Duo hortet Diebesgut aus Mittelbaden

Bühl/Ottersweier/Rastatt/Baden-Baden (up) – Zwei rumänische Männer müssen sich vor dem Landgericht in Baden-Baden verantworten. Gemeinsam sollen sie Waren aus mehreren Supermärkten gestohlen haben.

Die Männer werden beschuldigt, im Supermarkt geklaut zu haben. Foto: Friso Gentsch

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Die Männer werden beschuldigt, im Supermarkt geklaut zu haben. Foto: Friso Gentsch

Vor dem Schöffengericht am Landgericht in Baden-Baden müssen sich derzeit zwei 40-Jahre alte Männer wegen gewerbsmäßigem und räuberischem Diebstahl verantworten. Sie waren dabei vom Baden-Badener Rebland aus in der gesamten Region Mittelbaden aktiv.
Die beiden rumänischen Staatsbürger waren im April eingereist, nachdem eine Zeitarbeitsfirma ihnen offenbar zugesagt hatte, sie für einige Monate zu beschäftigen. Untergebracht wurden sie für die Zeit ihrer Anstellung in einem Hotel in Steinbach, zudem wurde ihnen auch ein Auto zur Verfügung gestellt.

Doch bereits zwei Wochen später gerieten sie ins Visier der Polizei, nachdem einer der beiden in einem Drogeriemarkt in der Rastatter Bahnhofstraße Parfüm im Wert von mehreren Hundert Euro entwendet hatte. Die Angestellten hatten den Diebstahl bemerkt und die Polizei verständigt. Die Beamten entdeckten den Angeklagten dann in der Nähe des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums, nahmen ihn mit auf die Polizeiwache und ließen ihn nach Aufnahme seiner Personalien wieder gehen.

Diebstahl in Ottersweier Discounter

Schon am nächsten Tag beging der Mann einen erneuten Ladendiebstahl, diesmal zusammen mit seinem Zimmernachbarn, in einem großen Discounter in Ottersweier. Die beiden Männer bepackten einen Rucksack mit Lebensmitteln und stellten ihn auf den Kindersitz in einem Einkaufswagen. An der Kasse bezahlten sie lediglich einige Waren, die im Wagen lagen. Der Aufforderung des Kassierers den Rucksack zu öffnen folgten sie nicht, anstatt dessen gingen sie „schnellen Schrittes“ aus dem Supermarkt, so der Kassierer in seiner Aussage vor Gericht. Allerdings benachrichtigte er zwei Kolleginnen, die den beiden Männern auf den Parkplatz folgten, der Kassierer selbst darf seinen Platz in solchen Situationen offenbar nicht verlassen.

Die Männer waren gerade in ihren Wagen eingestiegen, als eine der beiden Frauen versuchte, die noch geöffnete Beifahrertür festzuhalten, während die andere das Autokennzeichen notierte und versuchte, die Fahrertür zu öffnen. Aber beide Männer zogen die Türen zu, der Fahrer legte den Rückwärtsgang ein und setzte etwa einen Meter zurück. Dabei verletzte er eine der beiden Frauen an den Knien und an der Hand. Danach konnten sie fliehen.

Allerdings begann die Polizei zu ermitteln, so konnten Videoaufzeichnungen ausgewertet werden, und einer der Verkäuferinnen war es gelungen das Auto-Kennzeichen aufzuschreiben. Nach wenigen Tagen waren die Täter gefasst, doch zuvor waren sie, wie sich noch herausstellen sollte, in ähnlicher Weise auch in einem Supermarkt in Bühl tätig geworden.

Diebesgut im Wert von 1.595 Euro

Als die Polizeibeamten das Zimmer der Männer durchsuchten, entdeckten sie Waren im Wert von etwa 1.595 Euro, darunter Lebensmittel wie Thunfisch, Fleisch, Käse, Wurst, Brot und Süßigkeiten. Außerdem Kleidungsstücke wie T-Shirts und Strümpfe sowie Hygieneartikel. Vieles davon befand sich in einem bereits geschnürten Paket, das die Angeklagten nach Rumänien schicken wollten.

Die beiden Männer sind auch in ihrem Heimatland mehrfach vorbestraft, einer davon immer wieder wegen Diebstahls aber auch wegen Körperverletzung und Betrugs. Ihre Aussage, sie seien in Panik aus dem Supermarkt in Ottersweier geflohen, weil sie sich von den beiden Frauen bedroht fühlten, war insofern unglaubwürdig, als die Frauen sehr viel kleiner und schmaler sind als die beiden gestanden Männer. „Deshalb ist das Mündlichkeitsprinzip so wichtig“, erklärte Staatsanwalt Andreas Staffhorst im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Weil die Zeuginnen persönlich vor Gericht erschienen, konnte das Gericht die Angaben der Angeklagten einordnen.

Panikattacken und Albträume

Beide Frauen litten nach dem Vorfall übrigens unter psychischen Beeinträchtigungen. So hatte die jüngere der beiden nach dem Geschehen für längere Zeit mit Panikattacken, Weinkrämpfen, Schlafproblemen und Herzrasen zu kämpfen. Die ältere hatte vier Wochen lang Schmerzen an den Knien und an einem Finger. Außerdem litt sie einige Zeit lang auch unter Albträumen. Sie hat inzwischen eine andere Beschäftigung.

Die Verhandlung wird am 19. Oktober fortgesetzt.


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