Durmersheim: Rewe kann bauen

Durmersheim (HH) – Was lange währte, wird nun auch in Durmersheim gut: Das Gelände für den neuen Rewe-Markt am südlichen Ortsrand ist erschlossen, die Straße gebaut, das neue Wohnviertel kann kommen.

Auf der grünen Wiese neben der Alois-Bastian-Straße soll im August der Bau des Rewe-Supermarkts beginnen. Foto: Helmut Heck

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Auf der grünen Wiese neben der Alois-Bastian-Straße soll im August der Bau des Rewe-Supermarkts beginnen. Foto: Helmut Heck

Blitz und Donner ließen Bürgermeister Andreas Augustin befürchten, dass die Übergabe der Alois-Bastian-Straße am Südrand von Durmersheim ins Wasser fallen könnte. Doch rechtzeitig setzte sich die Sonne durch. „Das Prinzip Hoffnung hat gesiegt“, freute er sich, dass zum ersten Mal in langer Corona-Zeit für eine Baumaßnahme wieder eine kleine Feier möglich war. Mehr noch als um die Straßen-Freigabe ging es um die damit fertiggestellte Erschließung des Geländes, auf dem ein Rewe-Supermarkt entstehen wird. Voraussichtlich Mitte August beginnen die Bauarbeiten.

Widerstand eines Grundbesitzers

Erheblich länger war das Prinzip Hoffnung fester Begleiter beim Vorhaben, für den Süden der Gemeinde die Nahversorgung zu verbessern. Schon 2003, so betonte Augustin, habe es einen rechtskräftigen Bebauungsplan für das Gebiet gegeben, das außer dem Markt ein neues Wohnviertel vorsieht, das bis zur Bahnlinie reichen soll. Der Widerstand eines Grundbesitzers habe die Sache zehn Jahre verzögert. Schließlich habe der Gemeinderat beschlossen, das Land für die Einkaufsstätte im gesetzlichen Umlageverfahren baureif zu machen. Diese „mutige Entscheidung“ habe der Sache Dynamik verliehen, stellte er fest. Die Fertigstellung sei Mitte Juni vier Wochen früher als gedacht erfolgt. Zur Freigabe der Alois-Bastian-Straße war ein rotes Band gespannt, das Augustin gemeinsam mit drei Projektbeteiligten durchschnitt: Michael Auer, technischer Leiter der Baufirma Grötz, Urban Meyer vom Planungsbüro RBS Wave sowie Catrin Meiser-Feyrer von der Projektentwicklung Conzept in Balingen, die den Markt für Rewe baut.

Rewe mit 2.000 Quadratmeter Nutzfläche

Dieser wird auf der südlichen Hälfte des erschlossenen Geländes entstehen, das derzeit noch grüne Wiese ist. Das Bauschild kündigt „einen der modernsten Rewe-Supermärkte der Region“ an, dessen Nutzfläche 2.000 Quadratmeter umfassen soll. Für die Kundschaft werde es 72 Parkplätze geben. Für die verkehrliche Anbindung wurden auf der Hauptstraße ein Fahrbahnteiler und eine Linksabbiegespur für Besucher aus nördlicher Richtung angelegt. Für Radfahrer und Fußgänger wurden an der Hauptstraße zwei Querungshilfen geschaffen.

Auf dem nördlichen Teil des erschlossenen Bereichs hatte die Lebenshilfe Rastatt/Murgtal vor, ein Wohnheim samt Tagesstätte zu bauen, was wegen der Corona-Krise aber gestoppt wurde. Ob die Pläne wieder aufgenommen werden, scheint fraglich. Man habe die Lebenshilfe gebeten, sich bis Ende Juni zu äußern, teilte der Rathauschef auf BT-Anfrage mit.

50 Bauplätze vorgesehen

Das Prinzip Hoffnung schwebt auch noch über dem Wohngebiet, das hinter dem Markt entstehen soll. Das Gelände steht dem Vernehmen nach mittlerweile komplett zur Verfügung. Der Bebauungsplan sieht rund 50 Bauplätze vor. Wie es damit weiter gehe, werde noch dieses Jahr Thema im Gemeinderat sein, sagte Augustin. Solange sich nichts tut, muss sich die Alois-Bastian-Straße mit dem Status einer Sackgasse begnügen, was zu ihrem Namenspatron schlecht passen würde.

Der Ehrenbürger und langjährige Gemeinderat habe sich aufgrund seiner Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg der Versöhnung der Völker verschrieben und so zum Beispiel die deutsch-französische Gemeindepartnerschaft mit Chennevières-sur-Marne mitbegründet, erinnerte Augustin an die Verdienste des 2014 Verstorbenen.

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Erstellt:
27. Juni 2021, 16:48 Uhr
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