Druck auf Kommunen noch gering

Rastatt (sie) – Die Flüchtlingszahlen steigen im Landkreis Rastatt, der Druck auf die Kommunen ist aber noch gering: Die Stadt Rastatt muss 2022 voraussichtlich sechs Flüchtlinge aufnehmen.

Blick in eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Merzeau-Gelände: Auf dem Areal hat der Landkreis derzeit 60 Personen untergebracht. Foto: Hans Jürgen Collet

Blick in eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Merzeau-Gelände: Auf dem Areal hat der Landkreis derzeit 60 Personen untergebracht. Foto: Hans Jürgen Collet

Im Landkreis Rastatt steigen die Flüchtlingszahlen. Derzeit kommen durchschnittlich 15 Geflüchtete pro Woche. Das Landratsamt rechnet damit, dass diese Zahl 2022 auf 60 steigt. Die Zahlen in der sogenannten Anschlussunterbringung, für die die Kommunen zuständig sind, bewegen sich dagegen auf geringem Niveau. Die Stadt Rastatt erwartet einen Anstieg erst für 2023.

Für die Erstunterbringung der Flüchtlinge sind die Landkreise zuständig. Der Erste Landesbeamte Jörg Peter sagt: „Der Landkreis Rastatt verfolgt das Ziel, die ihm zugewiesenen Flüchtlinge dezentral unterzubringen.“ Anfang des Jahres waren vier Gemeinschaftsunterkünfte in Betrieb: zwei in Rastatt in der Alten Bahnhofstraße und auf dem Merzeau-Gelände sowie in Bad Rotenfels und Gernsbach.

Afghanische Ortskräfte in Rastatt

Ab 1. April soll außerdem ein ehemaliges Bordell in der Rastatter Woogseestraße als Unterkunft für maximal 140 Personen genutzt werden. Bereits am 1. März geht mit dem ehemaligen Gasthaus „Blume“ in Bühl-Rittersbach ein weiterer Standort für 70 Flüchtlinge in Betrieb (das BT berichtete).

Nach einer Aufenthaltsdauer von 24 Monaten oder dem Abschluss des Asylverfahrens wechselt die Zuständigkeit von den Landkreisen zu den Kommunen, die für die sogenannte Anschlussunterbringung zuständig sind. Der erhöhte Zustrom schlägt sich dort erst zeitversetzt nieder. Die Anzahl der Personen, die eine Kommune aufnehmen muss, richtet sich prozentual nach ihrem Bevölkerungsanteil im Landkreis.

Die Stadt Rastatt als größte Kommune muss also auch am meisten Flüchtlinge unterbringen. Für 2022 bewegt sich diese Zahl auf geringem Niveau. Die Stadtverwaltung legte den Mitgliedern des Gemeinderats in der vergangenen Sitzung eine aktuelle Prognose vor. Bislang ging die Verwaltung davon aus, in diesem Jahr zwei Personen für die Anschlussunterbringung zugewiesen zu bekommen.

Jetzt ist diese Zahl auf sechs gestiegen. Dabei handelt es sich nach Angaben der Verwaltung um afghanische Ortskräfte. Die Betroffenen müssen kein Asylverfahren durchlaufen und verfügen über einen Aufenthaltstitel in Deutschland. Das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) teilt sie deshalb direkt den Kommunen zur Anschlussunterbringung zu.

Dezentrale Unterbringung

Wie der Landkreis setzt die Stadtverwaltung auf eine dezentrale Unterbringung. So hätten zwei Personen bereits eine private Wohnung in Rastatt gefunden.

Darüber hinaus stehen 533 Plätze in verschiedenen Gebäuden zur Verfügung, die auch ausreichen, um die prognostizierten 85 Personen in 2023 unterzubringen.


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