Durmersheim erlässt Rauchverbot auf Spielplätzen

Durmersheim (HH) – Mit einer neuen Nutzungsordnung für Spielplätze reagiert Durmersheim auf anhaltende Beschwerden: Rauchen, das Mitbringen von Alkohol und Drogen ist dort künftig untersagt.

Auf den Spielplätzen der Gemeinde Durmersheim ist der Konsum von Tabak und anderen Verdampfstoffen verboten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Auf den Spielplätzen der Gemeinde Durmersheim ist der Konsum von Tabak und anderen Verdampfstoffen verboten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auf Spielplätzen sollte nicht geraucht werden. Beschwerden darüber, dass trotzdem gepafft wird, führen in Durmersheim nun zu einem formellen Verbot. Die entsprechende Ergänzung der Nutzungsverordnung war Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Den Anstoß dazu gaben Beschwerden, die vor einiger Zeit Michael Veneziani (CDU) ins Gremium getragen hatte. Mütter hätten sich beklagt, dass Begleitpersonen von Kindern auf Spielplätzen rauchten und zu allem Übel die Kippen im Sand ausdrückten.

Gemäß der von Rathausmitarbeiterin Petra Dürrschnabel erstellten Neufassung des Regelwerks ist neben dem Rauchen auch das Mitbringen von Alkohol und Drogen aller Art untersagt. Der wieder einmal debattierfreudige Gemeinderat erweiterte die Begrifflichkeit auf „Rauchgenuss aller Art“. Neben Tabak waren damit auch E-Zigaretten und Shishas gemeint, wie diverse Wortmeldungen zu verstehen gaben. Zur Durchsetzung des Verbots wurden Kontrollen gewünscht, Bußgelder erwogen.

Daneben sah man im amtlichen Rauchbann eine Argumentationshilfe für Spielplatznutzer, die sich gegen blauen Dunst zwischen Karussell und Schaukel wehren wollen. Von der FWG wurde ein Aufruf an die Vernunft vorgeschlagen, für den Schulkinder Plakate unter dem Motto „Vorbild sein“ entwerfen könnten. So ließe sich nebenbei ein erzieherischer Effekt erzielen.

Das Rauchen der Köpfe wäre im Gemeinderat sicherlich weiter fortgeschritten, hätte Stephen Jung (CDU) den munteren Gedankenaustausch, dem längere Diskussionen zu anderen Sachen vorausgegangen waren, nicht mit dem Antrag auf Abstimmung ausgedrückt wie einen abgerauchten Glimmstängel. Die neugefasste Nutzungsordnung erhielt einstimmigen Rückhalt. Sie wäre gar nicht notwendig geworden, wenn auch Baden-Württemberg zu den Ländern gehören würde, in denen generelle Rauchverbote für Spielplätze bestehen. Den schriftlichen Erläuterungen zufolge handelten in dieser Hinsicht erst fünf Bundesländer vorbildlich.

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Erstellt:
19. Juli 2020, 15:45 Uhr
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