Dietmar Späth steigt ein ins Baden-Baden-Monopoly

Baden-Baden (hol) – Die Kurstadt bekommt im Juni einen neuen OB: Dietmar Späth (58). Der parteilose Politiker ist am Sonntag im zweiten Wahlgang mit einer deutlichen Mehrheit gewählt worden.

Glückwunsch und ein Monopoly-Spiel: Margret Mergen gratuliert Dietmar Späth. Foto: Andrea Fabry

Glückwunsch und ein Monopoly-Spiel: Margret Mergen gratuliert Dietmar Späth. Foto: Andrea Fabry

Die Gemeinde Muggensturm, in der Späth derzeit noch Bürgermeister ist, muss sich nun nach beinahe 29 Jahren nach einem neuen Verwaltungschef umsehen. Ein Wermutstropfen: Die Wahlbeteiligung fällt unter die 40-Prozent-Marke – erstmals in der Kurstadt. Am Ende ist es dann doch eine ziemlich klare Sache geworden: 55,3 Prozent der Stimmen gehen an Dietmar Späth. Der kurstädtische Sozialbürgermeister Roland Kaiser (Grüne) schafft es auf 37,5 Prozent. Bettina Morlok (FBB) bekommt 5,1 Prozent, Peter Hank (Die Basis) verbucht 1,3 Prozent. 0,8 Prozent der Wähler haben einen anderen Namen auf den Stimmzettel geschrieben.

Eine Stunde nach der Schließung der Wahllokale ist die Wahl entschieden: Wahlleiter und Bürgermeister Alexander Uhlig (parteilos) gratuliert dem künftigen Verwaltungschef und überreicht einen großen Blumenstrauß. Dann stehen die Gratulanten Schlange. Auch die amtierende Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU), die nach dem ersten Wahlgang nicht mehr angetreten war, verfolgt das Geschehen im Ratssaal – ganz in Schwarz gekleidet.

Mergen überreicht Späth ein Baden-Baden-Monopoly

Unter den Geschenken, die dem neuen Baden-Badener Verwaltungschef überreicht werden, ist auch ein Baden-Baden-Monopoly. Mergen gratuliert und überreicht das Spiel ihrem Nachfolger. Rund zweieinhalb Monate lang muss Dietmar Späth nun noch mit diesem Ersatz vorliebnehmen, erst ab 10. Juni leitet der 58-Jährige dann tatsächlich die Geschicke in der Kurstadt. Bis 9. Juni, 23.59 Uhr, dauert Mergens achtjährige Amtszeit noch.

Musiker gratulieren

Draußen im Innenhof des Rathauses rücken unterdessen die Musiker an, die dem Wahlsieger ein Ständchen spielen. Späth ist schließlich selbst musikalisch durchaus beschlagen und Ehrenpräsident des Mittelbadischen Blasmusikverbandes. Als Späth schließlich nach draußen geht, brandet Applaus auf. Dann spielt die Musik auf. Das Badnerlied erklingt.

Im Vergleich zum ersten Wahlgang von vor 14 Tagen hat der Wahlsieger noch einmal deutlich zulegen können. Damals kam Späth bei sieben Mitbewerbern auf 39,6 Prozent der Stimmen. Auch bei der absoluten Stimmenzahl kann er ein Plus verbuchen. 1.855 Wähler mehr als noch am 13. März kreuzen seinen Namen an.

Zulegen kann auch der stärkste Kontrahent Dietmar Späths, der kurstädtische Sozialbürgermeister Roland Kaiser (Grüne). Hatte er beim ersten Wahlgang vor 14 Tagen noch 24,0 Prozent der Stimmen (4.263 Stimmen) bekommen, was nur für Platz drei hinter Margret Mergen reichte, sind es beim entscheidenden Urnengang am Neuwahl-Sonntag 37,5 Prozent (6.026). Richtig freuen kann sich Kaiser, dessen Amtszeit als Bürgermeister in Baden-Baden noch bis 2025 dauert, darüber aber nicht.

Wenig Grund zur Freude haben auch die beiden anderen Bewerber. Bettina Morlok (FBB) und Peter Hank (Die Basis) können beide keinen Boden gut machen im Vergleich zum ersten Wahlgang. Morlok landet bei 5,1 Prozent, Hank bei 1,3 Prozent.

Wahlbeteiligung sinkt erstmals unter 40 Prozent

Einen Negativ-Rekord gibt es bei der Wahlbeteiligung in der Kurstadt. Sie rutscht erstmals überhaupt unter einen Wert von 40 Prozent. Gerade mal 37,9 Prozent der Wahlberechtigten haben am 27. März ihre Stimme bei der OB-Wahl abgegeben. 14 Tage vorher waren es noch 41,8 Prozent gewesen. Die bisher geringste Wahlbeteiligung hatte es bei der Wahl Margret Mergens im Jahr 2014 gegeben: Damals lag sie bei 41,5 Prozent.

Interessantes Detail am Rande: 126 Wähler haben am Sonntag einen anderen Namen als den eines der vier Bewerber auf den Stimmzettel geschrieben. Das ist ein Rekord. 2014 hatte es 23 solcher Stimmen gegeben, vor 14 Tagen waren es lediglich elf gegeben.

Am Sonntagabend wird darüber spekuliert, ob an dieser Stelle oft Margret Mergen genannt wurde oder der Namen der Grünen-Politikerin Beate Böhlen steht, die ein eineinhalbtägiges Gastspiel im Wahlkampf gab. Darüber will Wahlleiter Alexander Uhlig die Öffentlichkeit aber erst bei der Sitzung des Gemeindewahlausschusses an diesem Dienstag, 29. März, informieren.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
27. März 2022, 21:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 52sec

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