Die dunklen Augen des Schwarzwalds

Bühlertal (vn) – Der Naturpark hat eine neue Karseen-Broschüre vorgestellt: Erstmals sind die zehn Biotope des Nordschwarzwalds mit eindrucksvollen Landschaftsbildern in einem Nachschlagewerk vereint.

Blick auf den Huzenbacher See, bekannt durch den schwebenden Rasen in der Mitte. Foto: Nicolai Stotz

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Blick auf den Huzenbacher See, bekannt durch den schwebenden Rasen in der Mitte. Foto: Nicolai Stotz

Die Broschüre richtet sich an Naturlieber und Wanderer gleichermaßen. Eine solche Zusammenstellung gibt es noch nicht, was bemerkenswert ist. Denn die Region weist eine hohe Dichte an diesen Relikten der jüngsten Eiszeit auf. Und die „dunklen Augen des Schwarzwalds“ sind wichtige Biotope mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt.
Karl-Heinz Dunker, der Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord, ist verblüfft über die Ähnlichkeit des Naturpark-Logos mit einem Bild vom Schurmsee – ein abgeschiedenes blaues Kleinod auf Forbacher Gemarkung, umrahmt vom Grün und Schwarz der Wälder.

Alle großformatigen Aufnahmen stammen von Nicolai Stotz, einem leidenschaftlichen Fotografen, Wanderer und Initiator des Projekts. „Ich habe zehn neue Freunde gefunden“, schmunzelt er mit Blick auf die zweijährige Entstehungszeit der Bilderauswahl. Zu jeder Jahreszeit und bei unterschiedlichstem Wetter war Stotz unterwegs, weshalb er eine breite Stimmungspalette einfing: Sonnenschein, Nebel, Abenddämmerung und einiges mehr.

„Mir geht es darum, Interesse zu wecken an dieser wunderschönen Landschaft“, so Stotz weiter. „Und zu einem respektvollem Umgang mit dem Erbe aufzurufen, das sehr empfindlich ist.“

Das 43-seitige Nachschlagewerk ist eine Gemeinschaftsarbeit von Naturpark und Nationalpark. Stotz betont, dass die Karseen nur erhalten geblieben sind, weil sie früher für die Flößerei aufgestaut wurden. „Sonst wären sie längst verlandet.“ Kulturlandschaft trifft also Ökosystem, sagt Stotz: Naturpark trifft Nationalpark.

Drei der Seen liegen im Nationalpark, erläutert Franziska Schick von der Park-Pressestelle: der Wilde See, der Buhlbachsee und der Huzenbacher See. Unterschiede zu den Karseen außerhalb des Nationalparks erkenne man nicht. Allerdings gelte für die drei, dass sie sich überlassen bleiben und der Mensch nicht mehr eingreift. Beim Buhlbachsee ist die Parkverwaltung einen Schritt weitergegangen und hat die bergseits gelegenen Wege stillgelegt. „Das hat in Baiersbronn für kritische Stimmen gesorgt, aber durch die Beruhigung des Seehintergrunds ist ein ganz wichtiger Rückzugsraum für Tiere entstanden.“ Beobachtet werden könne die Entwicklung von einer neuen Besucherplattform.

Die Zusammenstellung der Broschüre besticht zusätzlich durch historische Einblicke, Kurzvorstellungen der Seen und persönliche Eindrücke von Menschen, die eng mit den Seen verbunden sind.

Die Broschüre „Karseen im Nordschwarzwald“ ist im Online-Shop des Naturparks sowie im Naturpark-Info-Shop in Bühlertal für eine Schutzgebühr von zwei Euro erhältlich. Auch im Nationalparkzentrum kann man sie erwerben.

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Erstellt:
19. Februar 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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