Dumersheimer Botschaften gelangen nach Jerusalem

Durmersheim (stn) – Eine der berühmten Eier-Skulpturen des Durmersheimer Künstlers Armin Kölbli steht in Jerusalem. Sie soll im November geöffnet und mit Briefen von Durmersheimern befüllt werden.

Andreas Augustin (links) nimmt die Replik von Armin Kölbli entgegen. Kölbli erhält von Augustin die Zukunftsbotschaften. Foto: Nora Strupp

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Andreas Augustin (links) nimmt die Replik von Armin Kölbli entgegen. Kölbli erhält von Augustin die Zukunftsbotschaften. Foto: Nora Strupp

Mit seinen tonnenschweren und mehrere Meter großen Eiern aus Beton und Stahl, die er an bedeutenden Orten der Welt platzierte und die Nachrichten an die Nachwelt enthalten, erlangte er Berühmtheit: Der aus Durmersheim stammende Künstler Armin Kölbli (63) hat am Dienstag ein Modell dieser Skulpturen an die Gemeinde übergeben. Zugleich hat er Briefe abgeholt, die im Jahr 2017 von Durmersheimern verfasst wurden. Die Schriftstücke sollen noch dieses Jahr in ein Ei gefüllt werden, das auf dem Ölberg in Jerusalem steht.

Auch wenn Kölbli seit vielen Jahren in Bremen lebt, so ist und bleibt Durmersheim seine Heimat. „Dort habe ich meine Kindheit verbracht. Ich hatte eine wunderbare Zeit hier. Ich bin immer ein Durmersheimer geblieben“, resümiert der 63-Jährige vor dem Treffen mit Bürgermeister Andreas Augustin. Dass nun eine Replik, also ein Modell des Stahlskeletts aller Ei-Skulpturen, die auch unter dem Projektnamen „Ovum“ bekannt sind, nach Durmersheim zurückkehrt, berührt ihn. „Ich habe gespürt: Die gehört hierher. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass die Replik in Durmersheim bleibt.“

Replik soll Platz im Heimatmuseum erhalten

Das Stahlskelett wurde innerhalb weniger Tage von einem Schweißer in Bremen angefertigt. Mit großer Freude nahm Bürgermeister Andreas Augustin am Dienstag die Replik entgegen: „Damit kehrt ein Teil von Durmersheim nach Durmersheim zurück“, bringt er die Bedeutung des heimgekehrten Modells zum Ausdruck, das die Gemeinde kürzlich erworben hat. Einen gebührenden Platz soll es in Abstimmung mit dem Vorsitzenden Josef Tritsch zukünftig im Heimatmuseum finden.

Insgesamt fünf überdimensionale Eier hat Kölbli im Laufe seines Lebens erschaffen. Eines davon steht in Bremervörde, das Zweite in Ivankiv bei Tschernobyl, das Dritte in Obilic im Kosovo, das Vierte auf dem Ölberg in Jerusalem und das Fünfte in Ostereistedt. Kölbli möchte seine Ovum-Skulpturen nicht als Ostereier im herkömmlichen Sinn verstanden wissen. Dennoch: „Ich sehe Ostern als Zeit des Erwachens. Und weltweit gilt das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens.“

Kinder der Friedrichschule und Bewohner des Seniorenheims haben 2017 Briefe für das Ei in Jerusalem formuliert. Foto: Nora Strupp

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Kinder der Friedrichschule und Bewohner des Seniorenheims haben 2017 Briefe für das Ei in Jerusalem formuliert. Foto: Nora Strupp

Künstler plant Start einer neuen App

Für die Ovum-Skulptur in Jerusalem haben Kinder der Friedrichschule und Bewohner des Seniorenheims in Durmersheim im Jahr 2017 mehrere Briefe geschrieben und darin ihre Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft zum Ausdruck gebracht. Diese Briefe hat Kölbli am Dienstag im Durmersheimer Rathaus von Augustin überreicht bekommen. Sie sind für einen ganz besonderen Zweck bestimmt: „Am 22. November 2021 soll die Ei-Skulptur auf dem Ölberg vor der Himmelfahrtskirche geöffnet und feierlich mit den Briefen und Sand aus der Wüste befüllt werden“, erläuterte Kölbli. Beim Anblick der Briefe wird der Künstler sichtlich sentimental. Dieser Moment ist bedeutend für ihn, „weil ich die Leute kenne, die die Briefe geschrieben haben.“

Begleitet wurde der Künstler beim Heimatbesuch von seinem Sohn Jo Lüllich (31). Mit ihm zusammen hat er schon das nächste Projekt in Angriff genommen: Beide arbeiten derzeit an einer speziellen App, die nach eigenen Aussagen eine „neue Dimension im Social-Media-Bereich“ sein wird. Laut Kölbli soll damit das Bewusstsein für die Umgebung geschärft und eine wichtige Botschaft transportiert werden: „Die App soll die Erkenntnis bringen, dass jeder ein Geschenk sein kann und dass Schenken das Schönste ist, was es auf der Welt gibt“, sagt Kölbli. Die App soll spätestens übernächstes Jahr auf den Markt kommen.

Ihr Autor

BT-Volontärin Nora Strupp

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Erstellt:
3. Juni 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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