Digitalisierung an Gaggenauer Schulen

Gaggenau (tom) – Auch in der Großen Kreisstadt setzt man auf die Digitalisierung des Unterrichts. Bis Ende Oktober soll die erforderliche Infrastruktur für vier Grundschulen fertig sein.

Nicht nur beim Lernen von Vokabeln am Schreibtisch zu Hause haben private digitale Geräte mittlerweile Einzug gehalten. Foto: Helena Senger

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Nicht nur beim Lernen von Vokabeln am Schreibtisch zu Hause haben private digitale Geräte mittlerweile Einzug gehalten. Foto: Helena Senger

Die Nachbarstädte scheinen einen Schritt voraus zu sein bei der Digitalisierung der Schulen. Gernsbach hat es getan, Kuppenheim auch: i-Pads für den Unterricht zu bestellen. 210 Geräte samt Tastatur und Taschen hat die Papiermacherstadt bereits angeschafft. Und der Gemeinderat der Knöpflestadt genehmigte vor Kurzem den Kauf von weiteren 130 Tablets. Und Gaggenau?

Die Stadt hat aus dem Sofortprogramm knapp 250.000 Euro von Bund und Land erhalten – vor allem zur Beschaffung von Endgeräten, also Notebooks, Convertibles, Tablets oder i-Pads. Diese können an Schüler verliehen werden.

Am 7. September wurde bei einem Arbeitstreffen von Schulverantwortlichen, Verwaltung und externer Beratung die weitere Umsetzung des Digitalpakts Schulen besprochen. Dabei ging es um die Festlegung von Präsentationsgeräten (also Laptop, Dokumentenkamera, Beamer, Smart-TV oder digitale Tafeln) sowie um Geräte für die Schüler im Unterricht. Für die Realschule werden gerade Angebote eingeholt. Merkurschule und Eichelbergschule folgen.

Bis zum 7. Oktober läuft die Frist zur Abgabe von Angeboten, erläutert die Stadtverwaltung. Wer dann wann was liefern wird, muss sich erst noch zeigen. „Der Markt ist etwas angespannt derzeit“, räumt man im Rathaus ein.

„Für die Stadt Gaggenau hat die Verbesserung der digitalen Infrastruktur und damit der digitalen Möglichkeiten höchste Priorität“, versichert die Verwaltung gleichwohl. Es gibt noch einiges zu tun. Über die Vergabe der Beschaffungen muss der Gemeinderat nicht befinden, sie liegen in der Befugnis des Oberbürgermeisters.

An der Infrastruktur wird gearbeitet

Froh ist man, dass bis auf Gymnasium und Grundschule Michelbach alle Gaggenauer Schulen mittlerweile Medienentwicklungspläne haben, die auch bereits genehmigt sind. Das Gymnasium sei aber bereits sehr weit, was die digitale Ausstattung der Unterrichtsräume anbelangt, betont Rathaus-Sprecherin Judith Feuerer. Die Schulen müssen festlegen, was sie entsprechend der Entwicklungspläne an Ausstattung benötigen.

Wenn eine Schule so weit ist, können schulbezogene Förderanträge gestellt werden. „Damit rechnen wir noch dieses Jahr für die vier Grundschulen“, so das Rathaus. Nach und nach werde bei allen anderen Schulen nach einem Zeitplan bis Mitte 2021 die erforderliche digitale Infrastruktur errichtet beziehungsweise optimiert, damit dann die entsprechende Medienausstattung erfolgen kann.

Bis Ende Oktober soll die erforderliche Infrastruktur (Netzwerk, Server, WLAN) für vier Grundschulen fertig sein: Hans-Thoma-Schule, Hebelschule sowie die Grundschulen Sulzbach und Selbach. An drei Schulen sei man damit fast fertig, in Selbach kam es zu Verzögerungen wegen eines Hornissennests. „Der nächste Schritt wäre dann hier die Ausstattung der Klassenzimmer und Fachräume mit Präsentationsmedien und Beschaffung von Tablets oder Notebooks für die Schüler“, erläutert das Rathaus. Damit wäre allerdings erst ein Anfang gemacht. Die nun forcierte Digitalisierung des Unterrichts wirft weitreichende Fragen auf: Wie soll die Einbindung in den Unterricht erfolgen? Wie werden die Lehrer im Vorhinein geschult? Was bedeutet die Anschaffung von digitalen Arbeitsgeräten für die künftige Anschaffung von Büchern?

Zu bedenken ist auch: Die eklatanten Schwächen der Lernplattform Moodle haben sich in vergangenen Corona-Schulhalbjahr zum Running Gag entwickelt.


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