Die Tür ist fort, der Flügel wieder da

Durmersheim (HH) – Kunst in Bewegung: Im öffentlichen Raum Durmersheims ist eine Skulptur verschwunden, eine andere dafür wieder aufgetaucht.

Abgeräumt: Die von grünem Blattwerk bedeckte Tür am südlichen Durmersheimer Ortsrand wurde entfernt, um Erschließungsarbeiten Platz zu machen. Fotos: Helmut Heck

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Abgeräumt: Die von grünem Blattwerk bedeckte Tür am südlichen Durmersheimer Ortsrand wurde entfernt, um Erschließungsarbeiten Platz zu machen. Fotos: Helmut Heck

Die rote Tür ist fort, die am südlichen Ortseingang von Durmersheim auf einem Acker neben der alten B36 stand. Dass es sich um eine Tür handelte, war kaum noch zu erkennen, so sehr war sie von grünem Blattwerk ummantelt. Nun wurde sie weggeräumt. Sie stand der Erschließung des Geländes im Weg, auf dem ein Supermarkt gebaut werden soll. Die Arbeiten sollen Ende des Monats starten, war aus dem Rathaus zu erfahren.

Die in geöffneter Stellung verharrende Tür war ein Kunstwerk. Geistiger Schöpfer war Armin Kölbli, der aus Durmersheim stammt und sich mit verschiedenen kreativen Unternehmungen einen Namen gemacht hat. Er lebt seit vielen Jahren in Bremen. Zur Einweihung des sinnträchtigen Objekts, die im September 1994 über die Bühne ging, ließ er ein nacktes Paar durch die Pforte schreiten und die Teilnehmer der Feier mit heißen Pellkartoffeln verköstigen. Alles sehr symbolreich mit viel Stoff für Interpretationen.

„Bezahlt habe ich es auch“

Gewiss war Kölbli der künstlerische Urheber, gebaut wurde die Tür aber von einem Mann mit handwerklichen Talenten: Von Franz Buchmüller, der ebenfalls in Durmersheim aufgewachsen, mittlerweile lange schon in Elchesheim-Illingen zuhause ist. Für die Tür habe er Riffelblech verwendet, für den Rahmen Vierkantrohre, erinnert sich Buchmüller auch 26 Jahre nach der Aktion an Material und Konstruktionsweise. Und noch etwas ist ihm im Gedächtnis geblieben: „Bezahlt habe ich es auch.“

Jetzt befinden sich die Teile in Obhut der Gemeinde. Sie würden sicher verwahrt, beteuerte Ortsbaumeister Hans-Martin Braun auf BT-Anfrage. Alles Weitere müsse mit Kölbli besprochen werden. Dass die Tür entfernt werden musste, ist dem Wahl-Bremer bekannt. Schon vor drei Jahren war er im Gemeinderat zu Gast, um die Sache zu beraten. Ideen für ein vergrößertes Replikat an einem neuen Standort in Nähe des alten wurden geschmiedet. Neues darüber wurde seither nicht bekannt.

Währendessen ist in der Ortsmitte neben der Dionys-Kirche ein anderes Kunstwerk wieder aufgetaucht. Mehrere Monate war der von Simone Vögele geschaffene Engelsflügel verschwunden. Die Befürchtung mancher Bürger, er könnte gestohlen oder zerstört worden sein, traf jedoch nicht zu. Die drehbare Skulptur war wegen eines Schadens abmontiert und im Bauhof gelagert worden. Für die Instandsetzung habe auf ein spezielles Einzelteil lange gewartet werden müssen, so die Gemeinde. Jetzt ist der Flügel wieder intakt an seinen Platz an der Ettlinger Straße zurückgekehrt.


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