Doppelspitze als Option

Karlsruhe (ket) – Beim 2:1-Sieg gegen Erzgebirge Aue spielte Fußball-Zweitligist Karlsruher SC lange Zeit mit zwei Sturmspitzen. Das könnte durchaus eine Option für die Zukunft sein.

Torschützen unter sich: Fabian Schleusener jubelt mit Philipp Hofmann. Foto: Helge Prang/GES

© GES/Helge Prang

Torschützen unter sich: Fabian Schleusener jubelt mit Philipp Hofmann. Foto: Helge Prang/GES

Als das Signal vom Trainer kam, war Fabian Schleusener, so jedenfalls erzählte er es später, vor allem eines: „Ziemlich überrascht.“ Es war ja auch noch früh im Spiel gegen Erzgebirge Aue, dass er zum Warmmachen losgeschickt wurde, mit einer Einwechslung noch vor der Pause war, zumal kein Verletzungsfall vorlag, da eher weniger zu rechnen.
KSC-Trainer Christian Eichner ordnete sie kurz darauf, in Spielminute 40, dennoch an. Ein Täfelchen mit der 38 wurde am Spielfeldrand in die Höhe gehoben, zudem eines mit der 24. Bedeutete: Tim Breithaupt musste den Platz verlassen, Schleusener durfte ihn betreten. Und mehr noch: Eichner verzichtete damit auf einen ohnehin Gelb-Rot gefährdeten defensiven Mittelfeldspieler zugunsten eines zweiten Mittelstürmers neben Philipp Hofmann.

Dazu muss man wissen, dass das Spiel mit sogenannter Doppelspitze beim KSC nicht das präferierte ist, genau deswegen überraschte der so frühe Systemwechsel ja auch – und zwar nicht nur Schleusener. Dass Eichner damit einmal mehr genau das richtige Näschen zum richtigen Zeitpunkt hatte, sollte sich in den Spielminuten 46 und 67 beweisen. Erst traf Schleusener zum 1:0, dann legte Hofmann das 2:0 nach. Der Weg zum vierten Sieg im zehnten Saisonspiel und damit auf Tabellenplatz sieben war geebnet, auch wenn er im Anschluss, besonders in der Schlussphase, noch recht holprig werden sollte.

„Wir haben auch schon sehr gute Spiele mit nur einer Spitze gemacht.“

Da ergab sich die Reporterfrage an Philipp Hofmann, ob er sich im System mit zwei Spitzen wohler fühle, fast schon von selbst, sie lag ja auch auf der Hand. Zuletzt hatte der blonde Hüne zwar stets viel geackert und gerackert, sich dabei aber auch mehr an den gegnerischen Abwehrreihen aufgerieben denn getroffen. Nur vier Tore standen bis vor dem Spiel gegen Aue für Hofmann zu Buche. Für einen Top-Torjäger wie ihn ist das eher eine durchwachsene Quote.

Zumindest ein glasklares Veto für die doppelte Stürmerei wollte dem 28-Jährigen am Samstag dennoch nicht über die Lippen kommen. „Natürlich hat man nach vorne mehr Optionen und mehr Möglichkeiten beim Umschaltspiel“, sagte er zwar einerseits. Fügte andererseits aber auch einschränkend an: „Wir haben auch schon sehr gute Spiele mit nur einer Spitze gemacht.“

Das ist nichts als die blau-weiße Wahrheit – und keineswegs ein Dilemma für den KSC oder gar dessen Trainer, sondern, ganz im Gegenteil, lediglich eine ab sofort nachweislich brauchbare zusätzliche Option, vielleicht nicht unbedingt gegen Spitzenteams wie St. Pauli oder Regensburg, aber allemal gegen Mannschaften wie Aue.

Kobald und Thiede als Spielentscheider

Auf die Mischung kommts schließlich an im Fußball, die richtige Balance. Nicht ausgeschlossen, dass Eichner am Samstag auch deshalb ausdrücklich zwei Abwehrspieler als „die Spielentscheider“ geadelt hat – und eben nicht Schleusener und Hofmann.

Christoph Kobald und Marco Thiede hatten zwar keine Tore geschossen, dafür aber in der viertelstündigen Schlussphase, in der Aue sich nach der Roten Karte für KSC-Keeper Marius Gersbeck (80.) nicht nur in Überzahl befand, sondern auch noch auf 2:1 verkürzt hatte, mit besonders unbändigem Einsatz eines verhindert – das zum 2:2-Ausgleich. Auch von Philipp Hofmann gab es ausdrücklich Lob dafür. „Wir haben es am Ende richtig gut verteidigt“, sagte er.

Zum Artikel

Erstellt:
18. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 38sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.