„Digihike“ für mehr Qualität beim Wandern

Murgtal (BT) – Zwei Projekte der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg sollen den Erlebniswert für Touristen im Murgtal steigern. Bei einem werden die Wanderwege digital erfasst.

Das Murgtal (hier die Murgleiter in Obertsrot am Weinberg von Schloss Eberstein) hat sagenhafte Wanderwege zu bieten. Sie sollen nun auch digital komplett erfasst werden. Foto: Zweckverband „Im Tal der Murg“

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Das Murgtal (hier die Murgleiter in Obertsrot am Weinberg von Schloss Eberstein) hat sagenhafte Wanderwege zu bieten. Sie sollen nun auch digital komplett erfasst werden. Foto: Zweckverband „Im Tal der Murg“

Touristische Betriebe leiden besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Vor allem im ländlichen Raum stehen sie vor der Frage, wie sie die Zeit überbrücken und einen potenziellen Neustart möglichst gut vorbereiten können. Hier setzen zwei von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) mit Praxispartnern entwickelte Projekte an. Eine Social-Media-Strategie für die Initiative „Landerleben Schwarzwald“ und ein digitales Wandwegemanagement im Murgtal.

„Digihike“ ist ein bis zum Ende des Jahres laufendes Projekt des Zweckverbands „Im Tal der Murg“ mit der HFR. Es verfolgt das Ziel, die Erlebnisqualität für Wanderer zu steigern. Davon sollen sowohl Gäste als auch Mitarbeitende in den Gemeinden profitieren. Aufgebaut wird ein digitales Wanderwegemanagement, um eine Grundlage für die Aufwertung der Wege und eine eventuelle spätere Zertifizierung zu schaffen: „Das Projekt ist eine tolle Sache für die Region. Durch das digitale Wegemanagement kann die Erlebnisqualität auf den Wegen besser organisiert und verbessert werden“, erläutert Patrick Schreib, Tourismusdirektor in Baiersbronn und Geschäftsführer des Zweckverbands „Im Tal der Murg“. Lokale Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit würden dadurch gestärkt.

Projektleiterin mit GPS Gerät, Stift und Klemmbrett im ganzen Murgtal unterwegs

Vorhandene Wege werden analysiert und deren Infrastruktur erfasst. Projektmitarbeiterin Tamara Glasbrenner ist dafür in den nächsten Wochen und Monaten im Murgtal unterwegs. Ausgerüstet mit GPS Gerät, Stift und Klemmbrett geht sie die Wege ab: „Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe. In meiner Freizeit gehe ich gerne wandern und schon im Studium hat mir die Arbeit mit Geografischen Informationssystemen viel Spaß gemacht. Da das Projekt diese beiden Aspekte miteinander kombiniert, hat es mich sofort angesprochen“, sagt die 27-Jährige Absolventin der HFR.

Um das digitale Wegemanagement der beteiligten Kommunen nachhaltig zu sichern, erstellt Tamara Glasbrenner zudem ein Handbuch zur Funktionsweise und führt im Laufe des Jahres Workshops für die Mitarbeitenden der Kommunen im Murgtal durch. „So können die Beteiligten vor Ort das System selbstständig aktuell halten, auch nach Ablauf des Projekts“, ist sich Glasbrenner sicher.

Die Initiative „Landerleben Schwarzwald“ und die HFR entwickeln zudem im Rahmen des Projekts „Instaland“ gemeinsam eine Social-Media-Strategie. Diese wird pilothaft auf dem Medienkanal „Instagram“ umgesetzt und soll nach Ablauf des Projekts selbstständig von den Mitgliedern der Initiative weitergeführt werden.

Die Initiative „Landerleben Schwarzwald“ ist ein touristisches Netzwerk, das aus 28 vorwiegend kleinen Unternehmen und Gemeinden aus dem Landkreis Freudenstadt besteht. Sie wurde gegründet, um kleinen Betrieben und Gemeinden den Marktzugang zu erleichtern und bündelt die werblichen Aktivitäten ihrer Mitglieder. Dies führt zu einer höheren Aufmerksamkeit bei potenziellen Kundengruppen, wovon die Mitglieder profitieren.

„Digihike“ und „Instaland“ werden aus dem „Brückenprogramm Touristik“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanziert und beschäftigen Absolventinnen der HFR. „Die Projekte adressieren wesentliche Themen für den Tourismus im ländlichen Raum. Ich freue mich, dass wir Beiträge dazu leisten können, dass ländliche Tourismusregionen trotz der Corona-Pandemie noch wettbewerbsfähiger werden und gleichzeitig unseren Absolventinnen wertvolle Einblicke in die Tourismusarbeit vor Ort geben zu können“, wird Professorin Dr. Monika Bachinger in einer Pressemitteilung zitiert.


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