Dietmar Späth: Keine Zeit zum Ausspannen

Baden-Baden (nof) – Der künftige Oberbürgermeister von Baden-Baden, Dietmar Späth, hat seinen Wahlsieg in der Nacht auf Montag ausgiebig gefeiert. Im Juni wird er sein Amt antreten.

Neuer Chef: Dietmar Späth (Mitte) wird Oberbürgermeister in Baden-Baden. Roland Kaiser (rechts) bleibt Sozialdezernent. Foto: Tanja Starck

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Neuer Chef: Dietmar Späth (Mitte) wird Oberbürgermeister in Baden-Baden. Roland Kaiser (rechts) bleibt Sozialdezernent. Foto: Tanja Starck

Am Morgen nach der Wahl geht der künftige Oberbürgermeister von Baden-Baden erst mal nicht ans Telefon. „Wir haben alle Apparate ausgestellt“, sagt Dietmar Späth lachend und macht keinen Hehl daraus, seinen Erfolg „dem Anlass entsprechend“ ausgiebig gefeiert zu haben. „Ich bin immer noch hin und weg vom überragenden Ergebnis.“

Mehrere Gaststätten in der Innenstadt habe er – ausgehend vom Löwenbräu – mit Familie, Freunden, Kollegen, Sportfreunden und Unterstützern aufgesucht. Um sieben Uhr am Morgen habe er die Wahlparty zusammen mit seinen Söhnen zuhause ausklingen lassen. 4,5 Stunden später wirkt er schon wieder putzmunter am Telefon. Zeit zum Ausspannen bleibe ihm nicht. Weitere Medien hätten angefragt und „meine Mitarbeiter im Rathaus Muggensturm wollen ja auch noch eine Sause machen“, verrät Späth. Und auch als Bürgermeister ist er noch gefragt: „Der Haushalt in Muggensturm muss noch auf den Weg gebracht werden.“ Das werde wohl sein letztes großes Projekt für die Gemeinde sein.

Und wohl auch sein erstes in Baden-Baden, wo der Doppelhaushalt ja noch auf sich warten lässt. „Nach Stand der Dinge wird das in meine Amtszeit fallen“, sagt Späth. Eine Wohnung in der Kurstadt hat er noch nicht. „Wir wollten zunächst das Wahl-Ergebnis abwarten. Jetzt können wir uns auf die Suche machen – aber nichts überstürzen. In Muggensturm haben wir damals ein Jahr gesucht, bis wir die passende Immobilie gefunden haben.“ Seinen wegen der Intensität umstrittenen Wahlkampf würde er übrigens „genauso wieder machen. Alles andere wäre ja spekulativ“, so Späth, der noch mit der Familie zu Mittag isst, ehe er ins Rathaus Muggensturm aufbricht.

Normaler Arbeitstag für Kaiser am Montag

Roland Kaiser, der unterlegene Kandidat der Grünen, wirkt am frühen Montagmorgen im Gespräch mit dieser Zeitung recht aufgeräumt: „Mit dem Frühstück bin ich heute ein bisschen später dran, ansonsten wird es ein ganz normaler Arbeitstag“, sagt er mit einem Lachen, kurz bevor er ins Rathaus aufbricht. Er sei am Abend noch lange mit seinem Wahlkampfteam zusammengesessen. Eine Aufarbeitung des Wahlkampfs und des Wahlergebnisses werde aber noch separat erfolgen. Dabei werde das Thema Wahlkampffinanzierung sicher eine Rolle spielen. 37.000 Euro seien für eine Stadt wie Baden-Baden wohl ein zu geringes Budget, wohingegen das von Herrn Späth „wohl außergewöhnlich groß war“. Der OB-Wahlkampf in Baden-Baden sei auch von der Landespolitik in Stuttgart vor dem Hintergrund einer möglichen Wahlrechtsreform besonders beobachtet worden, sagt Kaiser.

Enttäuscht sei er nach dem ersten Wahlgang vor zwei Wochen gewesen, da habe er mit deutlich mehr Stimmen gerechnet. „Am Sonntag nun war von vorneherein klar, dass es schwer sein würde, den Vorsprung aufzuholen.“ Schade sei, dass es nicht gelungen sei, Wahlkampf über Inhalte zu transportieren. „Die Diskussion hat gefehlt“, sagt Kaiser im Rückblick. Zeit für Lamentieren hat er aber ohnehin nicht: Am Montag erwartete ihn „ein langer Arbeitstag mit vollem Programm und Terminkalender: Dezernatsbesprechungen, Ukraine-Hilfe und Gemeinderat am Abend“. Kaiser will zunächst Sozialbürgermeister in Baden-Baden bleiben – „das ist das Ziel für die nahe Zukunft. Was in fernerer Zukunft ist, ist offen.“

Kaiser kam im zweiten Wahlgang am Sonntag auf 37,5 Prozent der Stimmen. Der künftige Oberbürgermeister Dietmar Späth konnte 55,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

In Muggensturm muss man sich nun auf die Suche nach einem Nachfolger für Dietmar Späth machen, der dort fast 30 Jahre lang Bürgermeister gewesen ist. Sein Wechsel als Stadtoberhaupt nach Baden-Baden ist für Juni terminiert.

Die Amtszeit von Oberbürgermeisterin Margret Mergen endet mit Ablauf des 9. Juni. Sie hatte sich erneut um den Posten beworben, nach dem schlechten Abschneiden im ersten Wahlgang aber ihre Kandidatur zurückgezogen. Die neue Amtszeit, also der Amtsantritt des neuen Stadtoberhaupts ist für Freitag, 10. Juni, geplant. Die feierliche Amtseinführung mit Vereidigung und Verpflichtung durch ein Mitglied des Gemeinderats soll am Montag, 20. Juni 2022, im Rahmen einer Gemeinderatssitzung im Kurhaus stattfinden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
28. März 2022, 12:51 Uhr
Lesedauer:
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