Digitaler Unterricht in Bühl

Bühl (sga) – Vielfältige Lernmethoden werden an der Rheintalschule in Bühl angewendet. Das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum hat schon früh auf digitale Formate gesetzt.

Mit Begeisterung unterrichtet Natascha Münster die zweite Klasse mit Hilfe einer Videokonferenz – neben ihr sitzt eine Schülerin in Notbetreuung. Foto: Sarah Gallenberger

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Mit Begeisterung unterrichtet Natascha Münster die zweite Klasse mit Hilfe einer Videokonferenz – neben ihr sitzt eine Schülerin in Notbetreuung. Foto: Sarah Gallenberger

Zu sehen ist kaum jemand auf den Gängen der Rheintalschule. Leblos ist es deshalb allerdings nicht in dem Gebäude. „Unsere Schüler sind sehr präsent, nur eben auf eine andere Art und Weise“, erzählt Rektor Axel Stöhr beim Rundgang durch die Klassenzimmer – in denen vereinzelt dann doch noch Schüler sitzen.

Allerdings nur im Falle einer Notbetreuung, wie Stöhr erklärt. Aufgrund der aktuellen Coronasituation finde der Unterricht nämlich derzeit auch an der Rheintalschule ausschließlich digital statt. Ob sich das bei den unterschiedlichen Altersklassen gut umsetzen lässt? „Auf jeden Fall“, kann der Rektor selbstbewusst sagen.

Immerhin wurden die Voraussetzungen dafür im Dezember 2019 geschaffen. Denkt man zu diesem Zeitpunkt bei dem Wort Corona noch an Bier, werden in der Rheintalschule bereits die Weichen für einen Online-Unterricht gelegt, ohne den es wenig später aufgrund des Virus gar nicht mehr gehen wird. Mit dem Erstellen eines neuen Medienentwicklungsplans einher geht schnell die Glasfaseranbdinung von DSL 300, „schneller als bei den meisten Schülern Zuhause“, wie Stöhr weiß. Und effektiv: Denn schon während der „ersten Coronakrise“ wurden die Klassen digital ausgestattet. Lehrer-PC, Verkabelungen, Dokumentationskamera: „Wir wollen allen Beteiligten eine große Lernvielfalt bieten“, geht der Rektor auf die Gründe der Digitalisierung in der Schule ein. Neben Beamer, Leinwand, Lautsprecher und Dokumentationskamera wurden bis März 2020 alle Voraussetzungen geschaffen, um mit den Medien zu arbeiten.

Organisierter Ablauf: An einer Abholstation werden für die Schüler einzelne Lernpakete vorbereitet, die von den Eltern abgeholt werden können. Foto: Sarah Gallenberger

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Organisierter Ablauf: An einer Abholstation werden für die Schüler einzelne Lernpakete vorbereitet, die von den Eltern abgeholt werden können. Foto: Sarah Gallenberger

„Wie das genau funktioniert, lernen unsere Schüler im sogenannten Medienkurs“, so Stöhr. Und die Arbeit scheint schnell Früchte zu tragen: „Hier gibt es nahezu keine Probleme, was die technische Handhabe betrifft.“ Zwar habe es zu Beginn der Situation auch Lehrer gegeben, die von dieser Lernmethode eher weniger begeistert waren – „aber das hat sich mittlerweile auch gelegt“.

Wie die einzelnen Inhalte digital umgesetzt werden, ist von der jeweiligen Klassenstufe abhängig: „Viele machen den Unterricht per Video. Je nach Alter werden für die Behandlung der Aufgaben dann verschiedene Programme genutzt.“ Und davon gibt es reichlich Auswahl: Die Fünft- bis Siebtklässler kommen mit der digitalen Pinnwand „Padlet“ gut aus, die Acht- und Neuntklässler besuchen über die Plattform „Moodle“ virtuelle Kursräume. „Videounterricht findet über die Software ‚Jitsi Meet‘ statt“, so Stöhr. Genutzt wurde diese Möglichkeit bereits im ersten Lockdown – „jetzt arbeiten alle damit“. Für den Rektor ist neben der Digitalisierung eines besonders wichtig: „Die persönliche Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler darf in diesen schweren Zeiten nicht verloren gehen. Vor allem nicht bei uns.“ Denn bei der Bühler Schule handelt es sich um ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit dem Schwerpunkt Lernen.

Das bedeutet, dass die Rheintalschule von Kindern und Jugendlichen besucht wird, die unter andauernden Lernproblemen leiden – und deshalb ein differenziertes Bildungsangebot erhalten. „Da ist es besonders wichtig, am Ball zu bleiben“, weiß Stöhr. Über einen internen Messenger können deshalb Schüler und Lehrer miteinander kommunizieren: „Und das tut uns allen aktuell sehr gut.“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
11. Februar 2021, 15:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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