Durmersheim denkt über herbstlichen Bürgerservice nach

Durmersheim (as) – Während draußen die Blätter von den Bäumen gepustet wurden, beschäftigte sich drinnen der Durmersheimer Verwaltungsausschuss damit, wer das Laub aufkehren muss.

Eine einheitliche Regelung zur Räumpflicht und Abholung von Laubsäcken durch den Bauhof will die Durmersheimer Verwaltung schaffen. Foto: Anja Groß

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Eine einheitliche Regelung zur Räumpflicht und Abholung von Laubsäcken durch den Bauhof will die Durmersheimer Verwaltung schaffen. Foto: Anja Groß

Die Räum- und Streupflichtsatzung regelt das zwar, doch bislang hat der Durmersheimer Bauhof sich auch um einige Bereiche gekümmert, für die streng genommen die Grundstückseigentümer verantwortlich sind. Hier will die Gemeinde nun rigoros einen Riegel vorschieben – auch wenn es teils Widerstände der Betroffenen gibt, wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen war. Der Ausschuss sollte das Thema vorberaten.

Ortsbaumeister Hans-Martin Braun räumte ein, dass es im Ort „einige Knackpunkte“ gibt. Beispielhaft genannt wurde das „Hexengässle“, das der Kirchengemeinde gehört, aber dennoch vom Bauhof gepflegt wird, weil es im öffentlichen Interesse sei, den Weg zu Kindergarten und Pfarrzentrum sauber zu halten. Werner Hermann (SPD) hatte noch einen ganzen Stapel Papier mit weiteren Sonderfällen dabei, wo Bürger lange Wege räumen, die nur öffentlich genutzt werden.

Eindeutige und nachvollziehbare Regelung gewünscht

Norbert Tritsch (FWG) warnte allerdings eindringlich davor, „jedem, der schreit, den Hof zu fegen“. Es gebe viele höchstrichterliche Urteile zu diesem Themenbereich, die die Gemeinde zunächst anwenden könnte, lautete sein Rat. Nur für die übrigen Fälle müsste man Lösungen suchen. Josef Tritsch (SPD) mutmaßte, dass dann höchstens vier bis fünf Stellen im Ort übrig bleiben. Da stelle sich ihm die Frage, ob das so eine enorme Belastung für den Bauhof wäre, „dass man das abschieben will“.

Es gehe nicht ums Abschieben, widersprach Bürgermeister Andreas Augustin, sondern um eine eindeutige, für die Bürger nachvollziehbare Regelung. Neuralgische Punkte könnten im Rathaus gemeldet werden, erklärte er, die Verwaltung werde Lösungsvorschläge erarbeiten, mit denen sich dann der Gemeinderat befassen muss.

Inoffizielle Laubsackregelung soll ein Ende haben

Das gilt auch für das Thema Laubsäcke, die viele Durmersheimer im Herbst einfach an den Straßenrand stellen, damit der Bauhof sie abholt. Das sei bislang eine „inoffizielle“ Regelung, hieß es. Es wäre denkbar, das künftig im Herbst offiziell so zu handhaben – beispielsweise an fest definierten Abholtagen, schlug die Verwaltung nun vor. Als Beispiel wurde die Stadt Karlsruhe genannt, die dafür aus Umweltschutzgründen für 25 Cent Jutesäcke ausgibt und auch nur diese abholt. „Die Gemeinde ist kein Wohlfahrtsstaat“, sah Norbert Tritsch (FWG) auch in diesem Fall keinen Anlass für einen Bauhofeinsatz. Der Bürgermeister hielt dagegen, dass es auch kein schöner Anblick sei, wenn die Laubsäcke einfach stehen bleiben. Einen „Mittelweg“ schlug Rolf Enderle (BuG) vor: Gegen ein kleines Entgelt holt der Bauhof die gefüllten Jutesäcke ab. Damit könne man vermeiden, dass Bürger, die auch auf öffentlichen Flächen Laub fegen und ihre Laubsäcke dann zum Abholen an die Straße stellen, diese Hilfe einstellen. Andere fragten, ob dieser „Service“ dann auch für Rasen- und Baumschnitt gelten soll. Auch in dieses Thema muss die Verwaltung offenbar noch etwas Hirnschmalz investieren, bis ein Lösungsvorschlag auf den Tisch kommt.

Unstrittig war hingegen die Idee, über eine Werbeaktion Bürger zur ehrenamtlichen Pflege von Pflanzinseln und Bäumen zu gewinnen. Der Gemeinde sind bislang offiziell nur vier solche ehrenamtlichen Helfer bekannt. Helmut Schorpp (CDU) schlug vor, das mit einer Aktion zu verbinden, so könnte man „viele triste Stellen im Ort verschönern“.

Ihr Autor

Anja Groß

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Erstellt:
23. Oktober 2020, 09:21 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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