Die Tote im Park: Der Münchner „Polizeiruf 110“

München (dpa) – Der fünfte Fall von Kommissarin Eyckhoff: Eine junge Frau wird tot in einem Münchner Park gefunden, eine andere wird vermisst. Ausgerechnet deren Mutter wird zur Hauptverdächtigen.

Bessie Eyckhoff (rechts, Verena Altenberger) befragt in der Eishalle Stefanie Reither (Zoë Valks). Foto: Hendrik Heiden/BR/Bavaria Fiction GmbH/dpa

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Bessie Eyckhoff (rechts, Verena Altenberger) befragt in der Eishalle Stefanie Reither (Zoë Valks). Foto: Hendrik Heiden/BR/Bavaria Fiction GmbH/dpa

Laura dreht ihre Runden auf einer Eisbahn inmitten vieler Menschen. Aus den Lautsprechern dröhnt Popmusik. Am nächsten Tag wird sie tot und in eine Plastikfolie gewickelt in einem Park gefunden. Bei den Ermittlungen zum Mord stößt die Polizei auf eine mögliche Verbindung zum Fall der vermissten Anne, die nach einem Besuch bei der Eislaufbahn vor mehreren Jahren verschwunden ist. „Das Licht, das die Toten sehen“ nennt sich der düstere, eindringliche Krimi der ARD-Reihe „Polizeiruf 110“ aus München, zu sehen am Sonntag (15. Mai) um 20.15 Uhr im Ersten und in der ARD-Mediathek.

Beziehungen und Vertrauen als Themen

Der Film dreht sich um die Themen Beziehung und Vertrauen. Verena Altenberger ermittelt als Kriminaloberkommissarin Bessie Eyckhoff in ihrem fünften Fall. Mit dabei ist auch Stephan Zinner („Kaiserschmarrndrama“) als Kommissar Dennis Eden.

Plötzlich steht eine Frau vor dem Revier. Caroline Ludwig (Anna Grisebach) befürchtet, dass es sich bei der Toten um ihre Tochter Anne handeln könnte – ein Irrtum. Doch statt zumindest Gewissheit über das Schicksal von Anne zu bekommen, wird die Mutter selbst tatverdächtig. Kommissarin Eyckhoff hingegen glaubt an ihre Unschuld.

Mit ruhigen und eindringlichen Bildern zeigt der „Polizeiruf“, wie Beziehungen funktionieren und manipuliert werden. Die Kommissare nehmen dabei zwei gegenteilige Rollen ein. Altenberger als Polizistin, die sich verständnisvoll und nahbar gibt und so an die Lösung des Falls kommen möchte. Zinner hingegen hält unter dem Vorwand der Professionalität nichts von persönlichen Momenten.

Film geht unter die Haut

„Für mich hat die Polizeiarbeit, oder das, was ich nun davon verstehe, viel mit Schauspiel zu tun“, erläutert Altenberger in einem Interview des Bayerischen Rundfunks ihre Herangehensweise an die Rolle. „Ich glaube, gute Ermittlerinnen und Ermittler können sich gut in andere Menschen hineindenken und wollen ihr Gegenüber wirklich verstehen - wertfrei.“

Das von Sebastian Brauneis und Roderick Warich geschriebene Drehbuch wird durch die ruhige Bildsprache des Regisseurs Filippos Tsitos in einen Film verwandelt, der unter die Haut geht. Die Geschichte transportiert er dabei über die Atmosphäre und die Blickwinkel, die der Zuschauer auf das Geschehen bekommt.

„Unser Ziel ist es, ins Unterbewusstsein zu treffen und die Geschichte, die Charaktere und ihre Konflikte tief unter die Haut gehen zu lassen“, erläutert Tsitos. Filme seien für ihn keine Berichte über das Leben, sondern Träume davon.


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