Drei Freilaufflächen für Hunde in Rastatt

Rastatt (dm) – Nach jahrelanger Vorlaufzeit hat die Stadt Rastatt nun drei Hundefreilaufflächen eingerichtet. Ansonsten gilt im Stadtgebiet weiterhin die Leinenpflicht.

Leinen los an der Plittersdorfer Straße: Die dortige Grünanlage ist eine von drei Flächen, auf denen sich Hunde nun frei bewegen können. Foto: Frank Vetter

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Leinen los an der Plittersdorfer Straße: Die dortige Grünanlage ist eine von drei Flächen, auf denen sich Hunde nun frei bewegen können. Foto: Frank Vetter

Lange hat es gedauert, jetzt können Hundebesitzer auf drei Grünflächen in der Stadt ihre vierbeinigen Lieblinge ganz legal frei laufen lassen: In der Grünanlage an der Plittersdorfer Straße (gegenüber der Tankstelle), in der Grünanlage Mozart-/Beethovenstraße sowie in der Grünanlage Leopoldsfeste (Südring). Überlegungen hierzu reichen acht Jahre zurück.
Mit den drei Hundefreilaufflächen reagiert die Stadt auf den lang gehegten Wunsch vieler Hundebesitzer. Diese hatten bis dato viel Geduld in der Sache aufbringen müssen.

Schon 2014 lag erstes Konzept vor

Dass die Stadt ein Konzept entwickeln will, das die dezentrale Ausweisung von Hundefreilaufflächen auf städtischen Grünflächen und Grundstücken vorsieht, war bereits im Oktober 2013 Thema im Gemeinderat. Mit den Freilaufflächen, mehr Tütenspendern und Sammelbehältern für Hundekot wollte man zugleich Konfliktpotenzial entschärfen, das angesichts unliebsamer Hinterlassenschaften von Vierbeinern im Stadtgebiet immer wieder zutage tritt. Im Prinzip war das Murgvorland die einzige Fläche in der von Leinenpflicht belegten Kernstadt, in der Hunde frei laufen konnten. Nach Umsetzung des dortigen Hochwasserschutz- und Ökologieprojekts (HÖP) sollten die Vierbeiner indes woanders von der Leine gelassen werden.

2014 war dann ein Konzept fertig, im Oktober jenes Jahres beschloss der Gemeinderat, entsprechende Flächen in der Grünanlage Mozart-/Beethovenstraße und im Südring auszuweisen. Im April 2015 informierte die Verwaltung aber, dass die Sache „aufgrund anderer wichtiger Prioritäten“ vorerst vertagt werden müsse. Auch personelle Engpässe im zuständigen Kundenbereich sorgten für Verzögerungen. Die dadurch „gewonnene“ Zeit sollte genutzt werden, „Anregungen und Hinweise aus den bisher geführten Diskussionen“ zu berücksichtigen. Schließlich änderten sich auch die Pläne: Von baulichen Maßnahmen – wie zum Beispiel Einzäunungen – ließ man ab, weil diese zum einen zu teuer gewesen seien und zum anderen bei Hundebesitzern Bedenken ausgelöst hatten, so die städtische Pressesprecherin Heike Dießelberg. Zuletzt wollte man im Frühjahr 2021 liefern. Als der Gemeinderat dann im Juni die Hundesteuer erhöhte, wurde auch die Bringschuld der Verwaltung eingefordert.

Hundekotbeutelspender und Abfalleimer

Inzwischen hat der städtische Kundenbereich Ökologie und Grün die Hundefreilaufflächen vorbereitet und mit Hinweisschildern versehen. Außerdem wurden die Bereiche mit Hundekotbeutelspendern und, soweit dort keine Mülleimer vorhanden sind, auch mit entsprechenden Abfallbehältern ausgestattet, wie die städtische Pressestelle am Montag mitteilte. Hundehalter seien verpflichtet, die Häufchen ihrer Hunde zu entsorgen. Und sie sollten ihre Hunde „nur dann auf den Flächen frei laufen lassen, wenn die Tiere verlässlich auf Zuruf reagieren“.

Außerhalb der jetzt neu ausgewiesenen Freilaufflächen ist es laut Grünanlagensatzung der Stadt Rastatt weiterhin untersagt, Hunde im Stadtgebiet, insbesondere in den Grünanlagen, frei herumlaufen zu lassen. Es besteht Leinenpflicht. Bei Verstößen drohe ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro, so die Verwaltung. Aktuell sind in Rastatt rund 2.250 Hunde gemeldet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
2. August 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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