ durfte sich Jürgen „Baron“ Wunsch freuen. Dafür wurden unzählige Videos der letzten 25 Jahre gesichtet und ein Best Of von Einzelauftritten mit Wunsch und weiteren Akteuren zusammengestellt.

Wie man in Corona-Zeiten erworbene Muffin-Figuren wieder los wird, erklärten Loni Merkel und Tanja Schillinger.

Investigativ und immer epochalen Neuigkeiten auf der Spur sind die Jungs vom Bauwagen der Forbacher Neuesten Nachrichten. Sie deckten unter anderem auf, dass sich die Bewohner von Bermersbach samt Ziegen auf dem Weg zum Planeten Pumpernickel befinden.

Auf der musikalischen Schiene unterwegs war Omar Wunsch aus Herrenwies mit dem Titel „Heute schütte ich mich zu“. Ebenso wie Christoph Merkel. Seine Botschaft lautete: „Wie jedes Johr. Es ist Fasent, komm. lach mit mir“. Die Pause füllte mit Musik Philipp Merkel von der Sitzungsband den Black Forest Noisemakers.

Hannes und der Bürgermeister, Das Gelächter in den Wohnstuben galt Stefan Weiler (links) und Michael Roth. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Hannes und der Bürgermeister, Das Gelächter in den Wohnstuben galt Stefan Weiler (links) und Michael Roth. Foto: Veronika Gareus-Kugel


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