Diskussion um Sonnenplatz in Ottersweier

Ottersweier (sre) – In der Diskussion um die Nutzung des Sonnenplatzes in Ottersweier haben sich Vertreter von CDU, Freien Wählern und SPD zu Wort gemeldet. Noch sei alles offen, betonten sie.

Eine riesige Freifläche mitten im Ort: Seit vielen Jahren liegt der Sonnenplatz in Ottersweier brach. Foto: Sarah Reith

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Eine riesige Freifläche mitten im Ort: Seit vielen Jahren liegt der Sonnenplatz in Ottersweier brach. Foto: Sarah Reith

Auch in der Sommerpause wird weiter über den Sonnenplatz in Ottersweier diskutiert. Nun haben sich CDU, Freie Wähler und SPD zu Wort gemeldet und sich gegen kursierende Gerüchte verwahrt. Noch sei nichts final entschieden, was die künftige Nutzung angeht, betonen sie. Ziel sei es, auch die Bürger in die Gestaltung des Areals und den Entscheidungsprozess einzubinden.

Wie berichtet, hatten vor der Sommerpause die Grünen beantragt, den Bürgern mehrere Möglichkeiten für die Bebauung des ehemaligen Festplatzes ergebnisoffen vorzustellen. Mit dem Vorstoß waren sie allerdings krachend gescheitert: CDU, Freie Wähler, die SPD und der Bürgermeister stimmten dagegen. Stattdessen, so die mehrheitliche Meinung, sollte der nichtöffentlich beschlossene Weg weiterverfolgt werden: Die Pläne des Klinikums Mittelbaden für den Bau eines Senioren- und Gesundheitszentrums auf dem Areal sollen demnach zuerst nichtöffentlich dem Gemeinderat, dann den Anliegern und schließlich der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Vonseiten der Grünen hatte man sich gegen das Pflegeheim ausgesprochen, weil ein solcher Bau den „ziemlich leblosen Zustand der Ottersweierer Ortsmitte“ zementiere, wie Mario Panter es formuliert hatte. Sie hatten stattdessen den Bau von Mehrgenerationenhäusern vorgeschlagen.

Gemeinderäte verwahren sich gegen Vorwürfe

Ganz anders sieht es CDU-Fraktionschef Linus Maier, wie er nun bei einem Pressegespräch erneut betonte: Ein Senioren- und Gesundheitszentrum belebe durchaus das Ortszentrum, könne zu einer „neuen sozialen Mitte“ werden. Anders, als es sich das Klinikum zunächst vorgestellt habe, fordere man schließlich nicht nur ein Pflegeheim, sondern auch betreutes Wohnen, Tagesbetreuungsplätze und ein Gesundheitszentrum, in dem etwa ein Arzt, ein Logopäde und Krankengymnastik angesiedelt werden könnten. Denkbar sei auch ein Café, das entweder vom Pflegeheim oder ehrenamtlich betrieben werden könne. Der alte Gemeinderat habe seinerzeit die Kommune einstimmig dazu ermächtigt, Verhandlungen mit dem Klinikum zu führen.

Gegen den nun im Internet kursierenden Vorwurf, dass man die Öffentlichkeit nicht rechtzeitig informiert habe und dass bereits alles entschieden sei, verwahrte sich Meier: Noch gebe es ja nicht einmal konkrete Pläne des Klinikums, die man präsentieren könne. Eigentlich hätten diese im August kommen sollen, bislang seien sie aber nicht eingetroffen.

Erst wenn sie vorlägen, könne sich der Gemeinderat ein Bild machen, könnten die Anlieger und dann die Öffentlichkeit einbezogen werden. Letzteres sei nicht nur eine Formsache, ergänzte FWG-Chef Dieter Kohler. Die Ideen und Anregungen der Bürger würden ernst genommen und sollten in Absprache mit dem Klinikum auch bei den Planungen berücksichtigt werden. „Da erhoffen wir uns viel“, machte er deutlich.

Endgültige Entscheidung erst nach der Bürgerbeteiligung

Und erst nach der Bürgerbeteiligung werde der Gemeinderat dann eine endgültige Entscheidung treffen, betonten Kohler, Maier und Herta Finkbeiner-Schilling (SPD). Voraussetzung dafür sei natürlich, dass das Klinikum trotz der dort anstehenden großen Umstrukturierungen an der Idee festhalte und sich auch bereit erkläre, den Wunsch des Gemeinderates nach betreutem Wohnen zu realisieren.

Nach einem solchen Angebot in zentraler Lage gebe es eine große Nachfrage. Und wenn Senioren sich entschieden, aus einem großen Haus in eine barrierefreie, betreute Wohnung umzuziehen, werde ja auch anderswo wieder Wohnraum frei, so die Überlegung der Gemeinderäte.

Das bedeute aber durchaus nicht, dass man gegen Mehrgenerationenhäuser in Ottersweier sei, betonten die Vertreter von CDU, Freien Wählern und SPD. „Beides ist richtig und wichtig“, sagte Linus Maier.

Aber nach unzähligen gescheiterten Ideen und Projekten für die Bebauung des Sonnenplatzes sei man mit dem Klinikum nun weiter, als man es je zuvor gewesen sei. Deshalb wolle man diese Idee nicht mittendrin kippen. Sollte es am Ende nicht klappen mit dem Gesundheits- und Seniorenzentrum, könne man komplett neu nachdenken. Ansonsten gebe es aber auch andere Grundstücke in Ottersweier, auf denen man Mehrgenerationenhäuser bauen könnte. Allein im Umfeld des Sonnenplatzes könnten in den nächsten fünf Jahren drei bis fünf große Baulücken in privater Hand für Baugebiete zur Verfügung stehen, so Maier.

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Erstellt:
25. August 2020, 21:30 Uhr
Lesedauer:
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