Die nächste harte Nuss für den Karlsruher SC

Karlsruhe (ket/BT) – Im Heimspiel gegen den Tabellen-15. Eintracht Braunschweig fehlt KSC-Kapitän Jerôme Gondorf gelbgesperrt. Coach Christian Eichner erwartet einen „Abnutzungskampf“.

Lukas Fröde (vorne) könnte am Sonntag den gelbgesperrten Jerôme Gondorf im defensiven Mittelfeld ersetzen. Foto: Helge Prang/GES

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Lukas Fröde (vorne) könnte am Sonntag den gelbgesperrten Jerôme Gondorf im defensiven Mittelfeld ersetzen. Foto: Helge Prang/GES

Dafür, dass der März nun auch schon wieder fast zur Hälfte vorüber ist, sprach Christian Eichner gestern verdammt viel über den Januar. Gefühlt in jedem zweiten Satz tauchte der Januar auf, was einerseits absonderlich anmutete, weil Fußballlehrer ganz allgemein doch lieber in die Zukunft blicken und sei es nur aufs nächste Spiel, andererseits aber auch nachvollziehbar.

Der Januar war schließlich ein richtiger Wonnemonat für Eichner & Co. So gut wie alles gelang ihnen, fast alles gewannen sie, darunter die Partien gegen die Spitzenteams aus Fürth, Kiel, Hannover und Bochum. 14 Tore standen am Ende zu Buche, fünf Siege bei nur einem Remis. Von Rang 14 auf fünf kletterten die Badener – und mindestens im gleichen Maß wuchs schon wieder die Euphorie im Wildpark.

Seitdem hat der KSC zwei Spiele (gegen Sandhausen und Darmstadt) gewonnen, zweimal unentschieden gespielt (Regensburg und St. Pauli) sowie eines (Nürnberg) verloren. Er ist damit immer noch Tabellenfünfter und hat erst letzten Samstag die angestrebte 40-Punkte-Marke erreicht, die als Klassenerhaltsgarantie gilt. Es ist also nach wie vor grandios, was die Mannschaft abliefert – und doch dem ein oder anderen schon wieder zu wenig.

„Das wird wieder kein Leckerbissen“, prognostiziert KSC-Coach Christian Eichner vor dem Heimspiel gegen Braunschweig. Foto: Uli Deck/dpa

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„Das wird wieder kein Leckerbissen“, prognostiziert KSC-Coach Christian Eichner vor dem Heimspiel gegen Braunschweig. Foto: Uli Deck/dpa

Ihre Torgefahr (nur vier Treffer aus den letzten fünf Spielen) habe die Eichner-Truppe, allen voran Torjäger Philip Hofmann, verloren, wird bekrittelt, zudem ihre Standardstärke. Dass zuletzt drei Heimspiele in Serie ohne eigenes Tor und damit ohne Sieg endeten, sorgt zudem für wachsende Nervosität rund um den Adenauerring.

Natürlich muss man auch im Fußball jeglichen Anfängen schlechter Tendenzen wehren und die Dinge im wachen Auge behalten. Andererseits ist es auch nicht angeraten, voreilig den Krisenstand auszurufen. Christian Eichner ist lange genug dabei, um beides zu wissen. Und er ist die Ruhe selbst, wenn er darüber spricht. Seine Erklärungen zusammengefasst: Dass ein Stürmer wie gerade Hofmann mal eine Flaute hat? Kommt vor! Dass die Mannschaft allgemein zuletzt wenig Tore erzielt hat? Wird zumindest teilweise dadurch kompensiert, dass sie in den letzten fünf Partien gleich drei Mal zu null gespielt hat. Fußball ist schließlich immer auch eine Sache der Balance. Dass es gerade zu Hause derzeit nicht so mit dem Toreschießen und Siegen klappt? Hat was „mit Sauberkeit, mit Durchsetzungsvermögen, mit dem letzten Pass zu tun – mit fußballerischen Dingen“, sagt Eichner – und die sind auf einem Acker wie jenem im Wildpark (siehe „Im Blickpunkt“ am Ende des Textes) nur schwer zu bieten. Hinzu komme, so der KSC-Coach, dass gerade Mannschaften, die weiter unten im Ranking stehen, eher defensiv ausgerichtet antreten und bisweilen schwer zu knackende Nüsse sind.

Auch morgen könnte das der Fall sein. Eintracht Braunschweig gastiert dann ab 13.30 Uhr auf der Wildpark-Baustelle, der Tabellen-15. – und also eine Mannschaft, die um ihr Leben kämpfen wird. „Das wird wieder kein Leckerbissen“, vermutet Eichner. „Abnutzungskampf“ erwartet er stattdessen. Dass dem KSC in diesem der gelbgesperrte Jerôme Gondorf fehlt, schmerzt also besonders. Lukas Fröde könnte ihn im defensiven Mittelfeld ersetzen. Denkbar wäre freilich auch eine Systemumstellung auf 4-4-2. Babacar Guèye oder Malik Batmaz dürften dann wohl von Beginn an neben Hofmann stürmen –und möglichst dabei helfen, die Tor- und Siegflaute im heimischen Wildpark zu beenden.

Im Blickpunkt: Neuer Rasen für den Wildpark

Der Rasen im Wildparkstadion wird während der spielfreien Zeit im Sommer getauscht. Das ist das Ergebnis aus gemeinsamen Gesprächen zwischen dem Karlsruher SC und der Stadt Karlsruhe. „Vorangegangen war eine intensive Analyse des Spielfelds. Auch wenn der Rasen bei den vergangenen Partien des KSC bespielbar war, war die Rasenqualität zuletzt für alle Seiten unbefriedigend“, heißt es in einer gestern verschickten Pressemitteilung.

Mittlerweile sei unter Federführung des Karlsruher Tiefbauamts eine Analyse des Spielfelds vorgenommen worden. Nach dieser hätten sich die Beteiligten darauf festgelegt, das nicht nur der Rasen, sondern auch die darunterliegende Tragschicht ausgetauscht werden sollte. Während der Rasen zuletzt im Jahr 2019 getauscht wurde, stammt die Tragschicht aus dem Jahr 2007. KSC-Geschäftsführer Michael Becker: „Wir bedanken uns bei der Stadt für den konstruktiven sowie angenehmen Austausch und die sehr gute Lösung.

Ihr Autor

BT-Redakteur Frank Ketterer

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Erstellt:
13. März 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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